"Sie haben gute Laune, wir haben die Musik dazu", so begrüßte Dirigent Matthias Zull ein erwartungsvolles Publikum im - Corona-Modus vollbesetzten - Max-Littmann-Saal und legte gleich los mit einem exotischen "La Bamba" Medley im Big Band Sound und das noch bevor man einem Konzertmarsch, also der quasi Kernkompetenz des JMK, lauschen durfte. Die Mädchen und Jungen waren in der blau-roten Uniform eines großherzoglich-würzburgischen Regiments von 1812 gekleidet. Der Tschako auf dem Kopf bei Konzert erst ganz zum Schluss zum Einsatz kam.

Erstaunlich, welche Klangfarben gemischt werden können, mit welcher Präzision gespielt wird. Es wird auf hohem Niveau musiziert, da macht auch Chef Matthias Zull keine Kompromisse. Der Dirigent instrumentiert passend im Sirtaki Stil bei Udo Jürgens " griechischem Wein", lässt bei "17 Jahr, blondes Haar" die Trompeten jubeln, die beim "ehrenwerten Haus" dann eher anklagen. Dabei ist von der griechischen Taverne in der Vorstadt bis zum Haus im Problemviertel auch musikalisch ein ganzes Stück zu gehen.

Nostalgische Zeitreise

Nett anmoderiert, führt die Melodienreise zu den Kinderserien des frühen Fernsehens. Da fliegt Biene Maja mit ihrem Willi auf die Schweizer Alm zu Heidi und dem Almöhi und in den Norden zu Pippi Langstrumpf, amüsiert sich über die Schlümpfe des Vadder Abraham und schwirrt zum frechen Pumuckl in der Schreinerwerkstatt des Gustl Bayerhammer.

Ja und dann ging es musikalisch doch wieder zur beseelten Kernkompetenz: Ein wunderbar harmonischer "Böhmischer Traum" schließt sich an und der ganze Saal klatscht mit. Aber schon geht's weiter mit ABBA und deren Melodienreichtum rund um Mamma Mia, Dancing Queen und Fernando.

Szenenwechsel und die Aufforderung zum Mitschunkeln beim Kreuzberglied und so werden dann abwechselnd Rhythmus- und Bläsergruppe zum Chor und animieren: "Komm mit, mein Schatz..." Ein wenig Klamauk darf beim Faschingskonzert dann doch sein. Die Episode bleibt kurz, denn schon geht es in den Dschungel und es wird mit "The Lion sleeps tonight" die Jazzkiste aufgemacht und dafür gibt's mächtig Beifall, denn das "...aweem away..." kesselt ordentlich.

Gerade richtig in Fahrt ging es leider auch schon zu Ende und weil das Tradition ist, muss dann "der Topf mit Feder", wie der Tschako schon mal despektierlich von den Jungs und Mädels genannt wird, wieder aufgesetzt werden beim abschließenden "Hoch und Deutschmeistermarsch", der die Stimmung dann nochmal richtig anheizt.

Die "Zugabe" Rufe hat der JMK Chef gehört, lässt seine musikalische Schar nochmals Platz nehmen und intoniert - jetzt aber Fasching mit Hütchen oder irgendwas? - nochmals das K&K Infanterieregiment "Deutschmeister Numero vier". Schade hätte den jungen Künstlern sicher Spaß gemacht. Das Kölner Ehepaar aus dem Kaiserhof Viktoria auf dem Platz neben dem Berichterstatter meint beim Hinausgehen: "Da hätt isch min Pappnas ümesunst mitjebracht".