Noch einmal angehoben wurde vom Landkreis in diesem Jahr die Förderung für Freizeiten von Jugendgruppen. Betrug der Fördersatz im vergangenen Jahr noch 2,95 Euro pro Tag und Teilnehmer/in, liegt er heuer bei 3,10 Euro. Und zwar unabhängig davon, ob die Reise nun zum Zeltplatz Waischenfeld führt oder nach Medulin in Kroatien oder wieder einmal nach Nairobi, wohin es die Tischtennis-Jugend im BTTV-Kreisverband Bamberg seit einigen Jahren zieht. 530 Euro gab es für diese 19-Tages-Fahrt mit ihren fünf Teilnehmern und einem Betreuer. Höchster Einzelposten ist übrigens der siebentägige Ausflug der 58 Trosdorfer Ministranten nach Schweisdorf für 1714 Euro und 30 Cent. Ínsgesamt wurden 118 (Vorjahr 110) Projekte mit 39 500 gefördert.
Bezuschusst wird aber auch in diesem Jahr wieder der Bau von Jugendheimen und die Schaffung von Jugendräumen.
Für die fünf Projekte gibt es insgesamt 5500 Euro, wobei das Jugendzentrum Buttenheim mit 2000 Euro den größten Anteil erhält. 1500 Euro gibt es für das Gemeindehaus der Evang. Pfarrei Hallstadt, 1000 Euro für die Fluchtwege und Fenster im Jugendheim Burglesau sowie jeweils 500 für den Jugendraum in Kalteneggolsfeld und das neue Vereinsheim des Musikvereins Stadelhofen(Abfinanzierung).

Mehr Sozialarbeit

Noch einmal ausgeweitet wird die Jugendsozialarbeit an den Schulen des Landkreises. Stattgegeben wurde Anträgen der Mittelschulen Burgebrach und Schlüsselfeld auf die Schaffung von "kleinen Filialen des Jugendamtes", wie der Jugendhilfe-Planer des Landkreises, Mario Davids, sich ausdrückte. In Burgebrach wird eine Dreiviertel-Stelle mit einem Sozialpädagogen besetzt, in Schlüsselfeld eine halbe Stelle. Geändert wurde die Stellenaufteilung für Hirschaid und Strullendorf. Somit gibt es in Hirschaid jetzt 1,5 Stellen, in Strullendorf einen halben Sozialpädagogen.
Als "erfreulich" bezeichnete es Kreisrat Carsten Joneitis (SPD), dass inzwischen nahezu alle Mittelschulen im Landkreis über einen Sozialarbeiter verfügten. "Viele Schüler haben Probleme, da tut ein Ansprechpartner für alle Sorgen gut". Deshalb solle man auch über solche Einrichtungen an Grundschulen nachdenken.
Kritisiert wurde von Kreisrat Siegfried Stengel (CSU) das Gebaren des Staates, der immer neue Projekte in die Welt setze und sich dann zurück ziehe. Der Freistaat solle die Kosten nicht auf die Kommunen abwälzen, hieß es bei der CSU. Zwei Kreisräte stimmten deshalb gegen die Stellenschaffung.

Stützpunkte für Familien

Einstimmig befürwortet wurde indes die Anhebung der Förderung des Landkreises für zehn Familienstützpunkte in den 36 Gemeinden von 20 000 auf 50 000 Euro. Die Ausgaben dafür bezifferte Davids auf etwa 80 000 Euro, 30 000 Euro kommen vom Freistaat. Familienstützpunkte verstehen sich als unkomplizierte Anlaufstellen und Partner für Eltern vor Ort mit Kursen und Angeboten zur Stärkung der Erziehungskompetenz.

Ausgaben im Rahmen

Auf etwa 10,9 Millionen Euro werden sich in diesem Jahr die Ausgaben des Kreisjugendamtes belaufen. Damit bewegen sie sich laut Fachbereichsleiter Jugend und Familie, Hans-Jürgen Tytyk, im Rahmen der Budget-Vorgaben. Die Einnahmen beziffern sich auf voraussichtlich 1,77 Millionen Euro. Eine genaue Bilanz könne man aber erst Mitte des nächsten Jahres ziehen, wenn alle Belege vorlägen.
Für das kommende Jahr werde der Fachbereich - das frühere Kreisjugendamt - die Schaffung von rechnerisch 1,5 neuen Stellen beantragen. Verantwortlich dafür sei zum Beispiel der höhere Aufwand bei der Aufsicht über die stark gestiegene Zahl von Kindertagesstätten. Außerdem sei eine bisher vom Staat finanzierte Sozialpädagogin in den Ruhestand getreten, deren Nachfolgerin jetzt vom Landkreis finanziert werden müsse.