Was wird aus dem See im Schulzengrund? Diese Frage stellen sich derzeit viele Bewohner des 825-Seelen-Dorfes. Schließlich ist die Anlage hinter dem Kindergarten in keinem ansehnlichen Zustand. Das hintere Quellbecken ist mit allerhand Grünzeug verunreinigt. Daneben liegt ein umgesägter Baum. Dort, wo früher das Häuschen für den Schwan, stand, ist nur noch eine Abbruchstelle sichtbar. Die Ufer des Sees sind unbefestigt. Lediglich ein paar Enten vergnügen sich hier im kühlen Nass, während Hühner im Gras nach Leckerbissen scharren. "Die ganze Anlage gehört von Grund auf saniert", ist Heinrich Schlereth überzeugt.


Bürger für Erhalt des Gewässers

Er ist der Vorsitzende des örtlichen Fremdenverkehrsvereins und wird immer öfter auf den Zustand des Wassergrundstücks angesprochen, nicht nur von Urlaubern. In den vergangenen Jahren war es an einen Anwohner verpachtet, der darauf sein Geflügel hielt. Doch seit 1. Januar ist der Pachtvertrag erloschen. "Die Gemeinde, die Eigentümerin des Grundstücks ist, hat ihn nicht mehr verlängert", weiß Schlereth. Seither sei unklar, was aus dem See wird, und wer ihn künftig pflegt. Viele Waldfensterer würden außerdem wollen, dass dieser samt Anlage erhalten bleibt. "Schließlich haben wir hier als Kinder im Sommer gebadet", erinnert sich der Rentner. Heute sei das nicht mehr möglich, aber weniger wegen des Wassers. Es stamme aus dem alten Hochbehälter, der früher das Dorf versorgte. "Dieser wird noch immer mit Wasser aus der Frankenwiese gespeist, dem Frankenbrunnen", erklärt er. Zudem gibt es unweit des Sees eine weitere Quelle, die für ausreichend Nachschub sorgt.
Schlereth und seine Mitstreiter vom Fremdenverkehrsverein können sich deshalb vorstellen, dass das Seegrundstück nicht nur saniert, sondern künftig auch touristisch nutzbar wird, zum Beispiel mit einem Kneipp-Tretbecken.


4000 Übernachtungen

Schließlich wurden im vergangenen Jahr rund 4000 Übernachtungen von Tagesgästen und Urlaubern in den 12 Unterkünften des Dorfes gezählt. So viele, wie schon lange nicht mehr. 2014 waren es noch 800 Übernachtungen weniger.
Deshalb hat der Vorsitzende am vergangenen Dienstag die Gelegenheit genutzt, bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Fremdenverkehrsvereins Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) auch die Zukunft des Sees und seiner Anlage anzusprechen. Das Ortsoberhaupt bat darum, dass der Verein einen Antrag stellt und darin seine Vorstellungen erläutert, so dass das Thema im Gemeinderat behandelt werden kann. In ihrer Jahreshauptversammlung diskutierten die im Fremdenverkehrsverein organisierten Gastgeber außerdem über eine weitere anstehende Veränderung. So soll demnächst das Begrüßungsschild am Ortseingang von Platz kommend entfernt werden. "Das wird in den nächsten 14 Tagen, drei Wochen geschehen", sagte Schlereth.
Fachleute des Staatlichen Straßenbauamtes hätten bei einer Ortsbegehung im April 2015 festgestellt, dass das Schild aus versicherungstechnischen Gründen an eine andere Stelle versetzt werden muss.


Neues Schild geplant

Noch stehe diese nicht genau fest, denn zunächst müsse geklärt werden, ob das alte Begrüßungsschild des Fremdenverkehrsvereins restauriert oder ein neues angefertigt wird. Die Versammlung sprach sich mehrheitlich für einen moderneren Willkommensgruß aus und beauftragte Heinrich Schlereth damit, entsprechende Vorschläge von einem Grafiker entwickeln zu lassen.
Schließlich informierte Bürgermeister Waldemar Bug in der Versammlung über die in Waldfenster geplante "Extratour". Dabei handelt es sich um speziell angelegte Wanderwege, die sich den Besonderheiten der Rhön widmen. 24 gibt es inzwischen, beispielsweise "Der Königsweg" um Bad Brückenau. Die für Waldfenster geplante Extratour soll über den Plätzerer Pfad und den Parkplatz zur Wiese an der alten Quelle, weiter zur Platzer Kuppe und TSV- oder Jagdhütte führen.
"Der Rückweg verläuft dann über die Bergwiesen zurück ins Tal" so Schlereth. Allerdings könne diese Tour laut Bug erst ab 2017 angelegt und erwandert werden kann, da heuer noch Durchforstungen im Staatswald erledigt werden müssen.