Inmitten der ehemaligen Klosteranlage liegt neben dem nach dem Brand von 2017 wieder aufgebauten Bäulein ein etwa 28 mal 14 Meter großer Weiher. Er wurde vor langer Zeit vermutlich als Löschwasser-Reservoir angelegt und kann auch heute im Notfall noch dazu dienen. Auch am Zugangsweg dorthin steht erst seit wenigen Wochen ein großes Schild mit einem Foto, das zahlreiche Strandkörbe zeigt. "Bildhäuser Strand - Wir holen den Urlaub nach Hause" ist deutlich sichtbar darauf zu lesen.

Der Förderverein Behinderteneinrichtung Maria Bildhausen e.V. hat sich bei der Einrichtung dieses Bildhäuser Strandes direkt am Brandweiher stark engagiert. Vor einigen Tagen, nachdem mit wochenlanger Verzögerung auch die Strandkörbe geliefert worden waren, machte sich der Vorstand des Fördervereins selbst ein Bild von dem Strand und war bei der offiziellen Einweihung dabei, die eigentlich schon vier Wochen vorher geplant war. Auch Bürgermeister Michael Kastl (CSU) war zur Eröffnung gekommen.

Die Corona-Pandemie schränkt 2021 Jahr die Ferien-und Urlaubsmöglichkeiten der gesamten Bevölkerung ein, da machen auch die Bewohner von Bildhausen keine Ausnahme. Ihren Sommerurlaub können sie dieses Jahr aber an einem eigenen Sandstrand mitten im Klosterpark verbringen, denn Urlaubsfahrten sind, wie schon 2020, auch dieses Jahr nicht möglich.

Einschränkungen gibt es zudem bei Freizeitangeboten, so Matthias Guck, der in Maria Bildhausen unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dominikus-Ringeisen-Werks kamen deshalb auf die Idee, für einen Ersatz zu sorgen und mitten im Klosterareal, am Rand des Weihers, einen Strand anzulegen und so einfach den Urlaub in den Klosterpark zu holen.

Das geht natürlich nicht ganz ohne Aufwand und Kosten. Deshalb beschloss der Förderverein Behinderteneinrichtung Maria Bildhausen in einer Sitzung Mitte April, dieses Projekt finanziell zu fördern, sodass die nötigen finanziellen Mittel für die Realisierung vorhanden waren. Die Abteilung "Tagesstruktur" übernahm die Planung und startete erfolgreich einen Aufruf in den sozialen Medien, um Gegenstände, wie ein altes Surfbrett oder ein Boot zu bekommen, damit die Strand-Atmosphäre noch spürbarer und sichtbarer wird.

Kein Strand ohne Sand! Gesagt getan, auf einer Wiese oberhalb des Weihers wurde eine größere Fläche mit Sand bedeckt, um das nötige Strand-Gefühl entstehen zu lassen. Etwas schwieriger war es, die Strandkörbe zu beschaffen. Sie kamen erst mit zeitlicher Verzögerung bis nach Maria Bildhausen. Damit sie nicht direkt im Sand stehen, wurde ein Holzboden verlegt. Und natürlich stehen auch normale Liegestühle für die Strand-Urlauber aus den umliegenden Häusern bereit.

Denny Uhlemann, Mitglied der Bewohnervertretung, hat beim Probesitzen mitgemacht und das Mobiliar für gut befunden. "Ich freue mich auf unsere Urlaubsinsel - es ist fast wie in Griechenland", sagt er. "Die Atmosphäre ist schön", ist Matthias Guck überzeugt. Und damit wolle man auch sicherstellen, dass die Bewohner von Maria Bildhausen ihren Urlaub in diesem Jahr trotz aller Einschränkungen genießen können. Stimmungsvoll lädt der Strand nun zum Entspannen und Relaxen ein. Die Wohngruppen haben die Möglichkeit, sich hier zum Beispiel zum Abendkreis oder für ein Kaffeepicknick treffen, aber auch ganz individuell unter Einhaltung der gültigen Hygienestandards.

Auch die Mitarbeiter freut, dass der Klosterpark eine Oase ist, passend zum Logo und Motto des Klosters Maria Bildhausen: "Oase des Lebens". Der Vorstand des Fördervereins mit dem Vorsitzenden Helmut Blank an der Spitze war einhellig begeistert und überzeugt davon, dass das Geld aus der Vereinskasse hier gut angelegt ist. Für die Öffentlichkeit ist der Bildhäuser Strand übrigens nicht zugänglich.