Bad Kissingen — Es sei erst wenige Wochen her, dass es in Bad Kissingen von Feuerwehrfahrzeugen und Feuerwehrmännern nur so gewimmelt habe. Und wer sich die Uniformierten genauer ansah, der merkte, dass da deutlich mehr Gold prangte, als beim "Durchschnittsfeuerwehrmann". "Die Creme de la Creme des bayerischen Feuerwehrwesens" war nebst Staatssekretär und Minister zur Landesversammlung des Bayerischen Feuerwehrverbandes in die Kurstadt gekommen.

Wie Bürgermeister Toni Schick jun. in Vertretung des Oberbürgermeisters vor den zu ehrenden Feuerwehrkameraden aus der Großen Kreisstadt weiter bemerkte, war es hervorragend, wie sich Bad Kissingen Dank des Engagements seiner Feuerwehren dabei präsentierte. So habe sich manch einer der Gäste sehr positiv über die Stadt geäußert und versprach auch privat einmal wieder hier vorbei zu schauen. Es war also nicht nur eine wichtige Veranstaltung für die Wehren, sondern zugleich auch Werbung für die Stadt.
Wie Bürgermeister Toni Schick weiter ausführte, stand die diesjährige Feuerwehraktionswoche, deren Auftaktveranstaltung in Bad Kissingen war, unter dem Motto "Mach dein Kind stolz. Komm zur Freiwilligen Feuerwehr". Im Wörterbuch sei nachzulesen dass Stolz sein auf jemanden bedeute, seine Hoffnungen und Erwartungen durch jemanden "in schönster Weise erfüllt zu sehen". So wolle das Motto ausdrücken: Sorge dafür, dass dein Kind sagen kann "Ich finde meinen Papa oder meine Mama toll, weil ich es toll finde, was sie machen - sie sind Vorbild für mich".
Toni Schick blieb an diesem Abend beim Thema "stolz sein" und interpretierte das Motto dahingehend nochmals um, dass er feststellte: "Sorge dafür, dass dein Kind stolz auf sich selbst sein kann indem du ihm die Mitarbeit in der Feuerwehr empfiehltst." Damit würden aber nicht nur die Kinder stolz, sondern auch Stadtrat, OB und die gesamte Stadt, denn sie könnten stolz darauf sein, dass noch bürgerliches Engagement besteht, dass auf ehrenamtlicher Basis Hilfe geleistet wird, stolz darauf, dass es hier Menschen gibt, die nicht wegsehen, wenn's im übertragenen wie im Wortsinn "brennt".
Nicht zu vergessen sei, dass man auch darauf stolz sein könne, dass die Kräfte der Stadt auch außerhalb des Stadtgebietes helfen und so dafür Sorge tragen, dass es ein partnerschaftliches Miteinander mit den umliegenden Gemeinden gibt. So sei Bad Kissingen ohne seine Feuerwehren kaum vorstellbar, erledigten diese doch viele Aufgaben, die nicht ins Pflichtaufgabenfeld fallen. Schnell erkenne man, dass die Feuerwehren nicht teuer seien im Vergleich zu den Alternativen und dennoch einen 24-Stunden-Rundumservice leisten und unter der Servicehotline 112 rund um die Uhr erreichbar sind.
Auch Landrat Thomas Bold lobte die Werbung und das tolle Ambiente anlässlich der Landesversammlung des Bayerischen Feuerwehrverbandes. Auch er stelle in seiner Rede klar, dass im Lauf der Jahre den Freiwilligen Feuerwehren viele neue Aufgabenbereiche zugewachsen seien. Die Wehren erwiesen sich aber als anpassungsfähig und flexibel genug um dieser Entwicklung gerecht werden zu können.
Statt Brandbekämpfung steht heute vor allem die technische Hilfeleistung bei Unglücksfällen im Mittelpunkt. Neben Verkehrsunfällen, der Beseitigung von Sturm- und Unwetterschäden, Giftgasalarmen, sowie Einsätzen wenn Öl oder Chemikalien den Boden zu verseuchen drohen, gehe die geforderte Vielseitigkeit noch viel weiter: So müsste die Feuerwehr als "Mädchen für (fast) alles" sich auch um entlaufene Haustiere kümmern und verschlossene Haustüren öffnen und gar nicht so selten scheint es zu sein, bemerkte der Landrat, dass Brandexperten Bäume erklimmen müssen, um frustrierte Hauskatzen zur Rückkehr ins traute Heim zu überreden.
Die Feuerwehren funktionieren in der Regel reibungslos und erledigen ihre Aufgaben ohne davon besonderes Aufhebens zu machen, so der Landrat weiter. Dahinter stünden, wie es einmal so schön ein Feuerwehrkommandant ausgedrückt habe "junge Leute zwischen 16 und 60 die vor allem ehrenamtlich Zeit und zum Teil auch Geld investieren um in der Not zu helfen.

Ehrenkreuz in Silber und Gold

Einige von ihnen wolle man heute für 25-jährige, einige sogar für 40-jährige freiwillige und ehrenamtliche Arbeit in den Feuerwehren der Großen Kreisstadt ehren. So erhielten das Staatliche Ehrenkreuz in Silber (für 25 Jahre): Dietmar Schlereth, Bernd Schmitt, Thomas Schmitt (alle 3 FW-Albertshausen), Xaver Hippler, Mirko Keß, Oliver Koch (alle 3 FW-Garitz), Katja Feineis und Mario Rösner (beide FW-Hausen), sowie Georg Kaufmann und Michael Wimmel (beide FW-Poppenroth).
Für 40 Dienstjahre ging das Staatliche Ehrenkreuz in Gold an Lothar Schießer (FW-Albertshausen), Gerhard Hering von der Feuerwehr Bad Kissingen, Paul Primack (FW-Hausen), Egon Hartmann, Gerhard Kessler (beide Poppenroth), Konrad Kiesel, Andreas Renninger, Martin Seufert, Engelbert Vogel (alle FW-Reiterswiesen) und Roland Zwirlein (FW-Winkels).

Abschied vom aktiven Feuerwehrdienst

Stadtbrandinspektor Harald Albert und Kreisbrandrat Benno Metz sprachen allen Geehrten ihren Dank aus, vor allem auch Helmut Kleinhenz von der Feuerwehr Hausen und Harald Blasek (FW-Kleinbrach) die mit Erreichen der Altersgrenze nun aus dem aktiven Feuerwehrdienst ausscheiden müssen.