Ball sauber annehmen, durchstarten - und eiskalt vorm Tor abschließen: alles Dinge, die ein Stürmer wie Yanik Pragmann vom FC Westheim können muss. Spielend leicht nimmt der 25-Jährige den Steilpass von Enrico Jopp aus der Fuchsstädter Nachbarschaft auf und verwertet ihn. Nicht in Form von Toren, sondern als Antworten. Im Interview beleuchtet der in Hammelburg lebende Disponent einer Gemündener Firma seine Entwicklung und die seines Clubs nach dem Weggang von Sturmpartner David Böhm. Er erzählt aber auch, was er mit "Blauen Pfeilen" und "Yaniks Taxi"-Gruppe" zu tun hat.

Herr Pragmann, wer hat Sie angespielt?

Yanik Pragmann: Angespielt wurde ich von Enrico Jopp. Kenngelernt habe ich "Jopper" durch seine Freundschaft zu meinem Vater schon in Kindheitstagen. Durch Fasching, Fußball und diverse Feierlichkeiten hat man sich bis heute nicht aus den Augen verloren.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?

Meine Jugend verbrachte ich bis zur U15 bei der DJK Frankenbrunn. Anschließend habe ich meine Fußballschuhe jeweils zwei Jahre für die FT Schweinfurt und den FC Schweinfurt 05 geschnürt. Im Herrenbereich spiele ich seit mittlerweile sieben Jahren für den FC Westheim. Die größten Erfolge waren sicherlich der Relegationsaufstieg 2017/2018 sowie die Kreisliga-Meisterschaft in der darauffolgenden Saison.

Was sind Sie generell für ein Typ? Eher locker und grad heraus oder mehr zurückgezogen, nach innen gekehrt?

Generell würde ich mich aber eher als locker und nach vorn heraus beschreiben.

Mit dem FC Westheim stehen Sie auf Tabellenplatz 6. Wie würden Sie den Saisonstart ihres Vereins nach dem Abstieg aus der Bezirksliga bewerten?

Durchwachsen. Sicherlich hätte man den ein oder anderen Punkt mehr holen können. Allerdings hängen die Trauben in einer sehr starken, ausgeglichenen Kreisliga sehr hoch, sodass man mit den bisher gesammelten Punkte zufrieden sein kann.

In der vergangenen Saison hatten Sie mit David Böhm einen prominenten Sturmpartner. Der ist jetzt weg. Hat sich für Sie etwas geändert?

Bestimmt ist es so, dass David und unser jetziger Trainer Dieter Noack unterschiedliche Spielweisen bevorzugen und spielen lassen. Generell verändert hat sich hierbei für mich allerdings nichts, da ich ja nach wie vor in der Offensive auflaufen darf und mich hierbei auch wohl fühle.

Was konnten Sie konkret von David Böhm lernen?

Auch geprägt durch einige Schlüsselerlebnisse auf dem Feld sicherlich, dass Spiele erst verloren und vorbei sind, wenn der Schiedsrichter diese abpfeift.

Unter Böhm hat die Mannschaft immer recht offensiv gespielt, in der Bezirksliga aber auch viele Tore kassiert. Wie ist jetzt in der Kreisliga das System?

Sicherlich bestand ein Hauptaugenmerk des neuen Trainers darin, die Defensive im Vergleich zur Bezirksliga-Saison zu festigen, was bis auf zwei Ausnahmen bisher auch gut gelungen ist. Wir spielen die Systeme, die am besten zur Mannschaft im Gesamten passen. Diese kommen dann auch mir entgegen.

In der Bezirksliga haben Sie acht Tore in 22 Spielen geschossen. In der aktuellen Saison sind es schon fünf. Wo wollen Sie am Ende der Spielzeit landen?

Wichtig ist vor allem der Erfolg der Mannschaft und des Vereins. Wenn ich dazu Tore beisteuern kann, freut mich das natürlich. Ein persönliches Ziel gibt es aber keines.

Wo können Sie sich selbst noch verbessern?

Man sagt mir nach, dass ich durchaus noch mehr Defensivarbeit verrichten könnte. Aktuell lässt sich auch die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor vermissen.

Ihr Vater Jürgen Durmann ist ja im Vereinsleben sehr aktiv. Was macht er genau und was konnten Sie in dieser Hinsicht von ihm lernen?

Mein Vater ist seit Jahren in der Vorstandschaft des FC Elfershausen tätig und engagiert sich dort auf jeglichen Ebenen. Ich denke, dass ich einen Teil dieser sozialen Ader sicherlich bei mir mit übernehmen konnte.

Sie sollen Mitglied einer Gruppe namens "Blue Arrows" sein. Was steckt dahinter?

Bei den Blue Arrows handelt es sich um eine Dartmannschaft aus Westheim, die sich 2019 gründete und auch im Ligabetrieb mitspielt. Dort überlasse ich gerne anderen, besseren Mitspielern den Vortritt. Für das ein oder andere Trainingsmatch kann man mich aber dennoch gewinnen.

Wie kommt dann der Satz zustande: "In Schweinfurt habe ich noch nie ein Dartspiel verloren"?

Dazu muss man vorab sagen, dass sich mein Talent an der Dartscheibe sehr stark in Grenzen hält und ich mir die Spiele deshalb lieber von außen anschaue. Aus der personellen Not heraus musste ich einst bei einem Auswärtsspiel in Schweinfurt trotzdem einmal als Einwechselspieler aktiv werden. Aus unerklärlichen Gründen konnte ich die beiden Sätze für mich entscheiden. Dieser Anlass war mehr als Grund für mich, meine aktive Dartkarriere zu beenden und so die "weiße Weste" in Schweinfurt zu bewahren.

Wie man hört, wurde einstmals eigens für Sie die WhatsApp-Gruppe "Yaniks Taxi" gegründet...

In meinem ersten Herrenjahr in Westheim 2014 war ich noch nicht volljährig. Damit ich zu den Trainingseinheiten und Spielen von Frankenbrunn nach Westheim kommen konnte, gründete man kurzerhand eine WhatsApp-Gruppe mit sieben oder acht Mitgliedern, in der dann geklärt wurde, wer mich fahren kann. An dieser Stelle nochmals ein Riesen-Dankeschön an alle Beteiligten.

Sind Sie ein Feiertyp und welche Beziehung haben Sie zu Autodächern?

Hin und wieder findet man mich auch auf der ein oder anderen Feierlichkeit. Wieso bei einer Feier in Elfershausen das Auto-Dachfenster meines damaligen roten VW Polos zu Bruch gegangen ist, sprengt an dieser Stelle sicher den Rahmen und wäre kein gutes Vorbild für die jungen Leser der Zeitung. Dass es für alle Beteiligten jedenfalls eine große Gaudi war, lässt sich aber nicht abstreiten.

An wen spielen Sie weiter ?

Den Steilpass spiele ich weiter an Andreas Metz vom TSV Stangenroth. Er und die Stangenröther haben wir vor drei Jahren bei den Relegationsspielen im Sommer kennengelernt. Auch wenn aus unserem Sprintduell oder einem Freundschaftsspiel gegen den TSV bis heute leider noch nichts geworden ist, geht der Pass nach Stangenroth.

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld haben wir deutlich breiter gesteckt. Der Spieler muss lediglich aus dem Landkreis Bad Kissingen kommen oder dort aktiv sein. Und zwar nicht zwangsläufig als Fußballer. Jeder Sportler und jede Sportlerin darf angespielt werden. Abwechslung ist angesagt!