Das war eine lange Durststrecke! In wenigen Tagen ist es nun endlich soweit: "Zeremony" aus Würzburg, "Bloomer" aus Landshut, "Brew Berrymore" aus Regensburg, "Stand Up Stacy" aus München und "Roadstring Army" aus Ulm dürfen im Landesfinale von local heroes Bayern am 24. Juni in Rottershausen zeigen, was sie draufhaben.

Damit ist das Teilnehmerfeld noch größer als bei der letzten Ausgabe im Jahr 2019. Für die jungen Musiker und Musikerinnen geht es jedoch auch diesmal nicht nur um die sprichwörtliche "Ehre", sondern auch um den Einzug ins local heroes-Bundesfinale und damit um den Titel "Beste Newcomerband Deutschlands".

"Die vergangenen zwei Jahre haben uns wirklich geschafft", sagen Dani Straßner und Nicole Oppelt in einer Pressemitteilung des Veranstalters. Das ehrenamtliche Duo an der Spitze des local heroes Bayern-Teams steckt aktuell in den letzten Vorbereitungen für das anstehende Landesfinale. "Wir freuen uns sehr, dass die meisten Bands aus den ursprünglichen Top 5 diesen Weg mit uns gegangen sind und sich von der angespannten Situation nicht haben unterkriegen lassen. Das jetzige "Quintett" ist absolut großartig." Natürlich sei die Pandemie nicht spurlos an allen Nachwuchsmusikern und Nachwuchsmusikerinnen vorübergegangen. Ein Act hat sich entschlossen zu pausieren, andere konnten ihre Teilnahme nicht mehr verwirklichen. Und so freut sich das Team umso mehr, diesmal tatsächlich mit fünf statt vier Bands ins "Rennen" Richtung Bundesfinale starten zu können. "Unsere fünf Teilnehmer-Bands fiebern dem Termin mit uns entgegen. Wir sind bereit für die Party des Jahres!", so ihr Fazit.

local heroes: Eine große Familie

"Zeremony", "Bloomer", "Brew Berrymore", "Stand Up Stacy" und "Roadstring Army" werden im local heroes Bayern-Landesfinale zwar offiziell als "Newcomerbands" betitelt. Doch der Eindruck täuscht. "Wir haben es hier durchweg mit versierten Künstlern zu tun, die allesamt viel Erfahrung auf der Bühne mitbringen und nicht nur regional Spuren hinterlassen haben", so die Einschätzung von Dani Straßner. Die Liste der absolvierten Auftritte könne sich sehen lassen, ebenso die der Veröffentlichungen - ob Singles oder ganze Alben. Ganz zu schweigen vom außermusikalischen

Engagement einiger Bands. "Corona", so Dani Straßner weiter, "hat in ihnen den künstlerischen und sozialen Kampfgeist geweckt."

Nichtsdestotrotz: Der diesjährige Landesfinal-Termin auf dem "ab geht die Lutzi" ist für alle etwas Besonderes. Erstens findet er abermals im Rahmen eines weit über die Region hinaus bekannten Festivals - dem "ab geht die Lutzi" statt und sorgt damit zusätzlich für eine wohlverdiente Aufmerksamkeit weit über die Heimatregionen der Teilnehmer hinaus. Zweitens - und das ist wohl

der wesentliche Teil - haben laut Pressemitteilung auch die diesjährigen Top 5 schnell festgestellt, dass hinter diesem bundesweit ausgetragenen Contest eine etwas andere Philosophie steckt. "Für uns ist local heroes eine große Familie aus Künstlern, Coaches und Musik Begeisterten", lautet etwa das Urteil von "Roadstring Army". "Ihr seid so nah an euren Bands und so stark im Austausch, wodurch auch wir Kunstschaffenden eine wirkliche Plattform bekommen und uns bestätigt fühlen, Teil von etwas zu sein das allen Beteiligten Freude macht und vor allem Musikfans aus der Heimat im Fokus hat und ihnen was bieten möchte", fassen "Stand Up Stacy" ihre bisher gewonnenen Eindrücke zusammen. Den anderen ergeht es ähnlich.

Netzwerk und Förderung statt bloßer Wettbewerb

Und genau das ist der Punkt. "Der Konkurrenzgedanke spielt bei local heroes Bayern und auch bei local heroes auf nationaler Ebene keine Rolle", erklärt Nicole Oppelt das Konzept. "Der Netzwerkgedanke steht absolut im Vordergrund. Künstlerischer Austausch, das Miteinander - im Idealfall bis weit über das Landes- und Bundesfinale hinaus - das ist es, was dieses Format seit mehr

als 30 Jahren ausmacht."

