Schon witzig, dass der Junge aus Wartmannsroth tatsächlich mehr Erfahrung aufweisen konnte als der ausgebuffte Ex-Profi, der neben zahlreichen Bundesliga-Einsätzen auch auf acht Spiele in der Nationalschaft kam. Victor Kleinhenz hat zwar keinen Wikipedia-Eintrag und hat nie höher als Bezirksliga gekickt, verfügt aber die größere Erfahrung: als Regionalliga-Trainer.

Schließlich hat der 30-Jährige seit einem knappen Jahr das sportliche Sagen beim TSV Aubstadt, während Sandro Wagner am Donnerstag zum Saisonauftakt seine Trainer-Premiere in der Regionalliga feierte. Zuvor hatte der 33-Jährige die U19 der SpVgg Unterhaching über die Relegation in die Bundesliga geführt - in zwei Spielen gegen den FC 05 Schweinfurt.

"Vor dem Spiel haben wir uns im Kabinentrakt ganz normal begrüßt und über Fußball ausgetauscht. Sandro ist ein entspannter und sympathischer Typ. Menschlich und unaufgeregt. Ich hatte einen super Eindruck von ihm", sagt Vicky Kleinhenz einen Tag später über den Trainerkollegen, der seine aktive Karriere in China beendet hatte und zuletzt als TV-Experte bei der Europameisterschaft viele Pluspunkte beim Fachpublikum sammelte.

Am Donnerstag gab es aber nur einen Punkt, und der war beim torlosen Remis für die Oberbayern sogar schmeichelhaft, weil die Aubstädter vor allem in der ersten Hälfte ein deutliches Chancen-Plus hatten. "Sandro war an der Linie sehr aktiv, aber stets sachlich. Und wir haben viel gemeinsam gelacht. Vor allem bei den hektischen Szenen auf dem Spielfeld gab es immer wieder Blickkontakt", versehen mit einem Schmunzeln", sagt Kleinhenz. "Allerdings war ich in Aubstadt wohl der einzige, der sich im Vorfeld mit der Unterhachinger Mannschaft und nicht mit dem Trainer der Spielvereinigung beschäftigt hat."

Etwas Besonderes war der Tag aber allemal für den Wartmannsrother und seinen neuen Co-Trainer Andre Betz aus dem benachbarten Windheim. "Die offizielle Saisoneröffnung. Die 1000 Zuschauer, das gute Spiel von unserer Elf. Das alles hat den Tag zu einem besonderen gemacht. Schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat, aber wir wissen jetzt, wo wir stehen", sagt Kleinhenz.

Recht zügig fuhren die Gäste samt ihrem berühmten Trainer wieder zurück in die Heimat. Umso länger blieb - dank eigenem Fahrer - mit Manfred Schwabl der Präsident der Spielvereinigung im TSV-Sportheim. "Der Manni hatte sichtlich Spaß an unserer Fußball-Kultur", lacht Kleinhenz, der nur bei einer Sache keine Kompromisse machen wollte. "Die wollten die Pressekonferenz erst im Stehen machen. Das ging gar nicht. Der Sandro mit seinen 1,94 Metern hat mich schließlich schon im Sitzen deutlich überragt."