Nach Monaten der Vorplanung und mehreren Grundsatzgesprächen mit der Steinacher Feuerwehr und den beteiligten Ortsvereinen waren Änderungen in der gewünschten Raumordnung für den geplanten Neubau des Steinacher Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshauses notwendig geworden. Diese wurden nun dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung vorgestellt und sollen ab April auch der Öffentlichkeit sowohl im Internet auf den Websites der Gemeinde als auch mittels einer kleinen Broschüre präsentiert werden.

Als ein Ergebnis des Feuerwehrbedarfsplans stand schon länger fest, dass die Steinacher Feuerwehr nicht zuletzt für die größer gewordenen Fahrzeuge als auch für ihre personellen Belange ein neues Feuerwehrhaus braucht. Nach anfänglichen Überlegungen, das neue Gebäude außerhalb des Ortskerns zu errichten, kamen die Verantwortlichen im Rathaus, das beauftragte Architekturbüro Richter (Bad Brückenau) sowie der Gemeinderat dann doch zum Ergebnis, stattdessen das alte Haus abzubrechen und am selben Standort einen Neubau zu errichten. Dieser soll im Untergeschoss, ergänzend zum auf gleicher Ebene rückseitig geplanten Festplatz, einen Festsaal für öffentliche oder auch private Feierlichkeiten bieten.

Die größte Änderung in der Raumplanung war der erforderliche Anbau der Toiletten-Anlage ans Untergeschoss, um mehr Platz im Haus zu schaffen. Grundsätzlich waren die Planer darauf bedacht, die verfügbare Nutzfläche in Unter-, Erd- und Dachgeschoss des künftigen Feuerwehrhauses durch eine optimale Raumaufteilung bestmöglich nutzbar zu machen. Allein durch diesen WC-Anbau sowie die rasant gestiegenen Baukosten wurden aus den im vergangenen August noch auf 3,2 Millionen Euro geschätzten Baukosten jetzt 3,8 Millionen Euro.

Förderungen in einer Gesamthöhe von 500.000 Euro erhofft sich die Gemeinde vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) sowie von der Regierung von Unterfranken. Entsprechende Voranfragen an die Förderstellen sind gemacht, die offiziellen Anträge können erst nach Abschluss der Planungen gestellt werden.

Nach erfolgter Genehmigung der Förderanträge können auch erst die Kaufverträge mit der Kirche zum Erwerb der beiden Pfarrhäuser abgeschlossen werden. Schon jetzt werden die Räume des direkt am Feuerwehrhaus stehenden Pfarrhauses vom Heimatverein und von der offenen Jugendarbeit genutzt. Das zweite, einige Meter abseits stehende Pfarrhaus soll künftig dem Roten Kreuz, dem Rauchclub sowie der Kirche selbst zur Verfügung gestellt werden. Vorgespräche zur Raumaufteilung wurden mit den Vereinen geführt.

Nicht alle Wünsche werden sich im neuen Feuerwehrhaus erfüllen lassen, gab Geschäftsleiter Thomas Beck dem Gemeinderat zu bedenken: "Der verfügbare Platz reguliert die Wünsche. Wir werden am Ende über Kompromisse reden müssen." So sei zum Beispiel die Einrichtung einer voll ausgestatteten Produktionsküche bei Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften "räumlich und technisch keinesfalls möglich". Lediglich eine Catering-Küche zur kurzfristigen Aufbereitung gelieferter Gerichte sei machbar.

Bislang haben sich die Planer nur Gedanken zum Raumbedarf gemacht, nicht aber zu technischen Fragen wie der Beheizung oder Klimatisierung. Auch die Idee einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ist noch nicht spruchreif. Beck: "So weit sind wir noch nicht." Dennoch ist Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) schon jetzt begeistert: "Unsere Planung ist zukunftsweisend und fortschrittlich."

Einige Zeit beriet der Gemeinderat über die Notwendigkeit einer Bürgerbeteiligung. "Erdgeschoss und Dachgeschoss sind ausschließlich Thema der Feuerwehr und nicht der Öffentlichkeit", betonte dazu der Bürgermeister. Im Übrigen müsse ohnehin erst der Gemeinderat der Planung offiziell zustimmen, womit im Mai gerechnet wird.

"Der Faktor Zeit ist ganz entscheidend", unterstützte der Steinacher Gemeinderat und dritte Bürgermeister Uto-Paul Schmitt (FCW) das schnelle Vorgehen: "Erst kommt die Feuerwehr, dann das Dorfgemeinschaftshaus." Deshalb wird es also keine Bürgerversammlung geben. Doch im April werden die endgültigen Baupläne auf den Websites der Gemeinde veröffentlicht und als Broschüre an alle Haushalte verschickt. Sandwall: "Dann kann sich jeder dazu äußern." Auch auf dem späteren Bauzaun soll durch großformatige Plakatierung das Projekt den Steinachern erläutert werden.