Die Senioren Open des TC Rot-Weiß Bad Kissingen sind ein Turnier der Superlative. Erst recht, seitdem die Veranstaltung auf "S1" hochgestuft wurde. Mehr Qualität geht auf nationaler Ebene nicht in diesem Bereich. Viele Ranglistenpunkte waren an der Saale zu vergeben, entsprechend groß die Starterfelder.

"Wir hatten 220 Meldungen, nur knapp 180 konnten teilnehmen. Damit hatten wir an den fünf Turniertagen weit über 200 Matches, die auf zehn Plätzen unserer Anlage ausgetragen wurden", sagt Torsten Voll, der als Turnierleiter und Schiedsrichter doppelt gefordert war. Vor allem aus dem Norden, unter anderem aus Hamburg, Kiel oder Flensburg, waren zahlreiche Spitzenspieler angereist, "weil deren Verbandsrunde bereits zu Ende ist. Bei uns in Bayern läuft die Medenrunde ja noch", weiß der 43-Jährige.

Die sportliche Qualität, die gepflegte Anlage und das gemütliche Ambiente mit kulturellen Angeboten hinterließen Eindruck bei den Sportlern, die zum Teil schon Tage vor dem Turnierstart angereist waren, dank Hospitality-Kooperationen von Seiten des TC Rot-Weiß in Hotels oder auf dem Campingplatz unterkamen. "Wir wollen ja, dass das Geld in der Stadt bleibt", lacht Voll. Und: "So viele haben sich bei uns bedankt, wollen unbedingt im nächsten Jahr wiederkommen. Das Turnier bleibt schließlich in der S1-Kategorie."

Auch das Wetter hatte sich von seiner besten Seite gezeigt, nur einmal sollte Petrus seine Schleusen für ein halbes Stündchen öffnen. "Aber unsere Anlage verfügt über eine Top-Drainage. Nach zehn Minuten waren die Plätze wieder bespielbar", sagt Torsten Voll, der die Hauptlast gemeinsam mit TC-Vorsitzendem Klaus Beck und Sportwart Markus Wittek stemmte. "Das war für uns echt anstrengend, aber auch genial. Man stellt sich nicht zwölf Stunden auf die Anlage, wenn man keinen Spaß hat", so Voll.

Bereits vor einem halben Jahr begann die Planungsphase, immer mit einer Pandemie bedingten undankbaren Ungewissheit. Dank Hygienekonzept waren rund um die Lindesmühl-Promenade zahlreiche Zuschauer, die sich dank der Großzügigkeit der Anlage gut verteilten. Etwa zehn Lokalmatadoren wagten den sportlichen Vergleich mit der nationalen Elite - um erwartungsgemäß zu scheitern. Was auch für Bela Mozes galt, der extra aus seiner rumänischen Heimat mit dem Auto angereist war, sich die gute Laune aber auch von seiner klaren Niederlage nicht verderben ließ.

Seit 30 Jahren ist Bela Mozes für den TC Rot-Weiß aktiv und trainiert daheim hin und wieder mit der Weltklasse-Spielerin Simona Halep. Dass Bad Kissingen just am Wochenende gemeinsam mit zehn weiteren bedeutenden historischen Kurstädten Weltkultur-Erbe wurde, war so etwas wie das Sahnehäubchen für die Veranstalter.