"Eure Entscheidung verdient großes Lob", sagte Bürgermeister Siegfried Erhard (CSU). Die Freiwillige Feuerwehr Rottershausen hat zugesagt, die Beschaffung zweier neuer Fahrzeuge mit bis zu 10 000 Euro aus der Vereinskasse zu unterstützen, darauf einigten sich die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung. Im Bestand bleibt ein VW-Bus, den die Wehr einst selbst kaufte und bis auf die Versicherung, die die Gemeinde zahlt, alle Unkosten trägt. In einigen Wochen wird bereits ein Mannschaftstransportwagen (MTW) geliefert, während über den Kauf eines Mittleren Löschfahrzeuges noch die Einzelheiten abzuklären sind.

Jahrzehnte auf dem Buckel

Die momentan vorhandenen Autos haben Jahrzehnte auf dem Buckel. Deshalb entschied sich der Gemeinderat für Neufahrzeuge und stellte im Haushalt die nötigen Mittel ein. Um eine möglichst hohe Förderung zu erreichen, musste eine weitere Kommune, die den gleichen Fahrzeugtyp erwerben will, gefunden werden. Für den MTW ergab sich mit Nüdlingen eine Lösung. Der MTW wird voraussichtlich im April angeliefert und ersetzt den bisherigen Ford Transit.
Mit dem MTW können bis zu neun Personen transportiert werden. Er kostet rund 50 000 Euro. "Unser bisheriges Löschfahrzeug entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Ersatzteile gibt es nicht mehr", sagte Vorsitzender Dieter Werner. "Wir haben vor allem auch die Führerscheinfrage einbezogen. Es kommt nur ein Auto bis zu 7,5 Tonnen Gesamtgewicht in Frage, für das möglichst viele Aktive die nötige Fahrerlaubnis besitzen bzw. als Feuerwehrführerschein erwerben können", sagte Werner.

Leichter als ein Lkw

Kommandant Alexander Herrlein berichtete von einer Informationsfahrt, die er mit einigen Aktiven nach Erbach bei Ulm unternommen hatte. "Dort ließen wir uns ein sogenanntes Mittleres Löschfahrzeug (MLF) vorstellen, nicht als Lkw-Ausführung, sondern in Sprinterart als Iveco daily. Dieses Auto ist leichter als ein Lkw und lässt eine umfangreiche Beladung zu, ohne die 7,5-Tonnen-Begrenzung zu gefährden", sagte er. "Wir haben alle Details betrachtet. Das MLF eignet sich für uns, auch wenn es äußerlich den Eindruck eines Sprinters macht. Bei einem Lkw könnten wir nur wenig an Geräteschaften zuladen."

Dreimal alarmiert

Der Bürgermeister schloss sich dieser Beurteilung an: "Wir wollen den Brandschutz garantieren und die Wehren möglichst optimal ausrüsten. Dabei müssen wir Finanzkraft und Einsatzumfang abwägen. Noch suchen wir eine Partnergemeinde, um höchstmögliche Förderung zu erzielen. Die endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat in Abstimmung mit Kreisbrandrat Benno Metz."
Ein MLF in dieser "kleineren" Ausführung sei um etwa 35 000 Euro günstiger als ein Lkw. Der Etat sehe 200 000 Euro vor.
"Hinter uns liegt ein ruhiges Jahr mit vor allem nur wenigen Einsätzen", berichtete 1. Kommandant Alexander Herrlein und lobte, dass die Übungsbeteiligung zugenommen habe.
Herrlein schilderte die Dienste der Aktiven: "Dreimal wurden wir in 2012 alarmiert: Zu einem Unfall an der Kreuzung der früheren B 19 mit der Kreisstraße Eltingshausen/Rottershausen, wo wir mit 15 Kräften Absicherung und Verkehrsregelung übernahmen. Dazu kamen zwei Rufe zu Waldbränden, die beim Eintreffen bereits gelöscht waren."
Bastian Werner absolvierte an der Feuerwehrschule Würzburg einen Lehrgang zum stellvertretenden Kommandanten. Dominik Bühner und Pascal Hemberger erwarben die Qualifikation als Atemschutzträger. 22 Aktive unterzogen sich der Leistungsprüfung.
Von der Jugendgruppe unter Markus Schmitt schlossen Max Lenzer, Daniel Seufert, Markus Seufert, Tobias Seufert, Georg Walter, Marius Will, Benedikt Will, Nico Wilm und Robin Wilm die Ausbildung zum Truppmann ab und wechseln nach Erreichen des 18. Lebensjahrs zu den Aktiven. Jetzt wird es gelten, eine neue Jugendgruppe aufzubauen.
Dieter Werner befasste sich mit den Vorhaben des Feuerwehrvereins, der 223 Mitglieder zählt und immer wieder viele Helfer für eigene und örtliche Vorhaben wie Flursäuberung, Kirchweih und Fasching stellte.