Die Erinnerungen an den Großbrand im Juni 2011sind bei allen Rettungskräften noch frisch. Damals vernichtete ein nächtliches Feuer Produktionsanlagen des Bitumenwerks an der Geisfelder Straße und richtete einen Schaden von mehr als 15 Millionen Euro an.

Entsprechend sensibilisiert seien alle gewesen, als am Mittwoch gegen 0.30 Uhr die Rettungsleitstelle Alarm schlug und "Brand Industriehalle" meldete, berichtet Stadtbrandrat Matthias Moyano. Ein Mitarbeiter des Unternehmens hatte die Leitstelle angerufen, weil er Rauchbildung wahrgenommen hatte.

Fast 100 Mann von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Polizei waren laut Moyano schließlich vor Ort, mussten aber kaum tätig werden. Was rauchte, sei dampfendes Bitumen gewesen, das aus einem kleinen Leck in einem Rohr ausgetreten war. Kräfte der Feuerwehr hätten die Umgebung des Lecks untersucht und Einhausungen geöffnet, um mögliche Glutnester zu finden. An einer Stelle, wo sich 200 Grad heißes Bitumen unkontrolliert mit Mineralwolle verbunden habe, hätte nach Einschätzung des Stadtbrandrats tatsächlich ein Feuer entstehen können. "Lieber so, als wenn man dringend Leute benötigt und auf sie warten muss", lautet Moyanos Fazit.

Entscheidend dafür, wie viele Einsatzkräfte in Marsch gesetzt werden, ist nach seinen Worten stets das "Meldebild" des Alarms. Und das habe im konkreten Fall Schlimmes befürchten lassen.

Bereits um 19.30 Uhr am Dienstag war die FFW Bamberg auf das Vedag-Gelände gerufen worden. Es handelte sich laut Moyano aber um einen "Täuschungsalaram" an anderer Stelle des Werks. Dieser sei möglicherweise durch die extremen Temperaturen ausgelöst worden.