Dieser Anspruch, an dem Tag für Tag hart gearbeitet werde, habe sich bewährt, so die bayerischen Organisatorinnen. Und das führe auch dazu, dass local heroes ungebrochen hohen Zulauf habe. Immerhin nähmen Jahr für Jahr rund 10.000 Bands am bundesweiten Wettbewerb teil. Teils tun sie das mit nachhaltigem Erfolg. So gehören zu den einstigen Teilnehmern und Teilnehmerinnen Acts wie "Tokio Hotel" oder "Madsen", die bekanntermaßen steile Karrieren hingelegt hätten. Das Landes- und Bundesfinale nur ein Aspekt seien und die Newcomer-Förderung in ihrer ganzen Bandbreite absolute Priorität habe, betont auch Projektleiterin Julia Wartmann immer wieder. Ein Umstand, der auch auf höchsten Ebenen aufhorchen ließ. So wurde die Newcomer-Plattform local heroes für ihr soziales Engagement mit dem Einheitspreis der Bundeszentrale für politische Bildung ausgezeichnet. Für die local heroes-Fotoausstellung "Grenzsaiten", die sich mit der Wiedervereinigung aus musikalischer Perspektive beschäftigt, erhielt der Verein am 2. Oktober 2020 erneut den Einheitspreis.

Zulauf für local heroes Bayern

Doch zurück zum local heroes Landesfinale, dessen Bewerbungsphase nun fast drei Jahre zurückliegt. "Nach der Premiere auf dem "ab geht die Lutzi" bekam local heroes Bayern endlich wieder die Aufmerksamkeit, die es verdient", erinnert sich Nicole Oppelt. "Wir sind dem Team um Christian Stahl und Klaus Schmitt unglaublich dankbar für ihre Unterstützung. Sie tun das mit Herzblut und aus voller Überzeugung. Sie sind daher - genau wie alle anderen Unterstützer - die richtigen Partner für uns." Das Interesse an local heroes Bayern war also wieder geweckt. "Uns erreichte eine stattliche Fülle an Bewerbungen für das Landesfinale, das eigentlich schon 2020 hätte stattfinden sollen", wird Dani Straßner in der Pressemitteilung zitiert. Kein Wunder also, dass das local heroes Bayern-Team zusammen mit dem befreundeten Verein Bamberger Festivals e.V. und dem "Lutzi"-Team "schwierige Entscheidungen" zu treffen hatte. Nach einer ersten Vorauswahl, die sogenannten Top 20, ging es direkt in eine unabhängige Fachjury, die über die Teilnahme in Rottershausen entschied. Die Top 5 wurden "geboren". "Diese Vorgehensweise garantiert höchstmögliche Fairness. Denn anders als bei so manch anderen Wettbewerben, entscheiden hier keine Ticketverkäufe oder sonstige Regeln über Wohl und Wehe, sondern einzig und allein das musikalische Können", so ihr Fazit.

Eine Fachjury entscheidet über Einzug ins Bundesfinale

Allein das Können wird auch im Rahmen des Landesfinales den Ausschlag geben. Anders als noch 2019, entscheidet diesmal allein eine Fachjury über den Einzug ins Bundesfinale. "Wir haben aus der Premiere 2019 gelernt", erklärt Dani Straßner. "Die Fluktuation während der einzelnen Darbietungen ist auf einem Festival selbstverständlich höher als bei einem reinen Landesfinale ohne andere musikalische Angebote." Dieser Umstand widerstrebe jedoch dem Fairness-Gedanken von local heroes Bayern. Für ein profundes Urteil bräuchte es nämlich den Gesamtüberblick über alle

Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Und diesen hätte am Ende eben die Fachjury. Nun ist also "angezählt". "Die vergangenen Wochen waren organisatorisch wirklich anstrengend. Es ist sehr viel Arbeit, die aber auch Spaß macht. Wir lassen auch keine Chance aus, um Aufmerksamkeit für die Bands in den sozialen Netzwerken zu erreichen", sagt Dani Straßner. Es würden Banner gestaltet, Postings erstellt, Interviews geführt - das alles natürlich ehrenamtlich. Dieses Engagement für die gemeinsame Sache tue gut. Und sie zeigt: "Ehrenamt ist das Fundament einer Gesellschaft -

und Musik einer der vielen Keimlinge, die diese mit ein wenig Einsatz zu voller Blüte bringen kann."