Einen überwiegend heiteren Streifzug durch Mozarts Leben in Briefen und Musik erlebten die Zuhörer des Kammerkonzerts mit dem Haydn-Ensemble aus Wiesbaden. Veranstalter war der 2003 von Gabi Zahn gegründete Verein Cape Classic, der mit Überschüssen aus seinen Wohltätigkeitskonzerten Kinder- und Jugendprojekte in Townships der südafrikanischen Kap-Provinz unterstützt.

"Ohne die gezielte Förderung seines Vaters "wäre aus Wolfgang wohl nicht der Mozart geworden, den wir heute kennen und lieben", meinte Gastgeberin Zahn in ihrer Begrüßung. Deshalb habe sich Cape Classic die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen einer unterprivilegierten Sozialschicht in Südafrika zur Aufgabe gemacht.

Über zehn Jahre auf Reisen

Mit kurzen, noch verspielt klingenden Kompositionen des erst fünfjährigen Mozart leitete das Haydn-Ensemble im Rossini-Saal seine musikalische Reise durch das kurze Leben des schon mit knapp 36 Jahren verstorbenen Komponisten ein. Zusammengerechnet war Mozart mehr als zehn Jahre auf Reisen, um vor Herrschern und europäischem Hochadel zu konzertieren. "Ohne Reisen ... ist man wohl ein armseliges Geschöpf", schrieb der 22-Jährige im September 1778 aus Paris an seinen Vater. In Deutschland werde er Wolfgang genannt, in Italien Amadeo und in Wien nur Mozart. Aus der Vielzahl seiner Reisebriefe an Familie und Freunde las Flötist Thomas Richter, der spontan für die erkrankte Schauspielerin Chris Pichler als Rezitator eingesprungen war.

"Ich kann nicht poetisch schreiben, ich bin kein Dichter, ich bin ein Musicus", urteilte Mozart über sich selbst. "Aber er war ein genialer Briefschreiber", entgegnete der Rezitator. In Mozarts jungen Jahren waren es noch heitere, gelegentlich mit neckischen Wortspielereien gespickte Briefe. Erst gegen Ende seines Lebens wurden sie ernst und zuletzt aufgrund finanzieller Missstände sogar zu Bettelbriefen um Geld und eine untergeordnete Anstellung als nur zweiter Kapellmeister.

Die überwiegend chronologisch gereihte Abfolge der vom Haydn-Ensemble gebotenen Musikstücke machte Mozarts kompositorische Entwicklung in den drei Jahrzehnten seines schöpferischen Wirkens deutlich. Waren im Konzertverlauf vor allem die von ihm bekannten heiteren Kompositionen wie das Flötenquartett in D-Dur (1777) und die Ouvertüre zur Oper "Entführung aus dem Serail" (1781) zu hören, endete der Abend passend zu Mozarts Gemütszustand gegen Ende seines Lebens sehr tragend mit dem Klavierkonzert in Es-Dur (1785).

Doch mit der Ouvertüre zur "Zauberflöte" als Zugabe drehte das Haydn-Ensemble erfolgreich die Stimmungsrichtung und wünschte seinem Publikum "wieder gute Zeiten voller Hoffnung". So passte das Kammerkonzert mit Mozarts überwiegend heiterer Musik wunderbar zum frühsommerlichen Abend im Kurgarten.