• Neues Baugebiet im Landkreis Bamberg: Stadt Scheßlitz bietet 12 Baugrundstücke an
  • Baugebiet Straßgiech circa 3 Kilometer von Scheßlitz und circa 10 Kilometer von Bamberg entfernt
  • Baugrund wird für 195 Euro pro Quadratmeter (erschlossen) verkauft - Bewerbungsverfahren hat begonnen
  • Bauplätze werden nach bestimmten Richtlinien vergeben - eine Gruppe profitiert besonders

Im Raum Bamberg entsteht aktuell neuer Wohnraum: Für das Baugebiet im Stadtteil Straßgiech vergibt die Stadt Scheßlitz gegenwärtig zwölf Grundstücke. Die Bauplätze liegen rund drei Kilometer von Scheßlitz und etwa zehn Kilometer nordöstlich von Bamberg entfernt. In unmittelbarer Nähe verläuft die Staatsstraße 2190, die zur A70 Bayreuth/Bamberg führt. Die Vergabe der Baugrundstücke verläuft nach festgelegten Kriterien - hierbei profitiert eine Personengruppe besonders stark: einheimische, junge Familien. 

Neues Wohngebiet in Straßgiech: Stadt Scheßlitz nennt Preis für Baugrund

In der gesamten Gemeinde Scheßlitz leben derzeit 7470 Menschen - davon 521 in Straßgiech. Der Baugrund in dem kleinen Ortsteil wird laut der Gemeindewebseite für 195 Euro pro Quadratmeter (erschlossen) verkauft. Die Herstellungsbeiträge der Stadt Scheßlitz werden gesondert in Rechnung gestellt. Diese richten sich nach den jeweiligen Grundstücks- und Hausgrößen. Die Stadt nennt diesbezüglich folgendes Beispiel:

  • Baugrundstück: 600 Quadratmeter
  • Einfamilienhaus: 10 x 10 Meter, Keller, Erdgeschoss und Dachgeschoss
  • Herstellungsbeiträge: 6393,83 Euro

Die neuen Grundstücke im Baugebiet Straßgiech eignen sich insbesondere für Familien. Der Grund: Eine Kinderkrippe und ein Kindergarten befinden sich in Wiesengiech in der Pfarrer-Kropfeld-Straße. Außerdem gibt es eine Grundschule in der Schulstraße in Wiesengiech. Das Bewerbungsverfahren hat am Freitag begonnen. Interessenten für ein oder mehrere Baugrundstücke müssen hierfür bis spätestens 10. Oktober 2021 ihr Bewerbungsformular sowie alle benötigten Anlagen  bei der Stadt Scheßlitz einreichen. 

Baugebiet in Scheßlitz: Gemeinde vergibt Bauplätze nach bestimmten Kriterien

Durch die Ausweisung neuer Wohnbaugebiete will die Stadt Scheßlitz der Bevölkerung "bedarfsgerechte Wohnbaugrundstücke" zur Verfügung stellen. Die Vergabe richtet sich nach individuell festgelegten Vergabekriterien - in Form eines Punktemodells. Die Stadt Scheßlitz selbst spricht in diesem Zusammenhang von einem "Einheimischenmodell". Familien, die bereits in der Gemeinde Scheßlitz wohnen, zählen demnach zu den Nutznießern. "Hierauf setzen wir den Schwerpunkt", erklärt Scheßlitz' Zweiter Bürgermeister, Michael Lindner, am Montag (20. September) inFranken.de

Unter seiner Federführung hat ein Arbeitskreis zuvor das Punktesystem für die Grundstücksvergabe erstellt. "In manchen oberbayerischen Regionen können sich viele Einheimische ein Grundstück heute gar nicht mehr leisten", berichtet Lindner. Die Stadt Scheßlitz wolle deshalb gerade für Ortsansässigen ein "günstiges Angebot" auf den Weg bringen - "damit die Einheimischen, die in unserer Gemeinde verwurzelt sind, ihr Leben hier entsprechend weiterführen können." 

Wer in Scheßlitz arbeitet, hat ebenfalls einen Vorteil bei seiner Bewerbung. Nichtdestotrotz können sich auch Auswärtige für ein Grundstück im Baugebiet Straßgiech bewerben. Denn auch externe Interessenten können im Zuge der Vergaberichtlinien durchaus punkten - zum Beispiel durch ein Ehrenamt: Wer ehrenamtlich tätig ist, wird im Sozialmodell der Stadt entsprechend begünstigt. "Ein Ehrenamt, mit einer sozialen Kompetenz im Hintergrund, wird stärker gewichtet", sagt der Zweite Bürgermeister. 

"Einheimischenmodell": Ortsansässige Familien bei Bauplatz-Vergabe im Vorteil 

Die Punkteermittlung der Stadt Scheßlitz richtet sich nach folgenden Kriterien:

  • Wohnsitz
  • Arbeitsplatz/Betriebsstätte
  • Ehrenamt
  • Kinder
  • Pflegebedürftigkeit
  • Behinderungen

Ein Rechenbeispiel: Eine Familie, in der beide Elternteile bereits jeweils mehr als zweieinhalb Jahre in Scheßlitz leben und arbeiten, kommt etwa auf 70 Punkte. Bei zwei Kindern unter zehn Jahren kommen 30 weitere Punkte hinzu. Das ergibt insgesamt also 100 Punkte. Zum Vergleich: Hat die gleiche Familie bislang nicht in der Gemeinde gelebt und gearbeitet, kommt sie letztlich auf lediglich 30 Punkte

"Ortsverbundenheit" und "Soziale Kriterien": Punktevergabe erfolgt in zwei Kategorien

Die Punktevergabe erfolgt in zwei Kategorien. In der Gruppe "Soziale Kriterien" werden Kinder, die Pflege von Angehörigen und eine Behinderung von Angehörigen berücksichtigt. In der Kategorie "Ortsverbundenheit" werden der Wohnsitz, der ehemalige Wohnsitz, der Arbeitsplatz beziehungsweise Betriebssitz und das Ehrenamt berücksichtigt. In beiden Kategorien sind jeweils 100 Punkte verfügbar - insgesamt können maximal 200 Punkte erreicht werden. Die Vergabe der zwölf Baugrundstücke erfolgt nach dem erreichten Punktestand zum Zeitpunkt der Antragsstellung. 

Scheßlitz' Zweiter Bürgermeister weist darauf hin, dass sich trotz der Bevorzugung von Einheimischen durchaus auch Bewerber von auswärts berechtigte Hoffnungen auf Baugrund machen dürfen. "Es gibt ja verschiedene Wege in unserem Modell", betont Lindner. "Aufgrund der breit gefächerten Punktevergabe hat jeder die Chance, an ein entsprechendes Grundstück zu gelangen." 

Auch in Memmelsdorf sollen nach Plan des Gemeinderats neue Bauplätze entstehen. Eine Immobilienfirma will hier Massivhäuser bauen, die vor allem für junge Familien gedacht sind.