Die Stadtbevölkerung ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, steigende Geburtenraten und geplante Wohnbauprojekte werden sich in den nächsten Jahren auch stark auf die Schülerzahlen auswirken. In seiner jüngsten Sitzung war sich der Kultursenat einig, dass infrastrukturelle Anpassungen notwendig sind, die insbesondere die Schulen in Bamberg betreffen.

"Oberste Priorität bei den Überlegungen hat das Gebiet östlich der Bahnlinie, da dort die Steigerung der Schülerzahlen ein Bündel an Maßnahmen erfordert, das einen entsprechenden Vorlauf notwendig macht", erklärte Matthias Pfeufer vom städtischen Bildungsbüro. Angesichts der in einigen Teilen der Stadt dramatischen Zunahmen der Schülerzahlen - allein an der Rupprechtschule steigen die Zahlen von 283 Schülerinnen und Schülern im laufenden Schuljahr auf voraussichtlich 443 im Schuljahr 2024/2025 - stehe die Stadt vor großen Herausforderungen. Diese Prognose bezieht sich auf aktuelle Daten des Einwohnermeldeamtes und berücksichtigt noch nicht die Kinder, die in den nächsten Jahren noch nach Abschluss diverser Wohnbauprojekte hinzukommen.

Die Verwaltung arbeite seit einiger Zeit an Ansätzen, wie die Stadt Bamberg diesen veränderten Bedarfen gerecht werden kann - und wie aufnahmefähig die einzelnen Schulen noch sind. An der Rupprechtschule sollen nun neue Container aufgestellt werden. An der Heidelsteigschule werden zunächst Container für das Ganztagsangebot erweitert, während eine Machbarkeitsstudie zur Teilsanierung und Erweiterung der Schule erstellt wird. Und die Pestalozzischule soll nach dem anstehenden Auszug der Fachhochschule des Mittelstands übergangsweise als Außenstelle der Heidelsteigschule genutzt werden.

Prüfung weiterer Verbünde

Zugleich soll mit der Regierung von Oberfranken über sinnvolle Sprengelanpassungen verhandelt werden, "um künftig die Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die vorhandenen Schulen verteilen zu können". Bei den übrigen Grund- und Mittelschulen in Sachaufwandsträgerschaft der Stadt Bamberg werden laut Pfeufer bedarfsgerechte Maßnahmen ergriffen, um bei Engpässen Abhilfe schaffen zu können. Dabei würden auch weitere Grundschulverbünde und Sprengelanpassungen geprüft. Bauliche Erweiterungen würden nach heutigem Stand an der Grundschule Gaustadt und an der Wunderburgschule erforderlich.

Vor Monaten hatte die SPD-Fraktion bereits angefragt, wie ausgelastet die Schulen sind und ob die Kapazitäten künftig noch ausreichen. GAL-Stadtrat Andreas Reuß forderte im Mai "ein konkretes, zielorientiertes Maßnahmenpaket, dem messbare und nachprüfbare Meilensteine zu entnehmen sind" - samt Priorisierung und Finanzierungsplan. Reuß bemängelte, dass davon noch nicht viel zu erkennen sei. Pfeufer erklärte, dass ein solches Strategiepapier nicht in so kurzer Zeit zu erstellen sei.

Im Blick behalten wolle die Verwaltung auch den ab 2025 greifenden Rechtsanspruch auf ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote im Grundschulalter. Die Länder gingen aktuell davon aus, dass eine Versorgungsquote von 90 Prozent, ein fünftägiger wöchentlicher Versorgungsumfang und ein Zeitraum von 40 Schulwochen und acht Wochen betreuter Ferienzeit, allen Berechnungen zugrunde gelegt werden müssen.