Bamberg: Spitzenpolitiker mit eindringlichem Appell zu Anti-Corona-Maßnahmen-Demonstrationen. Am Dienstag (4. Januar 2022) habe in Bamberg eine Sitzung des Katastrophenstabes stattgefunden, bei der auch das Versammlungsgeschehen Thema gewesen sei, so die Stadt.

Die "Spitzen der Landkreis- und der Stadtverwaltung" wenden sich daraufhin mit einem Appell an die Öffentlichkeit, wie die Stadt Bamberg in einer Pressemitteilung mitteilt. Unterzeichnet ist der Aufruf von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), Landrat Johann Kalb (CSU), sowie ihren Stellvertretern Jonas Glüsenkamp (Grüne) und Bruno Kellner (FW). Hinweis: Der folgende Aufruf ist ungekürzt.

Corona-Maßnahmen-Demonstrationen in Bamberg: Eindringlicher Appell - "das darf nicht geschehen"

"Uns allen bleibt es nicht verborgen, dass die Corona-Lage derzeit kontroverser diskutiert wird denn je. Fast zwei Jahre nach Pandemiebeginn haben sowohl die aktuellen Kontaktbeschränkungen als auch zum Beispiel eine mögliche Impfpflicht das Potenzial, unsere Gesellschaft schwerwiegend und nachhaltig zu spalten. Das darf nicht geschehen. Wir haben sehr viel Verständnis dafür, dass es unterschiedliche Auffassungen zu all den brennenden Themen gibt, die uns derzeit rund um die Pandemie bewegen.

Unsere Demokratie lebt davon, dass wir uns dazu austauschen. Unsere Demokratie braucht vielfältige Meinungen, die auch auf der Straße zum Ausdruck gebracht werden. Unsere Demokratie nimmt jedoch Schaden, wenn dabei auch nur der kleinste Platz geschaffen wird für extremistisches Gedankengut. Exakt diese Gefahr sehen wir aktuell auch bei uns: Extremistische Gruppen rufen aktiv zu Protestkundgebungen auf. Sie schließen sich deutlich erkennbar anderen Demonstrationen an und missbrauchen diese ganz gezielt für ihre Propaganda.

Wir appellieren deshalb an Sie, liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger: Treten Sie offen und transparent für Ihre Überzeugung ein. Lassen Sie es jedoch nicht zu, dass Ihre berechtigten Sorgen von extremistischen Gruppen für deren Zwecke instrumentalisiert werden. Lassen Sie sich nicht vereinnahmen. Setzen wir uns gemeinsam ein für eine wehrhafte, für eine streitbare, für eine lebendige Demokratie."