Netzwerk und Förderung statt bloßer Wettbewerb
Und genau das ist der Punkt. "Der Konkurrenzgedanke spielt bei local heroes Bayern und auch bei local heroes auf nationaler Ebene keine Rolle", erklärt Nicole Oppelt das Konzept. "Der Netzwerkgedanke steht absolut im Vordergrund. Künstlerischer Austausch, das Miteinander - im Idealfall bis weit über das Landes- und Bundesfinale hinaus - das ist es, was dieses Format seit mehr
als 30 Jahren ausmacht."
Dieser Anspruch, an dem Tag für Tag hart gearbeitet werde, habe sich bewährt, so die bayerischen Organisatorinnen. Und das führe auch dazu, dass local heroes ungebrochen hohen Zulauf habe. Immerhin nähmen Jahr für Jahr rund 10.000 Bands am bundesweiten Wettbewerb teil. Teils tun sie das mit nachhaltigem Erfolg. So gehören zu den einstigen Teilnehmern und Teilnehmerinnen Acts wie "Tokio Hotel" oder "Madsen", die bekanntermaßen steile Karrieren hingelegt hätten. Das Landes- und Bundesfinale nur ein Aspekt seien und die Newcomer-Förderung in ihrer ganzen Bandbreite absolute Priorität habe, betont auch Projektleiterin Julia Wartmann immer wieder. Ein Umstand, der auch auf höchsten Ebenen aufhorchen ließ. So wurde die Newcomer-Plattform local heroes für ihr soziales Engagement mit dem Einheitspreis der Bundeszentrale für politische Bildung ausgezeichnet. Für die local heroes-Fotoausstellung "Grenzsaiten", die sich mit der Wiedervereinigung aus musikalischer Perspektive beschäftigt, erhielt der Verein am 2. Oktober 2020 erneut den Einheitspreis.
Zulauf für local heroes Bayern
Doch zurück zum local heroes Landesfinale, dessen Bewerbungsphase nun fast drei Jahre zurückliegt. "Nach der Premiere auf dem "ab geht die Lutzi" bekam local heroes Bayern endlich wieder die Aufmerksamkeit, die es verdient", erinnert sich Nicole Oppelt. "Wir sind dem Team um Christian Stahl und Klaus Schmitt unglaublich dankbar für ihre Unterstützung. Sie tun das mit Herzblut und aus voller Überzeugung. Sie sind daher - genau wie alle anderen Unterstützer - die richtigen Partner für uns." Das Interesse an local heroes Bayern war also wieder geweckt. "Uns erreichte eine stattliche Fülle an Bewerbungen für das Landesfinale, das eigentlich schon 2020 hätte stattfinden sollen", wird Dani Straßner in der Pressemitteilung zitiert. Kein Wunder also, dass das local heroes Bayern-Team zusammen mit dem befreundeten Verein Bamberger Festivals e.V. und dem "Lutzi"-Team "schwierige Entscheidungen" zu treffen hatte. Nach einer ersten Vorauswahl, die sogenannten Top 20, ging es direkt in eine unabhängige Fachjury, die über die Teilnahme in Rottershausen entschied. Die Top 5 wurden "geboren". "Diese Vorgehensweise garantiert höchstmögliche Fairness. Denn anders als bei so manch anderen Wettbewerben, entscheiden hier keine Ticketverkäufe oder sonstige Regeln über Wohl und Wehe, sondern einzig und allein das musikalische Können", so ihr Fazit.
Eine Fachjury entscheidet über Einzug ins Bundesfinale
Allein das Können wird auch im Rahmen des Landesfinales den Ausschlag geben. Anders als noch 2019, entscheidet diesmal allein eine Fachjury über den Einzug ins Bundesfinale. "Wir haben aus der Premiere 2019 gelernt", erklärt Dani Straßner. "Die Fluktuation während der einzelnen Darbietungen ist auf einem Festival selbstverständlich höher als bei einem reinen Landesfinale ohne andere musikalische Angebote." Dieser Umstand widerstrebe jedoch dem Fairness-Gedanken von local heroes Bayern. Für ein profundes Urteil bräuchte es nämlich den Gesamtüberblick über alle
Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Und diesen hätte am Ende eben die Fachjury. Nun ist also "angezählt". "Die vergangenen Wochen waren organisatorisch wirklich anstrengend. Es ist sehr viel Arbeit, die aber auch Spaß macht. Wir lassen auch keine Chance aus, um Aufmerksamkeit für die Bands in den sozialen Netzwerken zu erreichen", sagt Dani Straßner. Es würden Banner gestaltet, Postings erstellt, Interviews geführt - das alles natürlich ehrenamtlich. Dieses Engagement für die gemeinsame Sache tue gut. Und sie zeigt: "Ehrenamt ist das Fundament einer Gesellschaft -
und Musik einer der vielen Keimlinge, die diese mit ein wenig Einsatz zu voller Blüte bringen kann."