Am nächsten Spieltag ging beim unglücklichen 3:4 gegen die SG Unsleben/Wollbach schließlich die Tabellenführung flöten. Bischofsheim übernahm.
Doch dann folgte - nach einer weiteren Niederlage im Derby in Weichtungen - das "Erweckungserlebnis" gegen die SG Heustreu/Wollbach. Laut Wetterich hatten sich die Aktion "einige ältere frühere Spieler ausgedacht. In Rottershausen habe ich so etwas noch nie gesehen."
Der FC gewann das Spiel 3:0 - bei gleichzeitiger Niederlage des Tabellenführers Bischofsheim gegen die Aubstädter Reserve. Ein Punkt fehlte den Rottershäusern zur Spitze.
Auch den machten sie im letzten Saisonspiel beim 3:1-Auswärtssieg in Nordheim v.d.Rhön wett, weil Bischofsheim bei der DJK Salz/Mühlbach erneut verlor und so die Meisterschaft verspielte. "Damit konnte keiner rechnen, dass Aubstadt II und Salz gegen den Tabellenführer gewinnen. Aber genau deswegen war der Aufstieg am letzten Spieltag umso überraschender und schöner", sagt der 36-jährige Abteilungsleiter, der übrigens "felsenfest überzeugt" war, dass seine Mannschaft sich in der Relegation durchgesetzt hätte. "Schlecht Fußball gespielt haben ja wir nie. Uns fehlten nur Selbstvertrauen und etwas Glück."
Was folgte, war ein wahres Jubel-Inferno. Nach Wetterichs Angaben trank die Mannschaft zunächst in Nordheim das Sportheim leer. Ein Vorstand des Rhöner Vereins musste sogar eine Kiste Bier von daheim holen, weil die Vorräte ausgegangen waren. "Das hat er gern gemacht; er hat ja schließlich Geld von uns bekommen."
Der Sause schloss sich ein 55 Kilometer langer Autokorso Richtung Heimat an. Der natürlich über Salz führte, weil die dortige SG ja Bischofsheim geschlagen hatte.
In Rottershausen wiederholte sich dann die Szene, die dem FC mutmaßlich die Wende brachte: Wieder standen Fans Spalier, diesmal vom Sportplatz zum Sportheim. Dann wurde bis in den nächsten Morgen gefeiert. Einige Spieler machten die Nacht gleich ganz durch. Und weckten auf einer morgendlichen Runde durchs Dorf diejenigen ihrer Mitspieler, die sich kurz aufs Ohr gelegt hatten.
Dabei schauten sie auch bei Jörg Wetterich und vor allem Alfred Kanz, dem Rottershäuser Kulttrainer vorbei. Er hatte viele von ihnen in der Spielzeit 2017/18 noch gecoacht. Schließlich rückte die komplette Truppe nochmals bis zum späten Abend ins Sportheim ein.
Wer dachte, das war es mit den Feierlichkeiten, der täuscht sich. Einige Rottershäuser Kicker fuhren zu Relegationsspielen im Fußballkreis, zum Beispiel nach Unterweißenbrunn, wo Wollbach und Urspringen/Sondheim sich duellierten. Oder nach Oerlenbach, wo Lauter und Burglauer gegeneinander spielten. "Sie haben dort die Kassen ordentlich aufgefüllt", sagt Jörg Wetterich schmunzelnd.
Schließlich war da noch die offizielle Meisterfeier, die am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt im Sportheim stattfand. Alle Spieler und Menschen, die während der Saison beim Verein wie auch immer mitgeholfen hatten, waren eingeladen, insgesamt 130 Gäste. Es wurden Pokale und Urkunden überreicht.
Hätten die Rottershäuser diesen Feiermarathon veranstaltet, wenn sie schon zwei Spieltage vor Schluss als Meister und Aufsteiger festgestanden hätten? Wahrscheinlich nicht.
Und nun? Wollen die Rottershäuser tatsächlich mit der bestehenden Mannschaft die Kreisliga rocken, sagt Trainer Alexander Schott. "Wir wollen ein paar Zugänge aus der Jugend integrieren, ansonsten ist unser Kader gut aufgestellt. Wir sind alle fußball-bekloppt und haben unser Potenzial noch lange nicht abgerufen." In der Tat besteht das Team zum größten Teil aus Rottershäusern. Nur Schott und ein weiterer Spieler stammen aus Eltingshausen.