Nach zwölf Jahren hat es beim Fischerstechen in diesem Jahr erstmals wieder ein Frauenstechen gegeben. Im Jahre 2001 hatten sich anlässlich des 50. Jubiläums des Fischerstechens acht junge Frauen gefunden, die es ihren männlichen Kollegen gleichtaten und sich tapfer und mutig auf das kleine Brettchen des Schelches stellten.


Anschließend unternahmen sie alles, um sich gegenseitig ins Wasser zu schmeißen. Zur 63. Sandkerwa in diesem Jahr kämpften vor den beiden Finalkämpfen der Männer außer Konkurrenz das Bamberger Sandmadla Elena Wicht gegen die Kitzinger Sophia Krämer.

Widrige Umstände
Trotz der widrigen Umstände - es regnete heftig, die Strömung war stärker als sonst und auch die Bretter der Schelche waren nass und rutschig - hielten sich beide Frauen ungemein gut.

Sage und schreibe 94 Sekunden hielten sich beide auf ihren Booten, ehe das Sandmadla das Gleichgewicht verlor und ins Wasser fiel. Zum Vergleich: der erste Kampf der Männer dauerte nicht einmal fünf Sekunden. Respekt auch an das Sandmadla. Denn im Gegensatz zu Sophia Krämer, die schon öfters auf dem Schelch stand und deutlich mehr Erfahrung hatte, hielt Elena gut mit.



Nach nur einer kurzen Generalprobe am Samstagnachmittag, wo sie das erste Mal mit einer nicht ganz leichten Stange auf dem Brettchen eines wackeligen Schelches für einige Minuten Probe stand, schaffte sie es sogar, ihrer Konkurrentin mit der Stange einen Kinnhaken zu verpassen - ungewollt allerdings.

Eiskaltes Waser
Doch am Ende verlor sie unglücklich das Gleichgewicht und ging baden. Aber auch Sophie Krämer zog nach und sprang in die Regnitz - schließlich stand bei allem Wettkampfeifer doch der Spaß im Vordergrund.
"Es war sehr wackelig und gar nicht so einfach, das Gleichgewicht zu halten, mit der schweren Stange zuzustoßen und gleichzeitig die Treffer der Gegnerin auszubalancieren", schilderte Elena Wicht ihre Erlebnisse auf dem Wasser.

Nach knapp 90 Sekunden ist Elena an der Schulter getroffen worden. Diesen Schlag konnte sie in der Folge nicht mehr ausbalancieren. "Dennoch hat es Spaß gemacht und ich würde jederzeit wieder mitmachen. Allerdings sollte es dann wärmer sein", sagte Elena.

Denn das Wasser sei eiskalt gewesen. "Und auch der Regen vorher war recht unangenehm", sagte das Bamberger Sandmadla als alles vorüber war und es schon wieder lachen konnte.