Es war alles andere als ein direkter Weg, der Nell Pia Ostwald von Weißwasser an die Saale führte. Überhaupt kein Problem für die 28-Jährige, die Abzweigungen im Leben immer auch als Herausforderung sieht. Außerdem ist die reiselustige Volleyballerin und Hobby-Köchin eine Frau, die gerne auf Menschen zugeht. Der Beruf passt da genau ins Bild: Als Recruiter ist Nell Pia Ostwald zuständig für die Personalsuche und Personalauswahl.

Wer hat Sie angespielt?

Nell Pia Ostwald: Isabell Hergenröther hat mich angespielt. Ich habe letztes Jahr mit Pilates angefangen und dabei Isa kennengelernt. Sie ist die Trainerin und bringt uns jedes mal ordentlich zum Schwitzen.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?

Mit dem Volleyball begann ich als Siebenjährige in meiner Heimatstadt Weißwasser. Wir sind in der Region für die gute Nachwuchsarbeit bekannt. Viele Talente sind auf die Sportschule nach Dresden gegangen, leider entschied ich mich dagegen. Mit der U12/13 von Weißwasser gewann ich mal die mitteldeutsche Meisterschaft. Mein größter Erfolg war in der Saison 2015/2016, als ich mit Leipzig in der 2. Bundesliga gespielt habe. Ich war damals noch in der Ausbildung und meine Chefin machte alles möglich, damit ich bei jedem Training und jedem Spiel teilnehmen konnte. Es war anstrengend, aber dennoch hat es mir unglaublich viel Spaß bereitet. Vor meinem Wechsel nach Hammelburg spielte ich drei Jahre beim SV Warnemünde.

Wie kamen Sie zu den TV/DJK-Frauen beziehungsweise nach Bad Kissingen?

Die Entscheidung, nach Bad Kissingen zu gehen, habe ich mit meinem Partner zusammen getroffen. Ich hatte damals meinen Trainer in Warnemünde gefragt, ob er einen Verein in der Region Bad Kissingen kennt und er erzählte mir von den TV/DJK-Frauen. Da an das "Karriereende" noch nicht zu denken ist, wurde schnell im Internet recherchiert, ein Probetraining vereinbart und schon war ich Teil des Teams.

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Von Seiten der Mannschaft ist zu hören, Sie hätten sich super schnell integriert. Was hat es denn so einfach gemacht?

Ich bin sehr offen gegenüber neuen Begegnungen. Dennoch hat das Team es mir auch leicht gemacht und die Mädels haben mich super aufgenommen.

Nicht einfach gestaltet sich die Trainersuche für das Frauen-Team. Welche Art von Trainer braucht Ihr? Was muss der Neue für Qualitäten mitbringen?

Der neue Trainer sollte eine offene und ehrliche Kommunikation mit den Spielerinnen führen. Das Training muss abwechslungsreich und motivierend sein. Fachkompetenz sowie eine gewisse Strenge sollte ein Trainer mitbringen.

Sie sind sehr reiselustig. Wie schmerzhaft war für Sie Corona? Und gibt es aktuell ein konkretes Urlaubsziel?

Ehrlich gesagt war das sehr schmerzhaft! Ich bin ein großer Reisefan. Ein konkretes Reiseziel gibt es aktuell nicht. Wir werden wohl Italien oder Kroatien mit dem Auto erkunden. Und nächstes Jahr geht es hoffentlich wieder über den großen Teich.

Ihr Freund, Pascal Kröber, ist Eishockeyspieler und spielte auch schon für die Kissinger Wölfe. Sind Sie auch ein Eishockey-Fan?

Als klassischen Fan würde ich mich nicht bezeichnen. Meine Heimatstadt Weißwasser ist bekannt für den Eishockeysport. (Dynamo Weißwasser, Lausitzer Füchse - Anm. d. Red.) Dadurch, dass mein Bruder auch Eishockey spielt, habe ich meine Kindheit in verschiedenen Eishallen verbracht, bin damit quasi aufgewachsen. Wäre mein Freund kein Eishockeyspieler, würde ich dennoch ins Stadion gehen, da es ein Hobby von mir geworden ist, diesen Sport zu verfolgen.

Wie sehr haben Sie das Drama rund um die Kissinger Wölfe und die Eishalle mitbekommen?

Das war oft Thema bei uns zuhause. Sehr traurig, wie das alles gelaufen ist. Traurig ist es auch für die Stadt und dass den Kindern diese Chance, den Sport zu erlernen, genommen wird.

Aktuell spielt Ihr Freund in Schweinfurt, war aber auch schon im hohen Norden und tiefen Süden unterwegs. Folgen Sie im stets?

Prinzipiell entscheiden wir zusammen, wo es hingeht. Für ihn ist es auch wichtig, dass es mir in der Region gefällt, dass ich mich wohl fühle. Als er im tiefen Süden gespielt hat, bin ich in Leipzig geblieben, um meine Ausbildung zu beenden. Nach seinem Ausbildungsende in Rostock, war für uns klar, dass wir "weiterziehen" möchten. Aufgrund von Familie, Beruf und der Liebe zu den Bergen, zieht es uns immer wieder nach Bayern. Der Plan ist, sich später mal im Allgäu niederzulassen. Ich bin ihm also in neun Jahren erst zweimal gefolgt (lacht).

Und wie schwierig ist das für Sie, sich immer wieder neu einzugewöhnen?

Gar nicht schwierig. Ganz im Gegenteil, durch meine offene Art, scheue ich mich nicht vor neuen Freundschaften. Ich finde es spannend, die verschiedensten Menschen kennenzulernen. Es sind tolle Freundschaften entstanden, die ich sehr schätze.

Bleibt die Frage, wie es Ihnen hier in der Gegend gefällt? Gibt es einige Lieblingsplätze?

Mir gefällt es hier sehr gut. Mein Lieblingsplatz in der Region ist der Kreuzberg. Erst eine gemütliche Wanderung nach oben, und dann wird man mit einer tollen Aussicht belohnt. In Bad Kissingen genießen wir gern die Sonnenuntergänge auf der Burgruine Botenlauben. Ich mag auch die Nähe nach Würzburg und dass Bad Kissingen so zentral liegt.

Und wie sind die Erfahrungen mit der Rhöner Küche?

Die Erfahrungen sind bisher sehr gut, zumindest kann ich mich an nichts gegenteiliges erinnern. Das erste, was ich damals gegessen habe, war das Fränkische Hochzeitsessen. Jetzt gibt es ab und zu mal Schäufele.

An wen spielen Sie weiter?

Um mal wieder die Sportart zu wechseln, spiele ich weiter an Pascal Kröber.