• Bamberg: Farbanschlag auf Büro von AfD-Landtagsabgeordneten Jan Schiffers
  • Unbekannte beschmieren Eingangstür und Fenster mit roter Farbe
  • "Weiß man, aus welcher Ecke das kommt": Politiker sieht wegen Sticker am Briefkasten Verdacht bestätigt
  • "Eher ruhiger als sonst": Schiffers spricht von weniger Anfeindungen im Bundestagswahlkampf 

Das Büro des Bamberger Landtagsabgeordneten Jan Schiffers (AfD) wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag (20. September 2021) von Unbekannten mit Farbe beschmiert. Die Kripo Bamberg hat sich mit dem Kommissariat für Staatsschutzdelikte eingeschaltet und sucht nun nach Zeugen, wie es in einer Mitteilung heißt. Schiffers selbst erzählt gegenüber inFranken.de, er habe bisher einen Bundestagswahlkampf erlebt, der eigentlich "eher ruhiger als sonst" sei. 

Bamberg: Farbanschlag auf AfD-Abgeordnetenbüro - Kripo sucht nach Zeugen 

Auf Facebook schreibt der AfD-Landtagsabgeordnete aus Bamberg, sein Abgeordnetenbüro in der Schützenstraße sei "erneut Ziel eines Farbanschlags" geworden. Schiffers bezeichnet die Beschmierung als "weitere feige, antidemokratische Attacke". Nach bisherigen Erkenntnissen, so das Polizeipräsidium Oberfranken, "brachten die Täter, gegen 2 Uhr nachts, rote Farbe, sowohl an den Fenstern, als auch der Eingangstür des Büros in der Schützenstraße an". 

Auch die Hauswand besprühten die Unbekannten, wie online veröffentlichte Fotos von Schiffers zeigen. Mit schwarzer Farbe sprühten die Täter den Spruch "Nie wieder 1933" auf die Steine. Der Sachschaden liegt laut Polizei bei einem geschätzten vierstelligen Eurobetrag. 

Die Kriminalpolizei Bamberg bittet Zeugen, die "zu besagter Zeit im Bereich der Schützenstraße verdächtige Wahrnehmungen gemacht oder die Schmiererei beobachtet haben", sich unter der Telefonnummer 0951/9129-491 bei der Kripo zu melden. 

Bamberger AfD-Politiker Schiffers: Wahlkampf 2021 "eher ruhiger als sonst"

Schiffers selbst macht den aus seiner Sicht problematischen "Linksextremismus in Bamberg" für die Attacke verantwortlich. Gegenüber inFranken.de begründet der AfD-Politiker das mit einem Sticker, den offenbar ebenfalls die Unbekannten an seinem Briefkasten hinterlassen hatten. "Darauf ist zu lesen: Lebe jeden Tag so, als ob die AfD etwas dagegen hätte", sagt Schiffers. Dies sei, so seine Beobachtung, "ein typischer Spruch, den verschiedene Initiativen der linksextremen Szene" benutzten. 

Zuvor sei sein Büro schon einmal mit Farbe besprüht worden. Weitere Angriffe habe es bisher nicht gegeben, gelegentlich habe er Flugblätter im Briefkasten, ab und an "rotzen Leute gegen die Scheibe", sagt der 44-Jährige. "Ich bin ein konsensorientierter und dialogbereiter Mensch", beschreibt sich Schiffers selbst. Das hätten in der Region "mittlerweile die meisten Leute mitbekommen". Der Wahlkampf als AfD-Politiker sei dieses Jahr sogar "eher ruhiger als sonst", er erlebe weniger Anfeindungen.

Laut einem Porträt in der Bayerischen Staatszeitung von 2020  gehört Schiffers selbst nicht zu den ultrarechten Hardlinern der AfD. So wolle der Bamberger etwa nicht mit dem Chef des als extremistisch eingestuften Thüringer Landesverbands, Björn Höcke, gemeinsam auftreten, schätze zugleich aber "die Vielfalt der Partei".

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