Mit respektlosen Reimen profilierte sich die Combo. So lästern die Musikkabarettisten über die Brache im Zentrum der Domstadt ab, die Passanten nach dem Abzug des Weihnachtsmarktes wieder kalte Schauer über den Rücken jagt. Und nehmen Bambergs Kultkerwa ins Visier: "Spuren im Sand" nennt sich ein Song, der den Hinterlassenschaften eines Feiernden bis zur Quelle folgt: "Sie führten mich zu Dir in einer Lache von Bier." - Ausgerechnet im Advent melden sich Herrnleben und Band mit "Bamberg basst scho!" im Ahörnla zurück, um ein Programm zu bieten, das ganz und gar nicht feierlich ist. Wobei ihr Comeback an zwei Abenden über die Bühne geht.

"Klein und kuschlig"

"Hannes, unser Bandleader, liegt mit einer Lungenentzündung im Bett. Darum treten wir am 19. Dezember in kleinerer Besetzung mit einem abgespeckten Programm auf, um am 9.



Januar dann unser eigentliches Konzert nachzuholen", sagt Florian Herrnleben als Frontmann der Formation. Neben dem Sänger stehen am 19. Dezember Florian Schilling (Bass, Gitarre, Akkordeon, Tuba) und Christian Wächtler (Gitarre) im Rampenlicht. Zum Nulltarif steigt ihr "kleines, kuschliges Wirtshauskonzert" im Ahörnla.

Was genau erwartet einen also am 19. Dezember ab 20.15 Uhr in der Oberen Sandstraße 24? Ein (abgespecktes) Best-of der "Bamberg basst scho"-Band, die sich ein Jahr lang auf der Bühne rar machte. Als "politische Nummer" servieren Herrnleben & Co. beispielsweise "In the Ghetto". Um bei der fränkischen Version des Elvis-Titels aber keineswegs die "Ghettoisierten" aufs Korn zu nehmen, sondern jene Bamberger, die darüber an exponierter Stelle die Nase rümpfen.

Die Gunda aus dem Schlenkerla

Grönemeyers "Land unter" wird zum Liebeslied "auf die Gunda aus dem Schlenkerla", das bei einem kabarettistischen Streifzug durch die Bierstadt nicht fehlen darf. Als weiteren Titel für alle, die gern zu tief ins Glas schauen, serviert die Band Konzertbesuchern noch "Dann kriech ich halt heim": Ein Bamberger Aufguss des "Griechischen Weins", den uns Udo Jürgens in den 70ern kredenzte. Weit über 8000 Klicks heimste der Spott-Song mittlerweile auf YouTube ein, was die Macher anfangs selbst kaum glauben konnten. Allerdings führt Herrnleben den Erfolg inzwischen darauf zurück, dass mancher Schlagerfan übers Original zu den Bamberger Barden kam. Um dann beispielsweise auch zu erfahren, wie schwierig es ist, im Welterbe sturzbetrunken ein Taxi zu erobern.

Seit 2009 gibt es mittlerweile Herrnlebens "Bamberg bassd scho"-Band, die Herrnlebens Figurenkabarett entsprang.



So wurden viele Songs zunächst für die Skelodas - eine skelettierte "Showband" - geschrieben, in deren Fußstapfen nun Sänger, Gitarristen und Schlagzeuger mit mehr Fleisch auf den Rippen treten. "Aus einer Sandkerwa-Laune heraus wollte ich mit Hannes einmal alle bis dahin entstandenen Titel an einem Abend live spielen", erinnert sich Florian Herrnleben. Und schon bekam das Programm eine Eigendynamik, aus der "Bamberg bassd scho" resultierte.

Über den Kölner Kirchenmusiker Johannes Speckamp fand Herrnleben auch den Gitarristen seiner Band - Helge Treybig. Er wird am 9. Januar ebenfalls wieder zu erleben sein, wenn das große Comeback-Konzert im Gewölbekeller des Ahörnla steigt. Als Special Guest ist die Geigerin und Backgroundsängerin Randi Treybig mit von der Partie.

Aus "neigschpotzt"

Heute gibt's also einen Vorgeschmack und dazu noch Auszüge aus Herrnlebens Solokabarett "neigschpotzt", wie der Bamberger in Aussicht stellt. Wer sich jetzt schon Tickets für den 9. Januar sichern möchte, sollte sich im Netz auf der Figurenkabarett-Homepage umsehen oder sie per Mail über fh@bamberger-kasperl.de ordern.