Eine flammende Rede hielt der CSU-Landtagsabgeordnete Michael Hofmann bei der Kreisversammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) in Weingarts. "Das ist eine bodenlose Frechheit und ein Schlechtreden in nur eine Richtung mit diesen Plakaten und Slogans", trug der Abgeordnete, der aus einem landwirtschaftlichen Betrieb stammt, vor. Er sei froh, dass diese Aktion gestoppt worden ist; es sei dadurch jedoch trotzdem ein großer Imageschaden entstanden. Hofmann spielte damit auf die Plakate und "Bauernregeln" der SPD-Bundesumweltministerin Barbara Hendricks an - deren Name jedoch während des ganzen Abends nicht genannt worden war. Die Ministerin wollte mit Sprüchen wie "Zu viel Dünger auf dem Feld geht erst ins Wasser, dann ins Geld" für eine naturverträgliche Landwirtschaft werben. Diese Slogans hatte auch Hermann Greif, Kreisobmann des BBV, in seiner Begrüßung in einer Präsentation gezeigt. "So geht man nicht mit Bauern um. Wir wollen Sachlichkeit und Praxisbezug statt Polemik und Populismus", meinte Greif.
Der Kreisobmann zeigte anhand des Nitratberichts auf, dass es im Landkreis Forchheim keine Probleme gibt. Auch werde hier nicht zu viel Wild geschossen. Ein Problem seien allerdings die Biber, die viele Bäume schädigen. "Man muss halt manchmal raus und eine Demo machen, damit die Leute sehen, dass wir Sorgen haben", so Greif.
Das Thema "Image" zog sich durch den ganzen Abend. Hubert Bittlmayer, Amtschef des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten forderte die Landwirte im vollbesetzten Saal auf, selbst ein gutes Image zu transportieren. "Unser Land ist wunderschön, sauber und gepflegt. Und das ist Ihre Leistung", trug Bittlmayer vor und weiter sagte er: "Bewahren Sie sich Ihren Stolz. Zeigen Sie Selbstbewusstsein ohne Fehler zu kaschieren oder überheblich zu sein." Die Landwirte sollen auf Leistung und Wettbewerbsfähigkeit setzen, denn sie sind ja Unternehmer. Wichtig seien auch Innovationen und neue Ideen. Der Referent fand es schade, dass beispielsweise Österreich die Idee für die sogenannte "Heumilch" hatte. "Vielleicht haben wir auch so eine Idee wo wir als erste die Pioniergewinne absahnen können", dachte Bittlmayer laut nach. Und er forderte die Landwirte auf, ihre Bauernhöfe zu öffnen und den Dialog mit der Gesellschaft anders zu führen: "Wir werden immer weniger, also müssen wir mehr mit dem Rest der Gesellschaft kommunizieren."
Diesen Appell griff auch Landrat Hermann Ulm auf, denn gerade fränkische Landwirte stellen ihr Licht gern unter den Scheffel. Werner Nützel, Geschäftsführer des BBV Forchheim konnte vermelden, dass der Verband 2 951 zahlende Mitglieder in 101 Ortsverbänden hat. Gemeinsam mit Kreisbäuerin Rosi Kraus übereichte er Geschenke an Michaela Hack und Thomas Dittrich, die gemeinsam mit Norbert Lipfert, Bernd Geck, Albin Striegel, Michael Wiemann und Bernhard Betz ihre Höfe am "Tag des offenen Hofes" in Rüssenbach präsentiert hatten. Rosi Kraus forderte die Politik auf, dass Lehrer in landwirtschaftlichen Belangen geschult werden, um diese richtig vermitteln zu können. Am Ende der Veranstaltung meinte die Kreisbäuerin: "Lasst uns zusammenarbeiten, denn nur dann können wir etwas bewirken."