Großteil der Eltern mit Bamberger Kitas zufrieden - "Geschmack des Essens" sorgt aber teils für Unmut

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Bamberg: Großteil der Eltern mit Kitas zufrieden - "Geschmack des Essens" sorgt aber für Kritik
Die Stadt Bamberg verkündet die Ergebnisse der jährlichen Elternbefragung in den Kitas. (Symbolfoto)
Kindergarten, Kita, Hort
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Bamberg: Elternbefragung weist auf hohe Zufriedenheit in den Kitas hin - trotz fehlender Plätze
Die Gesamtnoten bei der Elternbefragung 2023.
Jugendhilfeplanung, Stadt Bamberg

Die AWO schlug unlängst Alarm: Der Verband wies auf fehlende Kita-Plätze in Bayern und bedrohte Existenzen hin. Die jährliche Elternbefragung der Stadt Bamberg zu den Kindertageseinrichtungen fällt allerdings positiv aus.

Der AWO-Bezirksverband Ober- und Mittelfranken schlägt Alarm: Er sieht die Kindertagesstätten in Bayern in ihrer Existenz bedroht. Der Bamberger Kreisverband der AWO wies zum Start des neuen Kita-Jahres ebenfalls auf diese "Problematik" hin. Zudem fehlen fast 62.000 Kita-Plätze im Jahr 2023 in Bayern, heißt es. 

Umso überraschender sind die Ergebnisse der diesjährigen Elternbefragung in Kindertageseinrichtungen der Stadt Bamberg. Diese zeigen insgesamt eine hohe Zufriedenheit, verkündet die Stadt in einer Pressemitteilung.

Elternbefragung in Bamberger Kitas: Das sind die Ergebnisse 

Laut Stadt Bamberg nahmen in diesem Jahr 1644 Familien an der Befragung teil. Mehr als 85 Prozent hätten der Einrichtung, die ihr Kind besucht, die Gesamtnote "sehr gut" oder "gut" gegeben. Eine besonders hohe Zufriedenheit gebe es mit den pädagogischen Angeboten in den Bereichen Sport und Bewegung, Kunst sowie mit Angeboten an Festen und Feiern.

Etwas weniger zufrieden seien die Eltern in den Bereichen Naturwissenschaften und Digitalisierung. Dies zeige sich über alle Einrichtungsarten – Krippen, Kindergärten und Horte – hinweg. Mit Alltagssituationen wie Bring- und Abholsituation, Eingewöhnung oder Hausaufgabenbetreuung seien die meisten Eltern zufrieden. Die Zahl der Unzufriedenen liege im Durchschnitt bei weniger als 15 Prozent. Bei der Hausaufgabenbetreuung finde sich das größte Potenzial zur Verbesserung.

Insgesamt weniger zufrieden seien die Eltern mit der "Ausgewogenheit des Speiseplans und dem Geschmack des Essens". Die anonymen, offenen Antworten im Bereich Essen seien vielfältig. So äußern die Eltern Wünsche nach mehr vegetarischen Essensangeboten, aber auch der Wechsel der Anbieter werde gewünscht, heißt es.

Neun von zehn Familien erhielten Betreuungsplatz zum gewünschten Zeitpunkt

Die Eltern seien auch gefragt worden, ob sie den Betreuungsplatz zum gewünschten Zeitpunkt erhalten haben. Im Schnitt habe dies auf neun von zehn Familien zugetroffen, die restlichen zehn Prozent hätten den Platz früher oder später als gewünscht erhalten, erläutert die Stadt Bamberg in der Mitteilung.

Die durchschnittliche Wartezeit über den Wunschtermin hinaus habe bei neun Monaten gelegen. Eltern, die Ihr Kind gerne später in eine Einrichtung gegeben hätten, gaben laut Stadt an, dass sie im Schnitt fünf Monate zu früh einen Platz bekommen haben.

Die Gründe für die Wahl der Einrichtung seien für die Eltern die Nähe zum Wohnort, dass Geschwister bereits in dieser Einrichtung angemeldet sind, insbesondere in den Kinderkrippen, aber oftmals auch die einzige Zusage für einen Platz. In den "Netz für Kinder-Einrichtungen" überzeuge die Eltern mit großem Abstand das Konzept der Einrichtung.

"Grundsätzliche Zufriedenheit hoch" - Stadt sieht dennoch "Raum für Verbesserungen"

"Die 53 Kindertageseinrichtungen haben bereits vor den Sommerferien ihre einrichtungsspezifische Auswertung erhalten und damit eine wichtige Grundlage für die interne Qualitätssicherung", heißt es in der Mitteilung. Ein Gesamtbericht fasst die Ergebnisse aller Einrichtungen zusammen und steht auf der Homepage der Stadt Bamberg zum Download zur Verfügung (www.stadt.bamberg.de/elternbefragung). 

"Die Ergebnisse der Elternbefragung 2023 in Bamberg zeigen uns, dass die grundsätzliche Zufriedenheit mit den Kinderbetreuungseinrichtungen hoch ist", wird der Zweite Bürgermeister und Sozialreferent Jonas Glüsenkamp zitiert. "Wir schätzen das Vertrauen, das die Eltern in die Arbeit der Träger unserer Betreuungseinrichtungen setzen. Dennoch erkennen wir auch, dass es immer Raum für Verbesserungen gibt", so Glüsenkamp. Seine Ankündigung: "Die Stadt wird weiter am Ausbau der Betreuungsplätze arbeiten." 

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