Oberbürgermeister Andreas Starke möchte Bamberg zu einer plastikfreien Stadt machen. Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, wurde bereits einiges getan. Aber am Ziel ist man deshalb noch lange nicht.
Eine gänzlich plastikfreie Stadt ist ein ehrgeiziges Ziel, weiß Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD). "Aber Initiativen wie der "Bambecher", der Unverpackt-Läden oder die AG Nachhaltigkeit an der Universität sowie das Angebot des städtischen Umweltamtes zum Mehrweggeschirr, sind perfekte Beispiele dafür, wie es funktionieren kann", sagt Starke.
Es soll ein Dialog beginnen, an dem sich möglichst viele beteiligen. Das Ziel: In allen Bereichen Ideen zu der Aktion sammeln. Also beispielsweise in politischen Gremien, in den Schulen, am Arbeitsplatz, bei den Kitas und in den Unternehmen.
Die Stadt Bamberg selbst hat bereits konkrete Maßnahmen geplant, wie sie selbst mitteilt. Glasflaschen und Gläser sind zwingend vorzuschreiben. Trinkwasserspende sollen in jedes Rathausgebäude in der Stadt kommen, wenn sie nicht bereits vorhanden sind.
Plastikfreie Stadt Bamberg: Mehrweggebot bei Veranstaltungen seit 1991
Bei öffentlichen Veranstaltungen in der Stadt gilt seit 1991 bereits ein Mehrweggebot und Geschirr ist dabei immer 100 Prozent plastikfrei: Nur Pfandbecher werden verwendet und Wegwerfgeschirr ist verboten. Aber auch für den Handel, mobile Verkaufsstände und in der Gastronomie soll Mehrweggeschirr und Mehrwegbecher aktiv beworben werden. Auch eine neue städtische Einkaufstasche soll dazu beitragen die Initiative bekannter zu machen.
Denn jeder Bürger soll sich an der Aktion beteiligen können. So wie sie das bei den Fridays for Future-Demonstrationen regelmäßig tun. Eine eigene Bürgerbewegung soll sich gründen, bei der alle mitmachen können, so Starke. Er setzt sich nun mit den Vertretern aus Handel, Wirtschaft und Gastronomie zusammen, um gemeinsame Vorgehensweisen zu vereinbaren.
Auch im kommenden Stadtrat soll das Thema zur Sprache werden. Vorbilder für Bamberg gibt es in Bayern bereits mit Pfaffenhofen und Augsburg. Auch in London gibt es eine solche Alternative.
solange der plastikkaffeebecher mit dem man früh durch die stadt rennt, ein statussymbol ist, wird sich gar nichts ändern
ich kann mich erinnern, dass wir vor ca. 20 Jahren schon auf dem besten Weg waren.
Jutebeutel statt Plastik, keine Plastikflaschen, Obst und Gemüse unverpackt.
Und plötzlich, so gefühlt ab der Euro-Einführung, war das alles nicht mehr so wichtig.
Also was jetzt
Weil da kam dann der "Grüne Punkt" und das Duale System Deutschland, die aller Welt suggerierten, dass damit alle prima sei. Vorher hatte man Müllvermeidung angestrebt, das wurde jedoch ersetzt durch Mülltrennung und das schöne Wort "Entsorgung". Hach, alle Sorgen weg durch Entsorgung...
ja, stimmt... leider eine der größten Lügen unserer Zeit.
Aber wir sind beruhigt, dass wir Deutschen so gut sind
Die Sache mit dem Mehrweggebot stimmt nicht ganz. Beim WKEL 2019 gab es im Ziel Freibier von Erdinger im Plastikbecher. Nachdem ich mir ein zweites Freibier nachfüllen lassen wollte, bekam ich als Antwort: "Darf ich nicht. Du musst dir aus Hygienegründen einen neuen Becher nehmen". Ich möchte nicht wissen, was da an zusätzlichen Müll verursacht wurde.