Die Awo Bamberg schlägt Alarm: Aufgrund einer "massiven Finanzierungslücke" seien die Kitas in Bayern in ihrer Existenz bedroht. "Die Staatsregierung erkennt den Ernst der Lage nicht", kritisiert der Wohlfahrtsverband.
- Bamberg: Awo warnt vor Kita-Schließungen wegen "massiver Finanzierungslücke"
- "Zehnfache wäre notwendig": Staatlicher Sonderabschlag von 90 Millionen Euro nicht ausreichend
- "Nicht nachvollziehbar": Wohlfahrtsverband kritisiert bayerische Staatsregierung
Die Träger der Kinder- und Jugendarbeit in Bayern seien von einer "massiven Finanzierungslücke" und somit in ihrer Existenz bedroht. Dies berichtet die Bamberger Awo in einer Pressemitteilung. Im August dieses Jahres sprach der AWO-Bezirksverband Ober- und Mittelfranken diese "Problematik" ebenfalls an. Im November 2023 solle nun ein staatlicher Sonderabschlag in Höhe von rund 90 Millionen Euro erfolgen. "Die Summe ist ein Tropfen auf den heißen Stein, das Zehnfache wäre notwendig, um Kitas in Bayern vor der Schließung zu retten", heißt es vonseiten der AWO. Die "Staatsregierung erkennt Ernst der Lage nicht", ärgert man sich hier.
"Enorme Belastung": Awo Bamberg schlägt Alarm - und kritisiert Söder-Regierung scharf
Grund für die Finanzierungslücke seien die "durch die gewerkschaftlich erwirkten Tariferhöhungen gestiegenen Personalkosten, die in die Förderung des Freistaats Bayern nicht einbezogen wurden", heißt es. Der angekündigte Sonderabschlag zum Ausgleich dieser gestiegenen Kosten sei "viel zu gering".
Alle Kinderpfleger und Erzieher erhalten demnach seit dem 1. Januar 2023 eine monatliche Zulage in Höhe von 130 Euro, Sozialarbeiter 180 Euro. "Hinzu kommen die Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3000 Euro sowie zwei bezahlte Regenerationstage im Jahr", heißt es weiter. Ab dem 1. März 2024 gelte dann die tabellenwirksame Gehaltserhöhung mit einem Sockelbetrag von 200 Euro plus 5,5 Prozent (Mindestbetrag 340,00 Euro). "Die Träger müssen derzeit bei den Personalkosten deutlich in Vorleistung gehen. Dies stellt eine enorme Belastung dar", so die Awo in der Mitteilung.
Allein beim Awo-Kreisverband Bamberg Stadt und Land e.V. sei durch die Tarifsteigerung und den Inflationsausgleich eine Finanzierungslücke von über 1,22 Millionen Euro entstanden. Diese Zahl beziehe sich auf insgesamt 14 Einrichtungen (Häuser für Kinder und Horte) der AWO Bamberg. "Rechnet man diese Summe herunter, wären für jede Einrichtung zusätzlich 87.143 Euro nötig, um die Finanzierungslücke auszugleichen", resümiert der Wohlfahrtsverband.
"Statt 90 wären 900 Millionen Euro angemessen": Awo äußert sich zu Finanzierungsproblemen
Gemäß einer statistischen Auswertung des Staatsministeriums für Familien aus dem Jahr 2022 gebe es in Bayern 10.531 Kindertageseinrichtungen, heißt es weiter. Bliebe es bei den 90 Millionen Euro, würden pro Einrichtung 8.546 Euro zur Verfügung stehen. Das hieße, die geplante Sonderzahlung decke lediglich zehn Prozent der tatsächlichen Kosten ab. "Statt 90 Millionen wären 900 Millionen Euro angemessen."
"Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Staatsregierung trotz des seit April 2023 bekannten Tarifabschlusses so zögerlich agiert und sich auf die Vorfinanzierung der Träger verlässt. Der nun angekündigte Sonderabschlag kommt viel zu spät und reicht nicht aus", wird Matthias Kirsch, Geschäftsführer des Awo-Kreisverbands Bamberg Stadt und Land e.V., zitiert.
völlig unstrittig, dass "der Staat" also WIR (wieder mehr) Verantwortung übernehmen muss für Kitas, Schulen, Krankenhäuser etc. damit das nicht völlig eskaliert
Also zuerst mal den Wasserkopf abbauen!!! 
allerdings sollte bei diesen "Wohlfahrtsverbänden" man gründlich ausgemistet werden. Die leisten sich Verwaltungsorgane und Immobilienobjekte wie so mancher Industriekonzern nicht