Der Bad Kissinger Bürgermeister Anton Schick (DBK) freut sich über eine "stetig positive Entwicklung" bei den Einwohnerzahlen: "Das zeigt die hohe Attraktivität von Bad Kissingen." Mit einem Plus von 232 Einwohnern oder 1,1 Prozent bei den Hauptwohnsitzen liegt die Kreisstadt ganz vorne im Landkreis. Nur Oerlenbach kann mit plus 58 bei 5120 Einwohnern prozentual mithalten. Schlusslicht ist mit einem Minus von 2,1 Prozent die Gemeinde Schondra, die auf 1684 Bürger schrumpft.
Die Stadt Bad Kissingen bewahrt den Landkreis vor einem Minus: Insgesamt verlieren die 25 Kommunen rund um Bad Kissingen 78 Bürger, durch das Plus in Bad Kissingen gewinnt der Kreis 154 Einwohner. Bad Kissingen punktet laut Schick vor allem mit seiner "herausragender Infrastruktur": von Schulen über hochwertige Arbeitsplätze etwa in den Laboren bis zum kulturellen Angebot. Hinzu komme die "herausragend zentrale Lage in Deutschland". Umso wichtiger sei, neues Bauland für Unternehmen und junge Familien zu schaffen. Schick hofft etwa durch die Ansiedlung der LGL-Außenstelle auf weitere Zuzüge.
Die sind auch dringend nötig: Im vergangenen Jahr standen in der Stadt 147 Geburten 351 Sterbefälle gegenüber. Das Plus bei den Einwohner resultiert aus dem positiven Wanderungssaldo: 2016 gab es 1836 Zu-, aber nur 1355 Wegzüge. Laut Tanja Schottdorf, der Leiterin des Bürgerbüros, gebe es einen gleich bleibenden Trend zum Zuzug von älteren Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet. Daneben kommen aber auch immer mehr ausländische Mitbürger: Inlusive Nebenwohnsitze wuchs die Zahl der Bürger mit ausschließlich nicht-deutscher Staatszugehörigkeit um 261 auf 1929. Damit stieg die Quote von 7,1 auf 8,2 Prozent.


Immer weniger Nebenwohnsitze

Einen Rückgang verzeichnete die Stadt dagegen bei den Nebenwohnsitzen: Die Zahl sank um 150 auf 1425. Das liege vor allem an der weiteren Überprüfung, also einer "statistischen Bereinigung", sagt Schottdorf. "Viele Nebenwohnsitze sind vor Jahrzehnten begründet worden, viele wissen gar nicht mehr, dass sie noch in Bad Kissingen gemeldet sind."
Nach der Schließung der Geburtsstation im St.-Elisabeth-Krankenhaus im Jahr 2015 wurden im Bad Kissinger Standesamt 2016 nur noch zwei Hausgeburten beurkundet. Dagegen registrierte das Standesamt 518 Sterbefälle, darunter 249 in den Kommunen Bad Kissingen, Oerlenbach und Nüdlingen. Mit dem Jahresbeginn hat das Bad Kissinger Standesamt auch noch die Aufgabe der Verwaltungsgemeinschaft Euerdorf übernommen, also für die Gemeinden Euerdorf, Aura, Ramsthal und Sulzthal.
Das Standesamt meldet zudem 149 Eheschließungen, 132 wählten einen gemeinsamen Familiennamen (122 Mal den des Mannes), 17 Paare behielten ihren Namen, elf wählten einen Doppelnamen. Bei 154 von 170 Paaren, die eine Hochzeit anmeldeten, waren beide Partner Deutsche. Zudem beurkundete das Standesamt 2016 zwei Lebenspartnerschaften.

Jahrgänge Die frühere Alterspyramide, bei der die Zahl der Einwohner pro Jahrgang meist immer kleiner wurde, hat sich längst umgekehrt. Der "Pillenknick" und stetig sinkende Geburtenzahlen führen zu immer kleineren Jahrgängen: So feiern ihren 1. Geburtstag heuer nur 147 Kinder in Bad Kissingen, der größte Jahrgang ist seit Jahren der Jahrgang 1940 - aktuell mit 175 Männern und 236 Frauen. Danach folgen die Jahrgänge 1960 mit 387 und 1963 mit 386 Einwohnern. Zwischen 1936 und 1969 liegen die meisten Jahrgänge über 300 Einwohnern, ab 1999 fallen sämtliche Jahrgänge unter 200 Einwohner.

Nationalitäten Neben der deutschen gibt es in Bad Kissingen aktuell 98 verschiedene Nationalitäten: 4210 Einwohner haben (auch) einen ausländischen Pass, rund zwei Drittel davon besitzen zudem die deutsche Staatsbürgerschaft. Die größte Gruppe sind 899 Personen mit russischem Pass, gefolgt von 636 Einwohnern, die (auch) die kasachische Staatsbürgerschaft haben, und 361 Polen. Die Zahl der Syrer ist auf 231 gestiegen, die der Afghanen auf 111, hinzu kommen 177 Rumänen, 128 Ukrainer, 112 Italiener und 103 Kirgisen. Bei 167 Einwohnern ist die Staatsbürgerschaft ungeklärt. Nur mit je einem Einwohner sind Japan, Jordanien, Neuseeland oder Jamaika vertreten. rr