Trotz seines reifen Alters ist Franz Müntefering als langjähriger Politiker und jetziger Ehrenamtsträger fast täglich in Deutschland unterwegs. Kein Wunder also, dass der bald 80-Jährige auch den Titel "Unterwegs" für sein im März erschienenes Buch wählte, zu dessen Vorstellung er auf Einladung von Buchhändlerin Claudia Bollenbacher ("seitenweise. Die Buchhandlung") jetzt in Bad Kissingen war.

Es brauchte nur wenige Fragen von Gastgeberin Claudia Bollenbacher und ihrer Co-Moderatorin, der ehrenamtlich tätigen Klinikseelsorgerin und Hospizbegleiterin Marie-Luise Wohlleben, um Franz Müntefering im Thema zu halten. Aus Jahrzehnten als Politiker in freier Rede geübt, sprach der Autor und Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) sowie Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) fast zwei Stunden über das "Älterwerden in dieser Zeit", wie der Untertitel seines Ratgebers lautet.

Das Älterwerden sei wie das ganze Leben eine "spannende Sache". Man kann auf die eigene Lebensqualität Einfluss nehmen, versicherte der gebürtige Sauerländer seinen überwiegend älteren Zuhörern. Laufen, Lernen und Lachen, worunter er die "Liebe zum Leben" versteht, sind die drei L, die seinen Alltag bestimmen. Müntefering forderte dazu auf, täglich den Körper in Bewegung zu halten, auch wenn es nur ein "Rollatoren-Rennen" ist. "Niemand soll sich ausgeschlossen fühlen." Dem Vorurteil, alte Menschen seien oft "komisch", setzte er entgegen: "Lieber mit komischen Menschen unterwegs, als allein zu Hause."