Die Unternehmerfamilie Lang präsentiert im KissVino einem interessierten Kissinger Publikum das Buch "Ludwig Lang, Bäcker-Kaufmann Hotelier". Moderiert von Sohn Fritz Lang und unterstützt von der ganzen Familie am Podium erzählt der 94-jährige Pionier unterhaltsam und mit feinem Humor die Familien-, Stadt-, und Zeitgeschichte dann auch noch über sich selbst.

Er stammt aus Bamberg, ist aufgewachsen in Berlin, gibt zu, dass er noch immer einen Koffer in der Hauptstadt stehen hat, durfte nichts anderes als - wie sein Vater - nämlich Bäcker werden, kam - eher zufällig - per Annonce nach Bad Kissingen, gründete in der Hartmannstraße ein kleines Lebensmittelgeschäft, um dann mit dem Motel Fürst Bismarck zum Hotelier zu werden und folgend den Grundstein zu den heutigen, weit über die Kurstadt hinausgehenden Bedeutung der Fachkliniken Heiligenfeld mit sieben Kliniken an vier Standorten und fast 1000 Mitarbeiter*innen zu legen. Das war so nicht abzusehen, zeugt aber von einer willensstarken, wagemutigen und doch realistischen Persönlichkeit. "Mein Leben ist spannend, glücklich und abwechslungsreich", sagt er mit fester Stimme.

Berlin hat ihn geprägt

Als seinem Vater Hans das beschauliche Bamberg als Bäcker zu klein wurde und er sein Glück in Berlin suchte, war der kleine Ludwig dort schon mit dem Fahrrad unterwegs, um Brötchen auszufahren, saugte aber abenteuerlustig das Großstadtleben mit all seinen Möglichkeiten wie Kino und Theater auf. Dem Bombenterror im Krieg wollte die Familie dann doch entfliehen und entdeckte in der Zeitung, dass in Bad Kissingen ein kleines Kurheim zu verkaufen war.

Der Ruf der Stadt als internationales Bad mag den Ausschlag für den Neuanfang in der Provinz gegeben haben, allerdings fand man "das Kurheim Bismarck geschlossen" und auch die ganze Stadt "wie mit Brettern vernagelt" vor. Als man im hiesigen Bahnhof ausstieg, war außer den Langs nur ein einziger weiterer Fahrgast im Zug. Für den jungen Ludwig begann eine Lehrzeit beim Lebensmittelgeschäft Brandner, während die Eltern das Kurheim in der Nachkriegszeit vorwärtsbrachten. 1948 heiratete Ludwig Lang seine Erika, die fast 70 Jahre "mein großes Lebensglück" werden sollte, wie er sich dankbar erinnert. Nächster Wendepunkt im Leben war die Gründung eines kleinen Lebensmittelgeschäftes in der Hartmannstraße 11a.

Mit Signet und Slogan

Seiner Zeit voraus hatte er schon ein Signet: L- L- L = Ludwig Lang Lebensmittel und einen Slogan: "Das kleine Geschäft, das sich große Mühe gibt", nämlich einen Lieferservice für die Hausfrauen. Als die Eltern das Kurheim Bismarck zum Laufen gebracht hatten, stiegen Erika und Ludwig in die Gastronomie und Hotelbranche um und bauten das Kurheim zu einem damals neuartigen Motel um. Sie waren zwar durch die Schrankenregelung vom Kurbetrieb abgeschnitten, bauten dafür aber das erste Kissinger Hotelschwimmbad, gestalteten ein "Fürst Bismarck Zimmer" und waren erste Adresse für stilvolle Familienfeiern.

Das nächste äußerst erfolgreiche Kapitel der Familiengeschichte begann mit Sohn Fritz Lang, der - als das Motel und Hotelgeschäft sich zunehmend schwerer tat, nach einer Umfrage feststellte, dass psychosomatische Erkrankungen nur von wenigen Kliniken in Deutschland behandelt wurden.

1990 eröffnete die heutige Fachklinik mit 43 Betten und 25 Mitarbeitern und so wurde der Grundstein für ein überaus erfolgreiches Kapitel der Familien-Trilogie Lang aufgeschlagen, die mit dem Namen Fritz Lang verbunden ist.

Er machte sich daran, seine eigene - nicht weniger spannende - Geschichte aufzuschreiben und gründete dazu den "Verlag Lang Dynastie, über den das jetzt vorgelegte über 500 Seiten umfassende großformatige Werk "Ludwig Lang erzählt über die Zeit von 1927 bis 2011" bezogen werden kann. Die Auflage ist auf 300 Exemplare beschränkt.