Die Kurve war als ein Unfallschwerpunkt für Lothar Manger, den Verkehrssachbearbeiter der Bad Kissinger Polizei, eigentlich abgehakt. Doch am Mittwochnachmittag passierte es erneut: Ein Autofahrer von Oerlenbach kommend geriet in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem entgegenkommenden VW-Bus zusammen. Der Mann aus dem Landkreis Bad Kissingen wurde schwer verletzt ins Krankenhaus nach Schweinfurt gebracht, es besteht Lebensgefahr, hieß es vor Ort.

Der Grund für den Unfall war zunächst schwer ersichtlich. Die regennasse Fahrbahn zeigte auf den ersten Blick keine auffälligen Spuren davon, dass hier ein Fahrzeug gerutscht, geschleudert, oder außer Kontrolle war. Allein das Ergebnis war zu sehen: Ein völlig demoliertes Fahrzeug, ein VW-Bus aus dem Landkreis Mayen-Koblenz, der im vorderen Bereich beschädigt war.

Die Polizeibeamten fanden schließlich eine recht unscheinbare Reifenspur auf der mit Gras bewachsenen Bankette. Es könnte sein, die Indizien weisen darauf hin, dass der Unfallverursacher genau im Kurvenscheitel die Fahrbahn für 20 Zentimeter verließ, dann zurück auf die Fahrbahn kam, schleudernd, das Fahrzeug sich drehend und dann mit der Fahrerseite auf den VW-Bus krachte.

Der Aufschlag war heftig. Im Fahrzeuginnern war zu erkennen, dass das Lenkrad deutlich verbogen war. Hier hatten starke Kräfte gewirkt. Heftig hatten die eingetroffenen Feuerwehrmänner ins Blech einwirken müssen, bis sie den schwer verletzten Fahrer bergen konnten.

Der 65-jährige VW-Busfahrer aus Rheinland-Pfalz erlitt schwere Verletzungen im Brustbereich. Der Mann kam mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus nach Bad Kissingen. An dem Auto des 45-Jährigen entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von mehreren tausend Euro und am VW-Bus wurde die Fahrzeugfront komplett eingedrückt. Der Schaden dürfte sich hier auf mehr als 15.000 Euro belaufen.

Die B286 war für die Dauer der Unfallaufnahme sowie der Bergungsmaßnahmen komplett gesperrt. An der Unfallstelle waren etwa 25 bis 30 Feuerwehrleute aus Oerlenbach, Arnshausen, Reiterswiesen und Bad Kissingen eingesetzt. Von Seiten des Rettungsdienstes waren zwei Rettungswagen sowie ein Notarzt vor Ort. Gegen 16.45 Uhr wurde die Totalsperre aufgehoben und die B286 wieder für den Verkehr freigegeben.