Hauptsache Bälle. Rund geht es zu im Leben von Sebastian Schübert. Aber klar, die Schwerpunkte beim 40-Jährigen, verheirateten Vater zweier Kinder, der im Außendienst Profi-Kaffeemaschinen verkauft, liegen beim Fußball und seit einigen Jahren vor allem beim Tennis, welches der Wahl-Ebenhäuser auch dem Nachwuchs vermittelt.

Herr Schübert, wer hat Sie angespielt?

Angespielt wurde ich von Markus Schott, meinem ehemaligen Fußballtrainer aus der DJK-Zeit in Schlimpfhof. Dort hat man sich kennen und schätzen gelernt. Durch diese Freundschaft ist dann ebenfalls der Kontakt im Bereich Tennis zustande gekommen und wurde ausgebaut. Mittlerweile schwingen wir zusammen für den FC Eltingshausen die Schläger.

Wie ist Ihr Laufweg?

Mein Laufweg begann 1998 in Obereschenbach. Als junger Fußballer erlebte ich Freud und Leid mit dem FCO. Nachdem der Aufstieg erst in der Relegation zur Kreisliga gegen den SV Riedenberg gescheitert war, stiegen wir im darauffolgenden Jahr als Tabellenletzter ab. Dennoch war dort immer eine harmonische Stimmung. Nachdem zwei Jahre ohne Niederlage in den Saisonspielen vorüber waren, konnte der Aufstieg gefeiert werden. Mit dem privaten Umzug von Nüdlingen nach Hassenbach wechselte ich in der Saison 2008/2009 in der Winterpause zur DJK nach Schlimpfhof. Manch geselliger Ausflug, getarnt als Trainingslager, hinterließ Spuren mit vielen Freundschaften. In einer Saison war ich sogar drittbester Torschütze, obwohl ich die Hälfte der Spiele im Tor gestanden hatte.

Sie spielen auch Tennis. Welche Sportart bevorzugen Sie?

Grundsätzlich haben beide Sportarten ihre Faszination, auch im Fernsehen. Von daher würde ich sagen unentschieden. Ein Ergebnis, das es im Tennis ja bekanntlich gar nicht gibt. Beides Live ist übrigens immer noch einen großen Tick spezieller.

Ihre Heimat ist Zeil am Main. Wie hat es Sie in die Rand-Rhön verschlagen?

Nach meinem Schulabschluss 1998 begann ich mit meinen 17 Lenzen eine Ausbildung zum Hotelfachmann im Hotel Ullrich in Elfershausen. Da zu diesem Zeitpunkt noch ohne Führerschein, war ich von der Zugverbindung abhängig, um nach Zeil zu kommen . Gewohnt habe ich aber gleich zum Start in einer kleinen Wohnung, die ich mir nach sechs Monaten mit einer Azubikollegin geteilt habe. Geblieben bin ich weil ich mich wohl fühlte mit der Gegend, den Menschen und am Ende auch der Liebe wegen.

Seit vier Jahren spielen Sie in Eltingshausen Tennis. Wie kam es dazu und was schätzen Sie am Verein?

Ehrlich gesagt, gehe ich jetzt in Eltingshausen in meine dritte Saison. Aber ja, seit 2018 bin ich im Verein dabei. Markus Schott fragte bei mir an, ob ich Tennistraining geben würde oder jemanden kenne, der noch Stunden geben kann. Nach Rücksprache mit meiner zauberhaften Frau Julia konnte ich ihm mitteilen, dass ich mit einer überschaubaren Zeit zur Verfügung stehen kann. Da ich gerne Dinge weitergebe und das gemeinsame Arbeiten mit Kids, deren Begeisterung und die Freude spüre, war ein Einleben im Verein nicht schwer. Mittlerweile müssen auch die Herren/Herren30 mit mir zurecht kommen und mein "Abdriften" in Besserwisserei ertragen. Dies habe ich manchmal auch im Privaten. Von daher: "Entschuldige Schatz!"

Die Corona-Pandemie spülte viele Fußballer im Herbst ihrer Karriere in die Tennisvereine. Wie machen die sich so im Training?

Ob da tatsächlich die Pandemie der Treiber ist, lässt sich schwer nachvollziehen. Dass der Sport Tennis generell Vorteile hat in der Pandemie, dass man zum Beispiel zu Zweit spielen kann, ist ja nicht von der Hand zu weisen. Aber dies darauf zurückführen, wäre mir zu einfach. Ich glaube, dass der Fußballer im Karriereherbst immer noch Rivalität sucht, den sportlichen Ehrgeiz ausleben will und dann gerne im "Eins gegen Eins". Durch das geübte Auge, ein in der Regel passables Ballgefühl und einen gewissen Ehrgeiz sind die Voraussetzungen für Tennis schon positiv besetzt. Ebenso nicht zu vergessen die läuferische Komponente. Alles in allem kann aus einem guten Fußballer ein guter Tennisspieler werden.

Sind auch andere Hobbysportler darunter, Handballer oder Volleyballer?

Womöglich kommen vereinzelt Spielerinnen und Spieler aus anderen Sportarten "herüber". Aber auffällig ist es allemal, dass es hauptsächlich Fußballer sind. Vielleicht liegt es daran, dass viele in der Jugend schon Tennis und Fußball gespielt haben und, nachdem mit 15 bis 18 Jahren die Entscheidung für den Mannschaftssport Fußball fiel, nun eben Tennis weitergehend genutzt wird.

Was meinen Sie: Hält der Tennis-Trend an?

