Ulrich Bauer-Bornemann sucht den Dübel, der die barocke Marienstatue auf ihrem Sockel festgehalten hat, doch der ist nirgends zu finden. "Wir werden doch noch auf die Insel hinunter müssen und ihn suchen."

Der Steinrestaurator und seine Mitarbeiter haben am Montag die Marienfigur geborgen, die am Freitag von der Kreuzigungsgruppe auf der Oberen Brücke abgebrochen ist. Die 300 Jahre alte Plastik aus Schilfsandstein war bei Gewitter von einem herabfallenden Ast getroffen und vom Sockel gestoßen worden. Dabei brach der Kopf ab. Zusammen mit dem Torso lag er hinter dem Absperrgitter.


"Tausende von Euro"

Der Schaden an der Originalfigur aus der Werkstatt des Bildhauers Gollwitzer ist immens. Der Sockel ist völlig zersplittert; an der Figur sind vorstehende Kanten abgeschlagen worden. Es seien "Hunderte von Einzelstücken", die wie ein Puzzle zusammengesetzt werden müssen, sagt Bauer-Bornemann. Die Kosten sind derzeit nicht abschätzbar. Es werden aber "Tausende von Euro" sein. Der Restaurator ist ja schon froh, dass der Kopf der Figur noch da ist. Trotz der 30 Kilogramm, die dieser wiegt, hätte er ohne weiteres gestohlen werden können. Jetzt ist er aber in Sicherheit und harrt zusammen mit dem Torso in der Werkstatt der Bestandsaufnahme. Die Kreuzigungsgruppe wird laut Bauer-Bornemann regelmäßig auf Standfestigkeit überprüft. Die nächste Kontrolle war schon terminiert; das Gewitter und der abbrechende Ast kamen ihr zuvor.

Große Bäume in der Stadt, die normalerweise das Auge erfreuen, dürften von manchem Bürger jetzt vielleicht mit Skepsis betrachtet werden. Hinter der Kreuzigungsgruppe steht auf der Regnitzinsel noch der wild gewachsene Ahornbaum, dessen abgebrochener Ast so viel Schaden angerichtet hat. Stürzt er vielleicht schon beim nächsten Sturm? Fällt er dann auf das hoch aufragende Kreuz, wirft es auf den Gehweg und bringt Menschen in Gefahr? Hier wird das Wasserwirtschaftsamt schnell handeln müssen.