Wer sich trotz des trüben Wetters nicht davon abhalten lässt, einen Spaziergang oder eine Wanderung an der frischen Luft zu unternehmen wird im gesamten Landkreis derzeit unter Umständen auf gesperrte Wanderwege treffen. Die Wintermonate sind die Holzmonate, also die Zeit fürs Fällen im Wald. Die Sperrungen dauern in diesem Winter und Vorfrühling manchmal länger als erwartet, weil das Wetter nicht mitspielt. Vielerorts ruhen aktuell die Arbeiten im Wald, weil es zu feucht ist. Dadurch bleiben auch die Wege gesperrt.

Auf der einen Seite freuen sich die Forstleute über den regnerischen Winter, auf der anderen Seite bringt er ihnen auch Probleme. Das Käferholz macht den Forstleuten die größten Sorgen. Nadelholz mit Borkenkäferbefall wurde in diesem Winter besonders viel eingeschlagen. Es müsste jetzt dringend aus dem Wald, damit das Insekt im Frühjahr und Sommer nicht noch mehr Schaden anrichten kann als ohnehin schon geschehen.

Seit Ende Dezember schon ruhen im Klauswald bei Stralsbach die Forstarbeiten wegen der Nässe. Eingeschlagenes Holz kann nicht gerückt werden, erklärt Förster Stefan Blumrich von der Forstbetriebsgemeinschaft Oberthulba. Mittlerweile gibt es dort auch noch Sturmschäden, die beseitigt werden müssten. Durch das Waldstück verläuft ein Abschnitt des Hochrhöner-Fernwanderwegs, der deshalb in diesem Bereich gesperrt ist. Er kann an dieser Stelle aber umgangen werden. Man habe Hinweise angebracht, so Blumrich.

Schwarze Berge betroffen

Der Wintersturm "Sabine" hat in den Schwarzen Bergen der Rhön für viele Sturmschäden gesorgt. Dort ist seit Wochen ein Teil der Wanderwege gesperrt. Philipp Bausch vom staatlichen Forstbetrieb in Bad Brückenau erläutert, dass an den Wanderparkplätzen entsprechende Hinweisschilder hängen. Kathrin Kupka-Hahn von der Rhön GmbH erläutert, dass die Zusammenarbeit zwischen Forst und der Rhön GmbH bzw. dem Biosphärenreservat eng sei. Solche Sperrungen werden auch an die jeweiligen Tourismus-Büros weitergegeben. Gehäufte Beschwerden über die Sperrungen sind ihr nicht bekannt.Das liegt aber wohl auch daran, dass momentan kein Wanderwetter herrscht.

Gefahr hinter der Absperrung

Philipp Bausch rät auf jeden Fall allen Waldspaziergängern, Sperrungen von Waldwegen sehr ernst zu nehmen. "Hier geht es um Lebensgefahr", sagt der Forstfachmann. "Es können schlimme Sachen passieren". Das gilt auch für Tage, an denen im Wald gar nicht gearbeitet wird. Selbst am Sonntag lauern auf abgesperrten Wanderwegen für den Laien unkalkulierbare Gefahren. Abgesehen von den Risiken sind gesperrte Waldwege meist unangenehm matschig. Das liegt am Einsatz von Walderntemaschinen. Die schützen zwar mit ihren Fahrbändern den empfindlichen Waldboden, die Waldwege werden aber stärker belastet. "Dadurch, dass wir den Wald schonen, leidet der Weg", erklärt Philipp Bausch. Die Waldwege ließen sich nach Ende der Arbeiten jedoch schnell herrichten. Das ist in den Schwarzen Bergen geplant, sobald die Holzarbeiten abgeschlossen sind.

Stefan Blumrich hofft, dass ab der kommenden Woche trockeneres Wetter das Holzrücken im Klauswald bei Stralsbach wieder möglich macht. Danach soll der Waldweg schnell instandgesetzt werden, damit Wanderer mit Beginn der Saison auf dem Hochrhöner gute Bedingungen vorfinden.

Gefährlich und matschig

Momentan aber sei der Weg nahe der Stralsbacher Hermannsruhe nicht nur gefährlich zu gehen, sondern auch viel zu matschig. An einigen Stellen würde man knöcheltief im Waldboden versinken, sagt der Förster. Philipp Bausch versichert, dass man im Forst bemüht sei, die ausgewiesenen Wanderwege nur möglichst kurzzeitig zu sperren. Bei überörtlichen Wanderwegen werden nach Möglichkeit Umleitungen ausgeschildert, denn die Forstleute wissen um den Freizeitwert solcher Wege. Stefan Bulmrich hofft auf Verständnis, dass sich Wegsperrungen nicht vermeiden lassen. Meistens sei das auch der Fall, aber eben nicht immer.