"Die Jungs wollten raus aus der Liga." Großartig motivieren musste Timm Manger seine Spieler also nicht, die hehren Absichten auch große Taten in der A-Klasse Rhön 1 folgen ließen. Der selbst gestellte Auftrag wurde quasi übererfüllt, weil sich die Reserve in der B-Klasse Rhön 1 ebenfalls den Platz an der Sonne packte. Das übrigens zum zweiten Mal in Folge, doch diesmal nimmt die zweite Garde ihr Aufstiegsrecht auch wahr, quasi als Nachrücker für die Erste. "Zwei Mannschaften in der A-Klasse hätten keinen Sinn für uns gemacht, denn dann hätten unsere Teams in verschiedenen Gruppen spielen müssen", sagt DJK-Abteilungsleiter Günther Schneider. Auf diese verrückte Corona-Spielzeit mit gewaltiger Überlänge blickt Timm Manger mit Stolz zurück. Seine in großen Teilen sehr junge Mannschaft hatte sich auch von kleinen Dellen nicht aus der Fassung bringen lassen.

Die erste Niederlage kassierten die Rhöner Jugendkraftler früh in der Saison mit dem 0:2 in Obereschenbach - es sollte die einzige bleiben. Der SV Garitz, die SG Oberleichtersbach/Modlos und der spätere "Vize" SV Machtilshausen rangen dem späteren Champion immerhin eine Punkteteilung ab. "Wir hatten in dieser Liga starke Gegner, richtige Brocken. Da konnte man sich nie zu sicher sein. Aber die wachsende Euphorie hat uns natürlich geholfen. Dazu kam eine überragende Trainingsbeteiligung mit zum Teil weit über 20 Spielern pro Einheit", sagt Manger, der im Sommer 2019 vom FC Thulba an die Schondra gewechselt war.

Immer für einen Treffer gut

Für den 40-Jährigen war vor allem die Offensive ein Erfolgsgarant. "Andere Vereine hatten einen echten Torjäger. In unserem Kader stehen aber viele Jungs mit Abschluss-Qualitäten, weswegen wir immer für Tore gut sind. Das war unser großes Plus", sagt Manger. Mit 14 Treffern lag Tizian Rölling gemeinsam mit Dimitrios Glykos (SG Hammelburg) auf Platz 3 der ligaweit besten Torjäger. Erfolgreicher waren nur Björn Schlereth vom SV Garitz (21) und Florian Friebel von der SG Oberleichtersbach (17). Auf 13 Buden kam Stefan Beck, Sebastian Fischer traf zehnmal, Tim Weimann und Mario Hägerich jeweils neunmal, David Hahn siebenmal. Das Torverhältnis von 71:18 nach 17 Spielen spricht Bände.

Das passende Geschenk

Die Reserve hatte nach 16 Spielen 49 Tore geschossen und nur 16 kassiert. Erfolgreichste Torschütze war Timo Schneider (13), im Liga-Ranking traf nur Thomas Eckert vom TSV Waldfenster (21) öfter. Der Triumph war auch ein Abschiedsgeschenk an Daniel Kleinhenz, der die Spielgemeinschaft mit Schönderling, Breitenbach und Mitgenfeld vier Jahre trainiert hatte und in der neuen Saison von Timo Schneider und Moritz Schroll beerbt wird. "Das war für mich als neuen Trainer super, so jemanden an der Seite zu haben. Daniel hat mich immer super unterstützt", sagt Timm Manger, der in der neuen Saison mit Patrick Hahn einen Co-Trainer bekommt.

"Der unbändige Wille auf eine Spitzenposition war bei beiden Teams vorhanden. Daher hat sich jedes Team seine Meisterschaft auch verdient", findet Abteilungsleiter Günther Schneider. Gefeiert wurde aufgrund der Umstände im kleinen Rahmen. Aber die nächste Party kommt bei dieser starken Truppe ganz bestimmt...