Mittlerweile kickt Ihr in der A-Klasse. Warum drehte sich die Spirale der Grün-Weißen in den letzten Jahren rückwärts? Es ist - und das ist meine persönliche Meinung - einfach zu erklären. Wenn man oben bestehen will, muss man in die Mannschaft investieren. Und das taten wir nicht. Wir haben damals Kicker geholt, die geil auf Landesliga waren, aber aus unteren Klassen kamen. Dann hat der Fußball heutzutage einen ganz anderen Stellenwert als früher. Sonst haben die Spieler eine Ausbildung in der Region gemacht beziehungsweise hier gearbeitet. Mittlerweile sind zehn Studenten im Kader und wenn sich jedes Jahr nur einer verabschiedet, hast du nach drei Jahren auch drei Spieler weniger, die wichtig waren. So ist bei uns eins nach dem anderen zusammengekommen. Dann hast du noch Scheiße und Pech am Fuß und steigst ab. Dann wieder und auf einmal spielt man in der A-Klasse. Das ist sehr schade. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es ohne Fusionierung zwischen Vereinen von Jahr zu Jahr schwieriger wird, etwas auf die Beine zu stellen.
Können wir den SV Garitz bald wieder weiter oben sehen? Wie siehst Du die SV-Zukunft? Also bei uns, wenn ich Mittwoch und Donnerstag raus auf dem Platz schaue, geht mein Herz auf, wie viele Kids da kicken und was die Leute da auf die Beine stellen. Bei uns hat man erkannt, dass das wichtigste die Jugend ist, und die ist meines Wissens sehr erfolgreich. Wir brauchen ein paar Jahre Geduld, dann kann es wieder was werden mit dem SVG. Aber im Moment muss man ehrlich sein, mit der Klasse zufrieden sein und jeden Sonntag einfach Spaß haben, ohne große Erwartungen.
Du führst mit Deiner Familie das Restaurant "Im Abseits" am Garitzer Sportgelände und bist Vater von zwei kleinen Kindern. Bleibt da noch viel Zeit fürs Kicken? Mein letztes Training hatte ich gefühlt in der Landesliga, aber sporadisch aushelfen, um solche Tore zu machen wie zuletzt, die Zeit nehme ich mir (lacht). Nein, ich habe gesagt, wenn ich Zeit und Lust habe und ich mich gut fühle, dann helfe ich gerne aus, aber Beruf und Familie haben mittlerweile Vorrang.
Dein jüngster Filius Cajus ist ein paar Monate alt. Wünscht sich der Papa, dass er und sein älterer Bruder Carlo mal Fußball spielen oder bist du diesbezüglich entspannt? Naja, wenn sie später als Ballett-Tänzer Millionen verdienen, ist es auch okay (lacht). Aber ich denke, es wird darauf hinauslaufen, dass sie kicken, denn sie entstammen ja einer fußballverrückten Familie.
Mit welchem Spieler hast Du am liebsten gekickt (oder kickst noch)? Wer war/ist der unangenehmste Gegenspieler? Also die Jahre mit den Sadowski-Brüdern oder Sandro Cazzella, Stefan Glöckler und Björn Schlereth waren geil und haben immer Spaß gemacht. Da hat alles gepasst. Einen unangenehmen Gegenspieler hervorzuheben, ist schwer. Da gab es in den Jahren schon viele. Auf dem Platz geht es ja immer anders zu als vor oder nach dem Spiel.
Wenn Du am Wochenende Zeit hast, für welches Spiel oder welche Mannschaft würdest Du Dich interessieren und warum? Aktuell ist es ja immer schwer Zeit zu finden wegen Beruf und Familie. Aber so ab und zu schau ich mir die Westheimer gerne an, da wir dort gerade bauen und auch bald hinziehen.
Auf Deinem Facebook-Profil sieht man, dass Dein Herz für Barcelona schlägt und für PAOK Saloniki schlägt. Wie kam es dazu? Ja, PAOK ist, seit ich ein Baby war, immer in meinem Herzen, auch durch meinen Papa. Barca kam mit den Jahren, weil damals Spieler wie Romario, Ronaldo oder Rivaldo geile Kicker waren. Ich fliege einmal im Jahr mit meinem Cousin nach Barcelona ins "Camp Nou". Dort machen wir dann drei Tage Fußball-Kultur vom Feinsten.
Was hat es mit dem Ort, den Du fürs Foto gewählt hast, auf sich? Das ist unser Neubau in Westheim, wo wir in circa sieben Wochen einziehen wollen. Das Gespräch führte Stephan Penquitt
Papadopoulos und der gelutschte Käs' Position Offensive.
Stationen als Spieler in der Jugend TSV Bad Bocklet, DJK Windheim, TSV Aschach, FC 05 Schweinfurt; bei den Herren TSV Arnshausen und SV Garitz.
Sportliche Erfolge Aufstiege in die Kreis- und die Bezirksliga sowie die Landesliga-Saison 2013/14.
Schönster Karriere-Moment Aufstieg mit dem SV Garitz in die Bezirksliga über die Relegation im Elfmeterschießen in Schwemmelsbach.
Meinungen Björn Schlereth, Trainer SV Garitz: "Konni ist einfach ein Paradiesvogel. Ich nenne ihn wegen seiner Flausen auf dem Platz gerne 'Möchtegern-Okocha'. Für uns ist er sportlich wie menschlich unersetzlich. Ich bin froh, wenn er die Zeit findet, für uns aufzulaufen, denn er geht voran und übernimmt Verantwortung." Mario Wirth, Kumpel und Trainer des FC 06 Bad Kissingen: "Neben seinem Fußballtalent ist er ja ein redegewandter Sprichwort-Akrobat. Legendär und allseits beliebt bei uns in der Fußballrunde ist sein Spruch 'Da ist der Käs' schon gelutscht'". Tippspiel Wie Konstantin Papadopoulos die fünf Spieltags-Begegnungen tippt, sehen Sie im Video auf der Facebook-Seite der Saale-Zeitung. Zu gewinnen gibt es ein exklusives Tippsieger-T-Shirt der Saale-Zeitung.