Dass Luca auf einmal nicht mehr krabbeln konnte, wurde zunächst als so genannter Hüftschnupfen abgetan, eine unbedenkliche Gelenkerkrankung. Auch ein Orthopäde half nicht weiter. Nach einem Komplettcheck mit Knochenmarkpunktion stand die Diagnose Leukämie fest. Die nächsten acht Wochen verbrachte Cora Werner mit Luca auf der Regenbogen-Station an der Würzburger Universitätsklinik.
"Es war ganz komisch", erinnert sich Cora Werner an das Leben im Krankenhaus. "Da liefen Kinder mit den Infusionsflaschenhaltern rum, lachten und spielten." Mit den anderen Eltern auf der Station verband das Paar das gleiche Schicksal und die Angst um das eigene Kind. "Das schweißt zusammen", sagt die junge Mutter.
Sie hatte das Gefühl: "Da lebt eine riesengroße Familie."
Unterstützt wurde Cora Werner von ihrem Mann Mario, der bei seiner Schwester in Würzburg übernachtet hatte, um täglich bei Frau und Sohn sein zu können. "Es war eine schwere Zeit. Wir sind froh, dass wir darüber hinweggekommen sind", sagt Mario Werner. Nach zwei Jahren stationärer und ambulanter Pflege geht es Luca wieder gut, doch ist die Angst vor einem Rückschlag bei seinen Eltern immer vorhanden. Luca hat keine Erinnerungen an die Zeit auf der Regenbogen-Station und die Eltern möchten auch keine bei ihm wecken.

Oktoberfest-Gewinn

Damit die Regenbogen-Station ihr Angebot für betroffene Familien aufrecht erhalten kann, haben die Speicherzer "Schulströsser" den Gewinn aus ihrem Oktoberfest gespendet. Bernhard Kretz hatte bei der Universitätsklinik die Spendenbereitschaft zum Ausdruck gebracht und die Kontaktdaten von Cora Werner bekommen. Zum sechsten Mal hatten die "Schulströsser" zum Oktoberfest an die Feierabendecke an der "Zeiersch Hall" geladen und wieder festgestellt, dass es sich lohne, für den guten Zweck ein Bier mehr zu trinken. Bürgermeister Jochen Vogel freut sich über die Spendenbereitschaft: "Das festigt die Gemeinschaft." Bernhard Kretz bemerkte, dass die Gemeinschaft, die schon vorher bestanden hatte, seitdem "intensiver geworden ist."
Trotz kundenfreundlicher Preise war beim Oktoberfest ein Gewinn von 1300 Euro zusammengekommen. 300 Euro werden für das Schulströsser Patenkind in Kamerun an die Organisation Plan International überwiesen. 1000 Euro erhält die Regenbogen-Station. Das Geld soll dort eingesetzt werden, wo es am nötigsten gebraucht wird. Cora Werner kann sich vorstellen, dass es für die Ausstattung des Spielzimmers verwendet werden kann. Sie ist froh, dass sie die an der Regenbogen-Station erfahrene Hilfe wieder zurückgeben kann: "Uns wurde geholfen, und anderen soll auch geholfen werden."