Gemütliche Atmosphäre, gute Stimmung und fröhliche Gesichter bestimmten das bunte Treiben beim traditionellen Museumsfest in der Oberen Saline. Nach zweimaligem Ausfall trafen sich erstmals wieder Gäste aller Altersgruppen aus Nah und Fern, Senioren ebenso wie junge Familien mit Kindern, bei guter Musik und zünftiger Verpflegung im Innenhof des einst fürstbischöflichen Bauwerks. Zwischendurch gab es Sonderführungen durch die vielfältige Museenlandschaft und freien Eintritt in die aktuellen Sonderausstellungen.

Schon am Samstagabend begann das Kulturfest mit der langen Museumsnacht. Trotz unsicherer Witterung waren die verfügbaren Plätze im Innenhof schnell belegt, denn die Golden Brass Band, die bekannte Combo aus ehemaligen Musikanten des städtischen Jugendmusikkorps, sorgten mit ihrem Swing in der fast schon romantisch anmutenden Abendstimmung für beste Unterhaltung. Manche Besucher nutzten die Gunst der späten Stunde zur Teilnahme an den beiden Sonderführungen durch alle Museumsabteilungen oder durch die früheren Wohnräume des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck.

Auch am Sonntagmittag füllten sich die Plätze im Innenhof schon frühzeitig, kaum dass die Fränkischen Straßenmusikanten ihr erstes Stück gespielt hatten. Wer erst nachmittags in den Innenhof der Oberen Saline kam, fand nur noch mühsam einen freien Platz.

Das abwechslungsreiche Familienprogramm hatte einiges zu bieten: Zusätzlich zu den Führungen "Kurgast - Staatsmann - Mythos" und "Bischof - Bismarck - Bunte Sachen" gab es noch die Kostümführung "Johanna von Bismarck". Bei individuellem Rundgang durch die Museumsabteilungen empfahl sich die Teilnahme am Museumsrätsel, dessen richtige Lösung mit einem kleinen Gewinn belohnt wurde. Zwischendurch hatte man Gelegenheit zum Besuch der Sonderausstellungen "Beste Bilder - Deutscher Cartoonpreis 2021" und "Mehr als Steine - Synagogen in Unterfranken" sowie die seit Jahren immer wieder reizvolle Schau "Aus Hilla Schützes Spielzeugkiste", die keineswegs nur für Kinder sehenswert ist.

Auch für die jüngsten Besucher des Museumsfestes wurde einiges geboten: Früh am Nachmittag zeigte Thomas Glasmeyer aus Hettstadt (Landkreis Würzburg) mit seinem Piccolo Teatro Espresso das Puppenspiel "Peter und der Wolf". Anschließend durften sich nicht nur Kinder historisch kostümiert hinter einer Oldtimer-Pappwand fotografieren lassen. Diese spaßige Gelegenheit ließ sich sogar Prinzregent Luitpold (Peter Krug) nicht nehmen, der sich in seiner mit Orden geschmückten blauen Uniform unter sein fränkisch-bayerisches Volk gemischt hatte. Dass Malen nicht nur Spaß macht, sondern auch volle Konzentration abverlangt, stellten Kinder beim Bemalen von Vogelpfeifen aus Ton und Porzellan, Holz, Plastik oder Metall fest.

So saßen am Sonntag viele Familien, Nachbarn und Freunde bis zum Abend gemütlich beisammen, während ihre Kinder oder Enkel gut beschäftigt waren. Für die gastronomische Versorgung hatten tagsüber das Museumscafé (Familie Tempelhof) und Anjas Grillstand (Familie Dickert) gesorgt.

Vielleicht verabredeten manche sich schon für den Herbst am selben Ort. Denn kaum ist das Museumsfest vorbei, lädt das Team der Oberen Saline bereits zu seinem ebenso traditionellen Salinenfest ein und verspricht, dass auch vom 2. bis 4. September wieder einiges los sein wird: Im Innenhof ist Party-Stimmung mit fränkischen Kultbands zu erwarten. Dazu soll es wieder ein buntes Familienprogramm geben, auch einen Festgottesdienst, Führungen durch das Museum und Gelegenheit zum Besuch aktueller Sonderausstellungen.