Da sage noch Mal einer, die Mittelschule (MS) habe keine Zukunft: Drei Mädchen, die in Oerlenbach ihre Schulzeit mit dem M-Zug und der Mittleren Reife ablegten, schafften nun im Anschluss das Fachabitur an der Fachhochschule (FOS)Schweinfurt mit Bravour. "Dort haben wir uns aller Unkenrufe zum Trotz durchgesetzt und werden unsere berufliche Laufbahn fortsetzen", betonen alle drei unisono.

Saskia Curtis, Kristina Müller und Jessica Rupp wechselten nach der Grund- an die damalige Hauptschule Oerlenbach und weiter nach der sechsten Klasse in den M-Zug, den Sonja Then, heute Rektorin der Mittelschule Oerlenbach, als Klassenleiterin führte.

Förderunterricht

Nach dem Abschluss entschlossen sich die drei jungen Damen, in die FOS überzutreten. Zuvor nahmen sie als Vorbereitung zusätzlich ein halbes Jahr lang am Förderunterricht in Deutsch, Englisch und Mathematik teil. "Das hat sich für die Mittlere Reife ausgezahlt", erklärt Jessica Rupp, "wir haben ganz gute Ergebnisse geschafft und uns gemeinsam für die FOS mit sozialem Zweig entschieden."

Noten im Mittelfeld

"Dort hatten wir es nicht einfach", berichtet Saskia Curtis. Der Großteil in der Klasse sei von Gymnasium und Realschule gekommen. "Einige der Lehrkräfte hielten nicht viel von uns und meinten, dass wir das Fachabi nicht schaffen würden", ergänzt Kristina Müller, "das hat uns ganz schön zu schaffen gemacht." Das habe sie aber bestärkt, getreu dem Motto: Denen wollen wir beweisen, dass wir nicht so schnell aufgeben und uns durchbeißen. Auf der anderen Seite habe es auch Lehrer gegeben, die ihnen Mut machten. Am Ende erreichten alle drei ihr Ziel mit respektablen Ergebnissen im Mittelfeld. "Darauf sind wir ganz stolz", bekennen die Damen, die klare Ziele für die Zukunft haben.
Saskia Curtis möchte am liebsten zur Landespolizei. "Demnächst steht der Einstellungstest in München an. Ich hoffe, dass ich nicht an den fehlenden zwei Zentimetern - sie ist nur 1,63 Meter statt der gewünschten 1,65 Meter groß - scheitere", meint sie. Falls das nicht klappt, interessiert sie sich für ein Studium "Soziale Arbeit" in Würzburg, Coburg oder München. Jessica Rupp hat sich für eine Ausbildung zur Erzieherin am Berufsbildungszentrum (BBZ) Münnerstadt entschieden. Kristina Müller geht nach Bayreuth, wo sie eine Ausbildung zur Förderlehrerin macht.
"Unsere Eltern stehen voll hinter unseren Vorstellungen", bestätigen alle drei, die gerne an ihre Zeit an der Mittelschule Oerlenbach denken und nach wie vor Kontakt zu ihrer ehemaligen Lehrerin, Frau Then, pflegen.