Irgendwie schafft es Thomas Dittrich, die Wissenschaft und den Sport unter einen Hut zu bringen. Diplomierter Wirtschafts-Ingenieur bei Schaeffler Technologies in Schweinfurt ist der 42-Jährige, aber auch Schwimmer und Segelflieger, der sich darüber hinaus in seiner Freizeit um Familie, Haus und Garten kümmert, Rad fährt oder sich dem Modellbau von Rennbooten widmet. Spannend, wie wir finden. Daher haben wir den Hammelburger, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, zum ausführlichen Interview gebeten.

Wer hat Sie angespielt?

Thomas Dittrich: Dirk Stumpe. Wir kennen uns von der Flugsportgruppe Bad Brückenau. Wie ich über die Jahre erfahren durfte, ist Dirk ein sehr bekannter und zuvorkommend freundlicher Genussmensch. Unter anderem teilen wir neben der "Freiheit des Segelfliegens - unter den Wolken" auch die Leidenschaft für den Schwimmsport.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?

Große Erfolge habe ich im Schwimmen nicht erreicht, das war auch nicht mein Ziel. Für mich zählt, dass ich mich im Training und auch im Wettkampf zu meiner eigenen Belastungsgrenze antreibe. Der Ausgleich zum Alltag und Beruf ist mir wichtig, weg von der statischen Position am Schreibtisch. Für mich war es immer ein Ziel, mich am Montag beim ersten Schwimmtraining der Woche auszupowern. Um dann Muskelkater und Euphorie aus der körperlichen Erschöpfung bis zum nächsten Schwimmtraining am Mittwoch abzubauen beziehungsweise zu erhalten.

Sie sind Übungsleiter in der Schwimmabteilung des TV/DJK Hammelburg. Wie motiviert man die Jugend für Wassersport?

Mittlerweile sind wir ein kleiner Stamm an Trainern, die dem Nachwuchs die verschiedenen Techniken des Schwimmens, aber auch die Motivation geben, sich sportlich im Wasser zu bewegen. Faszinierend ist es - seitdem ich mit 18 Jahren meinen Übungsleiterschein gemacht habe - die Jugendlichen von damals heute mit deren Kindern im Schwimmbad zu treffen oder die eigenen Kinder im Wasser und in der Dynamik der Gruppe im Training anzuleiten. Sobald die Kinder regelmäßig zum Training erscheinen, ist es sehr viel leichter, diese für den wunderschönen Wassersport zu fesseln. Das schöne neue olympische Motto "schneller, höher, stärker - gemeinsam" gibt auch den wichtigen Zusammenhalt im Verein wider: Um Kinder und Jugendliche zu motivieren. Aber auch, um Erfolge gemeinsam zu feiern.

Bleiben Sie wach, um die olympischen Schwimm-Wettbewerbe zu verfolgen?

Ich nehme die Ergebnisse, vor allem der deutschen Schwimmer, über die Zeitung oder andere Medien wahr, bin jedoch nicht so "hungrig", mir die Live-Übertragungen mitten in der Nacht anzuschauen.

Ein Vereins- und sogar Arbeitskollege von Ihnen ist Markus Unsleber, der Triathlet, der schon beim Ironman auf Hawaii war. In welchem "Triathlon" würden Sie Markus schlagen?

Haha ... Im Bürostuhlsitzen, Fahrrad reparieren und jährlichen Burger-Grillen der Schwimmabteilung vor der Sommerpause.

Sie sind auch in einem anderen Element zuhause: in der Luft nämlich als Segelflieger. Wo fühlen Sie sich wohler?

Bekanntlich habe beide Elemente - Wasser und Luft - keine "Balken". Somit ist beiden Sportarten der nötige Respekt entgegenzubringen. Im Schwimmbad ist das ganze etwas begrenzter und absehbarer als im Freiwasser. Und durch eine längere Erfahrung und Rettungsschwimmerausbildung inklusive der Praxis für mich leichter zu beurteilen. Beim Fliegen ist Übung nach der Ausbildung und nach dem Erreichen des Flugscheines sehr wichtig, um die verschiedenen Situationen zu verinnerlichen und auch mehr Erfolg und Spaß am Thermikfliegen zu haben. Den Wohlfühlfaktor muss ich mir beim Segelfliegen aufgrund der Winterpause und dem mir verfügbaren eingeschränkten Zeitrahmen in der neuen Saison erst wieder erarbeiten. Das alles ist abhängig vom Segelflugzeug und dem Wettergeschehen. Segelfliegen ist prinzipiell schwer zu vergleichen mit dem Schwimmen.

Fehlen noch die Elemente Feuer und Erde. Wie sind Sie diesen verbunden?

Erde: Wenn man den Beckenrand beim Schwimmen oder den festen Boden beim Segelfliegen wieder erreicht hat. Feuer: Wenn die brennende Muskulatur nach der Schwimmstrecke wieder "normal funktioniert". Oder wenn das Lagerfeuer am Flugplatz nach einem schönen Flugtag brennt.

Ihr Verein ist die Luftsportgruppe Rhönflug, die ihren Flugplatz bei Einraffshof nahe Bad Brückenau hat. Warum sind Sie als Untererthaler nicht bei der Flugsportgruppe Hammelburg?

Wie so oft sind es Bekannte, die den Weg weisen. Bei mir war es ein ehemaliger Schwimmerkollege, der beim Rhönflug geflogen ist, sowie ein Untererthaler, von dem ich wusste, dass er in Oberleichtersbach fliegt. Die kleine Gemeinschaft und der sehr offene freundschaftliche Empfang, vielleicht auch die junge Altersstruktur, waren die Treiber.

In der Luft und im Wasser kennen Sie sich also aus: Sind Sie denn schon mal ein Wasserflugzeug geflogen?

Nachdem ich mich beruflich tatsächlich mit Schiffsantrieben beschäftige, wäre das die logische Schlussfolgerung. Eine sehr gute Ergänzung, das sollte ich noch auf meine persönliche To Do-Liste mit aufnehmen oder zumindest einmal im Wasserflugzeug mitfliegen.

An wen spielen Sie weiter?

An Lukas Gössmann-Schmitt, der zusammen mit Simon Bahmer im TV/DJK Hammelburg "Parkour" trainiert. Lukas habe ich über Simon kennengelernt, beide waren bei mir beim "Trockentraining" der Schwimmabteilung. Lukas wohnt auch in der gleichen Straße wie ich.