Weltweite Krisen, wie die Corona-Pandemie oder der Ukraine-Krieg, sorgen derzeit für gesellschaftliche und wirtschaftliche Umbrüche . Auch für Bad Kissingen und die ansässigen Betriebe ist es daher wichtig, auf die stetigen Veränderungen einzugehen und diese als Chance zu begreifen. Wie die Zukunft des Wirtschaftsstandortes aussehen kann, wurde in einer Informationsveranstaltung mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen beleuchtet. Darüber informierte jetzt die Staatsbad GmbH in einer Pressemitteilung.

"Viele gesellschaftliche Trends docken an Kissinger Stärken an. Aber wir können sie nicht nutzen, wenn wir nicht die Voraussetzungen erfüllen, die gefordert werden. Dazu gehören authentische und moderne Unterkünfte. Daran gilt es nun gemeinsam zu arbeiten", erklärte Oberbürgermeister Dirk Vogel.

Aus Sicht der Expertinnen und Experten hat Bad Kissingen gute Möglichkeiten, sich ideal am Markt zu positionieren. "Von der Kurstadt zur Care city", lautete das Motto. In diversen Vorträgen wurden die Potenziale von Bad Kissingen herausgearbeitet . Cornelius Obier , Geschäftsführer der Project-M GmbH, einer führenden Strategieberatung für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft, betonte, wie wichtig es sei, dass sich die Betriebe modernisieren und weiterentwickeln. Nicht nur die Branche selbst, sondern auch die Ansprüche der Gäste änderte sich stetig. "Nachhaltigkeit, Authentizität und Regionalität spielen mittlerweile eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Wertesystem. Gerade im Hinblick hierauf bieten sich umfassende Chancen und Potenziale für die Bad Kissinger Betriebe." Die Tendenz hin zu bewussterem Leben harmonierten offenkundig mit den Stärken von Bad Kissingen, so Cornelius Obier.

Ebenso könne die Stadt von neuen Trends profitieren, wie beispielsweise von der Coworkation - also von der Verbindung von Urlaub und Arbeit, was dazu führe, dass man nur noch übergangsweise an einem Ort lebt, wie Zukunftsexperte Dr. Daniel Dettling erklärte. Außerdem ging er auf die Chancen der ambulanten Badekur für Bad Kissingen ein. "Die größten Treiber für deren Zukunft sind vor allem die Megatrends Gesundheit, Neo-Ökologie, Urbanisierung und Globalisierung, Silver Society sowie New-Work und Individualisierung. Gerade diese Vorsorgeleistung, die in Bad Kissingen angeboten wird, passt zu den neuen Bedürfnissen der Gesellschaft", erklärte er.

Auch Resilienz werde in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, und da könne die ambulante Badekur eine entscheidende Rolle spielen. Die Grenzen zwischen einem reinen Gesundheits- zu einem vordergründigen Genussaufenthalt verschwimmen - "Kur" wird zu "Care", sagte Daniel Dettling. Der Standort könne vom wachsenden Bedürfnis nach Sinn, Selbstführung und Selbstwirksamkeit nur profitieren.

Bad Kissingen werde in Zukunft auch weiterhin das Profil als Tourismus-, Kultur- und Gesundheitsstandort und die entsprechenden Angebote in Richtung Auszeit und Erholung schärfen, erklärten in einer erste Podiumsrunde Dirk Vogel, Kurdirektorin Sylvie Thormann sowie Wirtschaftsförderer Sebastian M. Bünner.

Welche Perspektiven sich für Betriebe aus dem Blickwinkel von Fördermöglichkeiten ergeben, war das Kernthema der zweiten Podiumsrunde. Jürgen Metz vom Landratsamt Bad Kissingen startete die Runde mit einem Überblick über verschiedene Förderprogramme. Über das Thema Investitionen bei gewerblichen, regionalwirtschaftlich bedeutsamen Vorhaben im Tourismus klärte Timo Grohnert von der Regierung von Unterfranken, Sachgebiet 20, Wirtschaftsförderung, auf. Cordula Kuhlmann vom Landratsamt Bad Kissingen informierte über die Leader-Förderung, die ein Baustein von Regionalentwicklung und Regionalmanagement darstelle. Martina Licht, Leiterin Firmenkunden der Sparkasse Bad Kissingen, stellte Programme vor, die dann im Einzelfall individuell abgestimmt werden müssen.

Über Unternehmens- und Betriebsnachfolge sprach Sonja Weigel von der IHK Würzburg . "Der Fachkräftemangel zeigt sich auch im Bereich Unternehmensnachfolge, was in den kommenden zehn Jahren auch viele Bad Kissinger Betriebe betreffen könnte. Diesen Nachfolgeproblemen gilt es frühzeitig entgegenzuwirken, wofür wir von der IHK Unterstützung anbieten".

Den Abschluss bildete ein Marktplatz der Entwicklungs- und Fördermöglichkeiten, bei dem man mit den Expertinnen und Experten ins Gespräch kommen konnte.