In den Morgenstunden des Dienstags (19. Februar 2019) wurde im oberfränkischen Bamberg ein Geldautomat im Vorraum einer Bankfiliale gesprengt. Unbekannte sprengten den Automaten am Troppauplatz, nahe der Feldkirchenstraße.

Mehrere 10.000 Euro erbeutet

Das C und das Z des Commerzbank-Schriftzuges liegen zwischen Glasscherben und Eisentrümmern auf der Hinterseite des Troppauplatzes. Die Wucht der Explosion hat die Buchstaben aus der Halterung herausgeschleudert und die dicke Schaufensterscheibe bersten lassen. Drinnen im Servicepoint der Bank ist vom Geldautomaten nur noch ein Gerippe übrig. Die kleinen 10- und 20-Euroscheine haben die Täter liegenlassen, ein ganzes Bündel Zehner klemmt noch im Ausziehfach. Die großen Scheine haben die Unbekannten mitgenommen.

"Wir äußern uns nicht zu genauen Beutesummen, der Wert liegt bei mehreren 10.000 Euro", sagt Heiko Mettke, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Die Ermittler der Kriminalpolizei gehen fest davon aus, es mit professionellen Panzerknackern zu tun zu haben - die Handschrift ist eindeutig. "Wir gehen von Bandenkriminalität aus." Das Vorgehen ist laut Mettke überaus professionell gewesen: Die Täter betraten durch die rund um die Uhr geöffnete Tür den Servicepoint und leiteten Gasgemisch in den Geldautomaten - das sie dann zur Explosion brachten.

Anwohner bemerkten Knall

Gegen 3.50 Uhr hörten Anwohner den lauten Knall. Über Notruf berichteten sie der Polizei von zwei Personen, die mit einem weißen, beziehungsweise silberneren Kombi flüchteten, der direkt vor der Bank abgestellt war. Laut ersten Ermittlungen der Kripo könnte es sich um einen Audi gehandelt haben.

Geldautomat gesprengt: Unbekannte flüchten mit Auto Richtung A73

"Wir gehen davon aus, dass die Täter über die Memmelsdorfer Straße in Richtung Autobahn 73 geflüchtet sind", sagt Mettke. Sofort nach der Meldung hatte die Polizei eine Großfahndung ausgelöst - neben Fahrzeugen war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz, suchte aus der Luft nach dem Fluchtfahrzeug. "An der Fahndung nach dem Auto und den bislang unbekannten Tätern beteiligten sich auch Polizeibeamte aus Mittelfranken und der Oberpfalz." Doch vergeblich. Die Täter entkamen. Mittlerweile können sie über alle Berge sein.

Die Fahnder konzentrieren sich nun auf die Ermittlungen - eine heiße Spur gibt es laut Präsidium aber noch nicht. Zeugen haben die Täter als etwa 35 bis 45 Jahre alt und 1,80 bis 1,85 Meter groß beschrieben, zum Tatzeitpunkt waren sie dunkel gekleidet und hatten dunkle Mützen auf. "Sie unterhielten sich auf Rumänisch", berichtet die Polizei. Ein Zeuge war sich sicher, seine Muttersprache erkannt zu haben.

Die Explosion hat in dem Servicepoint laut Polizei einen Sachschaden von rund 30.000 Euro angerichtet. "Bewohner des Bankgebäudes wurden nicht verletzt", sagt Mettke.

 

Fälle wie diese gebe es immer wieder, berichtet der Pressesprecher. Gerade erst hat die Polizei einen Fahndungserfolg gefeiert: Zusammen mit den Kollegen aus der Oberpfalz machten sie Verdächtige dingfest, die für Bankautomatenaufbrüche etwa in Hof verantwortlich sein sollen. "Die aber haben mechanisch aufgebrochen, hier wurde Gas verwendet." Die Handschrift sei eine andere.

Ähnlicher Fall in Schlüsselfeld Die Kriminalpolizei prüft Zusammenhänge mit einem Schlüsselfelder Fall: Hier hatten Unbekannte im vergangenen Juli einen Geldautomaten mit Sprengstoff geöffnet. Verdächtige hat die Polizei bisher nicht gefasst.

 

 

Wann können Kunden wieder Geld abheben?

Wann die Bankkunden am Troppauplatz wieder Geld abheben können, ist noch unklar: "Wir können heute leider noch kein Lieferdatum für die neuen Geräte mitteilen", erklärt Commerzbank-Sprecher Peter Tiefenbach. "Unser Ziel ist es, die neuen Geräte schnellstmöglich aufzustellen." Bis dahin werden Kunden in der Luitpoldstraße fündig. "Kostenlose Bargeldversorgung ist auch über die Cash Group Banken Deutschen Bank, Postbank und HypoVereinsbank möglich."

Die Kriminalbeamten bitten unter der Telefonnummer 0951/9129-491 um Hinweise.

 

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