In Bamberg hat eine religiöse Bewegung am letzten Juli-Wochenende auf der Erba-Insel ein "Stadtfest" durchgeführt. Das "Missionierungsevent" habe klar auf Kinder abgezielt, berichtet eine Mutter.
- Bamberg: Religiöses "Stadtfest" auf Erba-Insel sorgt für Beunruhigung
- "Heilungsgebete" und Hüpfburgen: Mutter berichtet von "Missionierungsevent"
- "Wer hat sowas denn bitte genehmigt?": Eltern kritisieren Stadtverwaltung
- Bewegung will "Deutschland mit dem Evangelium überfluten"
Am letzten Juli-Wochenende (29. Juli bis 31. Juli 2022) fand auf der Bamberger Erba-Insel auf der Freifläche neben dem beliebten Sams-Spielplatz ein "Stadtfest" statt, das bei mehreren Eltern für Verwunderung und teils auch Empörung gesorgt hat. Der Grund: Eine religiöse Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, "Deutschland mit dem Evangelium" zu "überfluten", hatte die Veranstaltung organisiert. Neben Hüpfburgen, kostenlosen Süßigkeiten und Kinderschminken soll es immer wieder "Heilungsgebete", Predigten und religiöse Musikauftritte gegeben haben, wie Eltern berichten, die vor Ort waren.
"War ganz klar ein Missionierungsevent": Mutter berichtet von "verstörendem" Fest auf Erba-Insel
"Wir wollten mit unseren zehnjährigen Zwillingen zur Erba-Insel und sind dort unerwartet auf eine als Kinderanimation getarnte Predigt gestoßen", erzählt Christina Nürnberger-Schütz gegenüber inFranken.de. "Wir dachten uns, wir sind hier falsch, das war ganz klar ein Missionierungsevent, es war ganz extrem", so die Geschichtslehrerin an einem Gymnasium. Eigentlich habe man nur den Spielplatz besuchen wollen, "aber als die Kinder die Hüpfburgen gesehen haben, waren sie natürlich nicht mehr zu halten".
Dann seien diese "plötzlich geschlossen worden und auf der Bühne hat ein Mann eine Predigt gehalten, die mich sehr an die USA erinnert hat", so die zweifache Mutter. "Da standen dann auch einige 'entrückte Persönlichkeiten', wie man sie so aus Amerika kennt, mit geschlossenen Augen und Armen in der Höhe. Das war schon verstörend für die Kinder. Da wurde dann gesagt, wir lieben alle den Herrn und ihr müsst ihm folgen." Den "meisten Eltern" habe man angesehen, dass diese irritiert gewesen seien, so ihre Beobachtung.
"Dann gab es Hip-Hop auf der Bühne und ein Rapper hat irgendetwas gefaselt, dass nicht jeder Mensch böse ist und Putin auch nicht und dann haben wir gesagt, dass es jetzt genug ist und wir sind rüber zum Wasserspielplatz." Aber auch dort sei man der Veranstaltung nicht entkommen, so Nürnberger-Schütz. "Auch da sind sie herumgelaufen und haben Flyer verteilt. Es war nicht so, dass sie einen verfolgt haben, aber sie waren immer da. Und sie haben schon gewusst, was sie machen." Die Lehrerin sei vor allem "überrascht gewesen, dass das genehmigt wurde."
"Wir verkünden das Evangelium": Das sind die Veranstalter des "Stadtfests" in Bamberg
Insbesondere, als man im Anschluss die Veranstalter gegoogelt habe, eine religiöse Kleinstbewegung namens "Gods Power". Dabei handelt es sich nach eigenen Angaben um ein Ehepaar, das im Raum Frankfurt lebe und es sich zur Aufgabe gesetzt habe, "Deutschland mit dem Evangelium" zu "überfluten" und die Bundesrepublik zu "erretten". Leiter Lukas Repert habe selbst für das umstrittene Missionierungswerk "Christus für alle Nationen" (Cfan) gearbeitet, dessen Gründer vor seinem Tod 2019 regelmäßig "Dämonenaustreibungen und Wunderheilungen" in afrikanischen Staaten ausgeführt habe, wie ein renommierter Sektenexperte in einem Gastbeitrag für Watson schreibt.
2020 habe Repert dann ein "evangelistisches Training" in einem "Bootcamp" in Orlando (Florida) absolviert. Auf der Homepage findet sich auch das wieder, was offenbar das Ziel der Veranstaltungen wie auf der Bamberger Erba-Insel ist: "Wir verkündigen das Evangelium in deutschen Innenstädten mit Stadtfesten, die 'Futter für die Seele' heißen. An öffentlichen Orten, wo sich möglichst viele Menschen aufhalten", heißt es dort. Repert selbst bestätigt gegenüber inFranken.de: "Wir als Gods Power waren der Veranstalter des Events in Bamberg."
Aber dann wieder in die Kirche zur Taufe, Kommunion und Firmung rennen ist ok? Achja weil da gibt's ja wieder Geld von der Verwandtschaft! Junge junge 🤦🏼♀️
Hmmm, auf dieser Seite scheinen mir auch einige Scientology-Fans ihre Kommentare abzulassen! Solche Sektenveranstaltungen unterscheiden sich von Heinrichs-, Annafest und anderen Events dadurch, daß hier keine Menschen verführt werden sollen, ihr Vermögen eben an diese Sekte zu verschenken!!!!
Ein paar dieser Glaubens-Toleranz-"Apostel" im Forum verkennen aber schon den Unterschied zwischen den Pilgern zur Papstaudienz und zu dem Kampf-Prediger-Event an einem Kinderspielplatz!
Ja, die Faschisten und Spalter sind immer die anderen, darum muss man sie ausgrenzen und ihnen alles untersagen.
Ach, der Herr Apostel ist Profi-Demokrat.
Und wenn die Zeugen Jehovas vor der Tür stehen, laden Sie sie auf ein Kaffeekränzchen ein und diskutieren mit ihnen, ob die Schöpfung jetzt in einer Woche passiert ist und die Erde eine Scheibe ist.
Oder schicken Sie sie doch weiter?