Gerne würde ich dies so bestätigen. Wie erwähnt, sehe ich nicht die Pandemie als Grund, sondern eher ein stetiges Arbeiten in der Vereinsstruktur und kreative Ideen, um Mitglieder für den Sport zu begeistern. Da hat sich in den letzten fünf bis acht Jahren eine Menge getan. Die Verbände DTB und BTV geben immer Anstöße und Optionen. Wenn die richtigen Menschen an den wichtigen Positionen sitzen, dann funktioniert vieles "von ganz allein". Gerade für Außenstehende ist oft von einem Boom oder einer Selbstverständlichkeit die Rede. Einen wirklichen "Boom" wie es Ende der Achtziger Jahre und zu Beginn der Neunziger war, den wird es so nicht mehr geben. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass dies gar nicht schlecht ist. Wer etwas tut für seine Mitglieder, für neue Mitglieder, der hat es auch verdient von einem wundervollen Vereinsleben zu profitieren.

Deutschlands Tennis-Elite schlägt sich derzeit durchwachsen. An der Spitze steht sicher Alexander Zverev; Angelique Kerber und Andrea Petkovic spielen mal, mal so. Inwiefern helfen diese "Stars"?

Dies ist ein schwieriges Thema für mich. Selbstverständlich führt eine größere Aufmerksamkeit zu mehr Interesse. Allerdings wird meist jeglicher Erfolg der deutschen Spielerinnen und Spieler mit dem Erfolg von vor 30 Jahren verglichen. Es ist ein wenig schade, dass die breite Öffentlichkeit kaum mehr eine Tenniswahrnehmung außerhalb der Top 20-30 der Welt hat. Und ja, in diesem Bereich halten sich wenige deutsche Sportler auf. Ganz sicher helfen bekannte und vor allen Dingen erfolgreiche Sportler ihrem Sport. Hauptsächlich mit ihrer Medienpräsenz. Am Ende zählt aber immer das Handeln vor Ort in den Vereinen.

Haben Sie eine favorisierte Mannschaft oder einen favorisierten Spieler?

Im Fußball ist das der VfL Wolfsburg und im Tennis mag ich sehr die Leichtigkeit und Aura von Roger Federer. Der Hang zu Wolfsburg entstand durch meinen Cousin, der gut zwei Jahre für den Verein gespielt hat und ich Mitte der 1990er-Jahre eine andere Nähe zum Verein hatte. Unter anderem mit dem Dabeisein im Pokalfinale 1995, das sind wundervolle Kindheitserinnerungen. Im Tennis sind die Variationen von Roger Federer in dieser Perfektion schwer nachvollziehbar und demnach umgibt ihn für mich eine eigene Aura. Eine gewisse Selbstverständlichkeit und dies gekoppelt mit seiner Art neben den Tenniscourts, das ist schon sehr beeindruckend.

Gemeinsam mit Steffen Hartung betreuen Sie den Tschuggimuggi-Cup, der ja auch Aufbruchstimmung in die Tennisabteilung des FC Eltingshausen getragen hat. Was gefällt Ihnen besonders daran?

Dieses Format ist genau ausgerichtet auf Vereinsgemeinschaft und um zeitgleich neue Sportler zu finden, die es in der Großgemeinde Oerlenbach zur Genüge gibt. Die Mischung aus den unterschiedlichen Spieltypen und -stärken hat ihre Faszination in der Gruppenphase. Dort erkennen Neulinge, was möglich ist auf dem Court und die vermeintlichen Mannschaftsspieler sehen, wie gut und talentiert sich manch Beginner schlägt. Nachdem 2021 das erste Mal eine Damenkonkurrenz abgehalten wurde, hat man nun alle Mitglieder in den Bann gezogen. Der Cup hat eine gewisse Eigendynamik entwickelt, dem es gilt im Sinne des Vereins, der Tennisabteilung die nötigen Räume zu geben. Auch hier steht dann das gemeinschaftliche Abschlussevent im Fokus. Allerdings ist auch die mediale Aufmerksamkeit ein Thema. Die Berichterstattung, das Präsent sein und vor allen Dingen die Freude und der Spaß, die hierbei entstehen, machen das Ganze unglaublich wertvoll.

Wo sehen Sie Ihren Beitrag zum Aufbruch?

Den sehe ich darin, Kinder und Jugendliche an den Tennissport heranzuführen und eine gewisse Begeisterung vorzuleben. Ansonsten versuche ich mich in Veranstaltungen einzubringen und eine gewisse Weichenstellung mitzugestalten. Die Kopplung von Eltern der Jugendlichen zum Verein empfinde ich noch als recht wichtig, da Mutter und Vater schon auch gerne wissen, was die Kinder so tun. Vereinsleben ist Familienleben.

Uns wurde zugetragen, dass Sie leidenschaftlich gerne Dinge ausdiskutieren (und am Ende Recht haben).

Wie bereits beschrieben, weiß ich um diese Eigenschaft. In vielerlei Hinsicht sehe ich sie als Nachteil. Aber Charakter entwickelt sich und womöglich bildet sich da bei mir noch etwas weiter. Um das Ende in der Klammer stehend darf diskutiert werden.

An wen spielen sie weiter?

Mein Zuspiel geht an Tino Reuter, einen Haudegen aus der Zeit in Obereschenbach. Er war zu meiner Startzeit einer derjenigen, die mich gefordert haben, aber immer für ein Gespräch bereit stand, wenn es etwas zu klären gab. Leider ist der Kontakt zuletzt deutlich weniger geworden, aber bestimmt ergibt sich bald ein Treffen in Obereschenbach.

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld haben wir deutlich breiter gesteckt. Der Spieler muss lediglich aus dem Landkreis Bad Kissingen kommen oder dort aktiv sein. Und zwar nicht zwangsläufig als Fußballer. Jeder Sportler und jede Sportlerin darf angespielt werden. Abwechslung ist angesagt!