Seit anderthalb Wochen ist Storch Jakob Single. Das wird aber nicht so bleiben. Storchenexperte Jochen Willecke ist ganz zuversichtlich: "Ich bin guter Dinge. Wir liegen noch gut in der Zeit."

Dass das Storchenweibchen abgehauen ist, deute darauf hin, dass es eine Begleiterin war - und nicht Adele. Es ist normal, dass das Männchen früher zurückkehrt als das Weibchen, sagt Willecke. In den vergangenen Jahren sei es auch schon vorgekommen, dass Jakob drei bis vier Wochen auf seine Partnerin warten musste.

Die Verzögerung in diesem Jahr schreibt der Storchenexperte den "Wetterkapriolen" zu. Er erklärt: "Bei den niedrigen Temperaturen kann sich keine Thermik aufbauen. Die Störche brauchen diese aber, weil sie keine ausdauernden Flieger sind, sondern vor allem Segler." Man wisse daher nicht, wo die Störche hängen geblieben sind.

Unterdessen zeige Jakob normales Verhalten: Er baue am Nest und gehe auf Beutesuche. Hauptnahrung seien jetzt Mäuse und kleine Fische. Das kühle Wetter schade dem Storch nicht, versichert Willecke. Schließlich könne es in Afrika nachts auch kalt werden.

Es gilt also, Geduld zu haben, bis die Temperaturen wieder steigen. Das trifft nicht nur auf Jakob zu, sondern auch auf die Storchenfans. Sie verfolgen und kommentieren Jakobs Single-Dasein auf der Storchen-Internetseite. Die Beobachter glauben ebenfalls nicht, dass es sich bei dem ausgeflogenen Weibchen um Adele handelte - und warten hoffnungsvoll auf deren Ankunft. Wenn es wärmer wird, kündigt Willecke an, gibt es für alle interessierten Tierfreunde auch wieder eine Informationsveranstaltung zu den Hammelburger Störchen auf dem Parkdeck in der Nähe des Mönchsturms.

Erste Anzeichen, dass sich was tut, hat Christian Fenn jüngst bemerkt. Auf seiner Internetseite berichtet er von einem Storch, den er auf den Saalewiesen zwischen Westheim und Elfershausen entdeckt habe. Es sei weder Jakob noch Adele gewesen.