Barockmusik für Sopransaxophon und Akkordeon? Ein bisschen erstaunlich ist das schon. Denn das Saxophon hat der Belgier Adolphe Sax 1846 patentieren lassen - da war Johann Sebastian Bach schon 96 Jahre tot. Die Entwicklung des Akkordeons in seinen unterschiedlichen Ausprägungen nahm um 1820 Fahrt auf. Ein einfacher Grund, warum es so wenig Originalliteratur für diese Besetzung gibt, denn auch in späteren Zeiten haben die Komponisten eher einen Bogen um die beiden Instrumente gemacht.

Wer also ein Konzertprogramm ausreichend bestücken will, muss zu allererst auf Bearbeitungen zurückgreifen. Das mag für manchen ärgerlich sein, aber es ist auch eine Riesenchance. Denn hier kann man eine höchst attraktive Nische bedienen, wie jetzt die erste Matinée classique des Winterzaubers, die Konzertreihe für junge Künstler am Beginn ihrer Karriere, gezeigt hat, zu der Thomas Friedrich das "Duo Zungenwind" eingeladen hatte.

Die Saxophonistin Christina Bernard und der Akkordeonist Kevin Sauer haben beide an der Musikhochschule Würzburg studiert, wo sie auch ihr Studium abgeschlossen haben beziehungsweise in den letzten Zügen liegen. Und wo sie sich auch kennen gelernt haben: Seit sechs Jahren spielen sie zusammen. Das merkt man.