Es ist ein großer Schluck aus der Pulle, den Bamberg in den nächsten Jahren nehmen will, um seinem Selbstverständnis als familienfreundlicher Stadt gerecht zu werden. 10,1 Millionen Euro werden nach dem Willen des Finanzsenats in den Ausbau von Krippen- und Kindertagesplätzen fließen und im Weiteren in die Versorgungs- infrastruktur für Kinder.

Das bedeutet: Bis 2022 kommen in verschiedenen Bamberger Einrichtungen über 200 Plätze neu dazu. Man muss wissen: Schon heute gibt es lange Wartelisten und wöchentlich erhält das Rathaus neue Anfragen. "Wir haben eine erfreuliche Entwicklung bei der Geburtenrate, die Stadt wächst, ein einmaliges Phänomen in Oberfranken", beschrieb Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) die Ausgangslage im Rahmen der Haushaltsberatungen.

Viel Überzeugungsarbeit musste die Stadtspitze nicht leisten, um die Fraktionen zu einem einhelligen Ja zu bewegen. Das hat auch mit der Finanzierung zu tun: Bamberg nutzt die Gunst steigender Fördergelder aus dem Finanzausgleich für kommunale Hochbauten, dazu kommt ein neues Bundesprogramm für Kitaförderung. Beides führt dazu, dass die Eigenbeteiligung an dem Investitionspaket mit 3,4 Millionen Euro vergleichsweise gering ist.

Welche Einrichtungen erweitert, welche neu geschaffen oder auch saniert werden, das soll laut Starke bei einem Kita-Gipfel Anfang 2017 geklärt werden. Sicher ist: Mit einer Umschichtung von 800 000 Euro aus der Haushaltsausgleichsrücklage soll es gelingen, schon 2017 eine erste Entlastung durch mindestens 40 neue Kitaplätze zu schaffen. Davon profitieren dürften der Luise-Scheppler-Kindergarten, St. Gisela, der Kindergarten der Auferstehungskirche und der Kindergarten am Stadion. Und auch der bereits gestrichene freiwillige Personalkostenzuschuss von 50 Euro soll 2017 doch noch gezahlt werden.

Hoffnungen auf die Zukunft können sich schließlich die Sportler der Vereine DJK Teutonia und ASV Gaustadt machen. Sie kämpfen seit Jahren mit immer schlechteren Bedingungen im städtischen Sportzentrum Gaustadt. Die Stadträte stellten nun gegen drei Stimmen die Weichen, dass rund 600 000 Euro für die Erneuerung der Flutlichtanlage und im Folgejahr des Kunstrasenfelds ausgegeben werden können. Wie Sportbürgermeister Lange (CSU) erklärte, soll das Sportzentrum künftig auch von anderen Vereinen genutzt werden.