Sich austoben nach Herzenslust, an einzelnen Stationen Geschicklichkeit und Mut beweisen und in Gruppen sich gegenseitig helfen und stützen - das durften rund 50 Kinder in zwei Gruppen beim Erlebnisturnen des TSV Ebenhausen in der Turnhalle. Dieses Projekt war gleichzeitig ein idealer Beitrag, die Integration von Asylbewerbern, die in Ebenhausen wohnen, zu erleichtern und zu fördern.
Einmal im Monat bietet der Verein in Zusammenarbeit mit Schule und Asylkreis diesen Sporttag an. Dazu leistet Helmut Diener, Landesfachwart für Kinderturnen im Bayerischen Turnerbund BTV und seit Jahren in Ebenhausen ansässig einen wesentlichen Beitrag. "Wenn ich schon hier wohne, ist es doch selbstverständlich mitzumachen", betont der einstige Sportreferent an der Uni Würzburg. Er stellt nicht nur seinen Fundus an Sportgeräten zur Verfügung, die er vielfach selbst entwickelt und in seiner Garage deponiert hat, sondern ist sowohl beim Auf- und Abbau als auch bei Sportstunde selbst dabei. "Die Grippe hat mich zwar ganz schön erwischt, aber ich schaffe das schon", unterstreicht er trotz sichtlicher gesundheitlicher Probleme sein Engagement für den Sport.
Ihm zur Seite stehen Helfer vom TSV wie die Gymnastik-Abteilungsleiterin Christine Federlein mit ihrem Sohn Leon und Kassier Thomas Mehn, Sportlehrer an einem Schweinfurter Gymnasium. Zusammen mit weiteren Kräften achten sie darauf, dass die vorgegebenen Sicherheitsregeln eingehalten werden.
"Schon beim Aufbau müssen Verschraubungen, Knoten, Halterungen und sonstige Befestigungen stimmen, Bodenmatten exakt liegen, um kein Risiko einzugehen", erläutert Mehn und lobt, dass sich Schule und Eltern von der Asylunterkunft beim Auf- und Abbau einbinden. Nahezu alle vorhandenen Geräte wie Reck, Kletterstangen, Kletterseile, Ringe, Pferd, Balken, Kasten, Bock, Sprungbrett und Trampolin sind integriert in eine tolle Bewegungsvielfalt.


Gut sortierte Gerätelandschaft

Neu beschafft ist eine lange Airtrac-Matte, zu deren Kosten von 4000 Euro der Deutsche Olympische Sportbund DOSB eine Förderung gewährt hat, nachdem der TSV Ebenhausen als Stützpunktverein anerkannt wurde.
Die Halle verfügt über eine Gerätelandschaft, in der die einzelnen Elemente bestens aufeinander abgestimmt sind. Problemlos können die Kinder auf Wippen oder Seilen balancieren, vom Trampolin eine Reckstange erreichen, auf Tellersitzen im Karussell kreisen, von der Sprungbahn auf eine Matte hochspringen, in Netzen steigen oder in eine Rettungsrutsche springen. Die Kinder spornen sich gegenseitig an, nützen Bewegungsvielfalt und Abwechslung, gliedern sich in immer neue Gruppen ein, geben einander Tipps und scheinen überhaupt nicht müde zu werden. Unverzichtbar sind klare Regeln, die zu Beginn festgelegt werden. Die spielerische Form in Gemeinschaft und Kreativität dominiert, Handstand, Rad oder Elemente an Geräten entfallen.
"Einmal im Monat wollen wir diese Form für Kindergarten- und Grundschulalter anbieten. Es ist kein Problem, im TSV die nötigen Helfer zu finden", blickt Thomas Mehn voraus und weiß, dass er auch in Asylkreis und Gemeinde - Bürgermeister Franz Kuhn besuchte bereits ein Erlebnisturnen - Unterstützung findet.