Fränkische Hotels öffnen zum Pfingstwochenende - so sind die Gasthäuser belegt: In der Stadt Bamberg liegt die 7-Tage-Inzidenz erstmals seit langem unter 50. Weitere Auswirkungen auf die Hotellerie habe das aber nicht, erklärt Rudolf Christel, Inhaber des Hotels Alt-Ringlein*, inFranken.de. Für diese gelte nur der Grenzwert 100. Seit Freitag (21.05.2021) dürfen die Hotels ihre Türen für den touristischen Betrieb öffnen - pünktlich zu Pfingsten. 

Für die Gäste ist ein negatives Testergebnis verpflichtend, das nicht älter als 24 Stunden ist. Während des Besuchs muss es spätestens alle 48 Stunden aufgefrischt werden. "Wir empfehlen unseren Gästen, schon am Samstag einen zweiten Test zu machen, weil es sonntags mit Testungen in Bamberg schwierig ist. Im Haus machen wir keine Tests, weil wir nicht die Kapazitäten haben, um die Gäste zu parken, bis sie ihr Ergebnis haben. Vorher dürfen wir sie nicht zurück auf die Zimmer lassen", sagt Christel.

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Generell können - je nach Hotel - aber nicht nur die örtlichen Testmöglichkeiten genutzt werden. Im Hotel Stempferhof in Gößweinstein (Landkreis Forchheim) können Gäste einen Test vor Ort unter Aufsicht machen, erklärt Hoteldirektor Daniel Titze. Ähnlich handhabt es auch Tatiana Hartl, Inhaberin des Hotels Lindenmühle in Bad Berneck im Fichtelgebirge (Landkreis Bayreuth). Dort kommt extra ein Apotheker zum Hotel, um die Tests durchzuführen. Für vollständig Geimpfte und Genese gilt die Test-Regelung nicht.

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Außerdem müssen die Gäste außer im eigenen Zimmer oder an den Tischen im Speiseraum Masken tragen. "Alle Gäste brauchen FFP2-Masken, außer Kinder ab sieben und bis 15 Jahren. Da reicht eine normale Stoffmaske", erklärt Christel. An Buffets müssen Einmalhandschuhe getragen werden. Darüber hinaus gelten die bekannten Abstands- und Hygieneregeln.

Gästegrenzen gibt es in Bayern nicht. Die Hotels dürfen all ihre Zimmer vergeben. Dabei darf ein Zimmer von jeweils einem Hausstand bewohnt werden. Nur in Restaurantbereichen müssen teils Tische gesperrt bleiben, um die Abstände wahren zu können.

Gößweinstein: Hotel Stempferhof "nahezu ausgebucht"

Das Hotel Stempferhof ist momentan "nahezu ausgebucht". Einige Buchungen beständen schon länger, aber viele seien auch kurzfristig dazugekommen, erklärt Titze. "Ein Hotel lebt aber auch von seinen Gästen, nichts ist deprimierender als ein Gastgeber ohne Gäste. Es ist daher gut, dass die Nachfrage stark ist und wir freuen uns über jeden Gast, der durch die Haustür kommt."

Für Übernachtungsgäste hat das Hotel in der Fränkischen Schweiz in vollem Umfang geöffnet. Dabei seien nicht nur Frühstück und Abendgastronomie möglich, sondern auch die Nutzung des Sauna- und Wellness-Bereichs. Zusätzlich dazu gebe es verschiedene Angebotspakete, für unterschiedliche Urlaubsarten und unterschiedliche Urlauber.

Titze freut sich darüber, wieder öffnen zu können. "Jetzt, wo auch touristische Aufenthalte wieder gestattet sind, kommt das so schmerzlich vermisste Gefühl des 'Gastgeberseins' endlich wieder zurück." Auch den Gästen merke er an, wie sehr ihnen die Urlaube gefehlt haben. "Das all das nur mit Einschränkungen verbunden ist, ist komplett in den Hintergrund gerückt. Es überwiege das Gefühl der Dankbarkeit und Wertschätzung für die Mühe aller beteiligten Akteure im Hotel.

Bad Berneck: Hotel Lindenmühle kann Kurzarbeit reduzieren

Ebenso glücklich über die Öffnung ist Tatiana Hartl vom Hotel Lindenmühle im Fichtelgebirge*. "Es ist Freude pur", sagt sie. Komplett könne sie ihre Mitarbeiter zwar noch nicht aus der Kurzarbeit holen, da Veranstaltungen wie Hochzeiten noch immer fehlen, aber dennoch ist die Freude über die Arbeit groß. Für Pfingsten sei ihr Hotel sogar bereits ausgebucht. Zwar habe sie immer wieder Geschäftsleute als Gäste gehabt, doch diese hätten einen völlig anderen Anspruch, erklärt Hartl. "Die sehen wir über den Tag kaum. Urlaubsgäste dagegen halten sich im Hotel auf und fordern die Mitarbeiter ganz anders." 

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Zwiegespalten sieht Rudolf Christel der Öffnung entgegen. "Es ist schön, aber auch nervig", sagt er. Nervig vor allem, weil alles mehrfach überprüft werden müsse und einige Gäste die geltenden Regeln nicht akzeptieren würden. "Man erklärt ihnen, was gemacht werden muss und dann kommt man an einen Punkt, an dem es dann heißt, dazu seien sie nicht bereit, wie zum Beispiel bei Tests. Dann führen sie endlose Diskussionen. Das ist das, was einem gerade auffällt und was auch nervt."

Daraus resultieren auch viele spontane Stornierungen. Die Anzahl der Buchungen variiere momentan minütlich, sagt Christel. "Aufgrund der Vorgaben stornieren manche wieder. Aber auch mit dem Wetter gibt es ständig Stornierungen und neue Buchungen. Im Moment ist zwar gut gebucht, aber es ist auch noch Luft da." Das Wochenende der Öffnung im Bamberger Hotel sei jetzt eine Testphase um zu sehen, wie der Betrieb läuft und wie sich auch die Gäste an die Regeln halten.

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