Einmal Weltmeisterin werden. Diesen Traum hat sich Martina Greithanner erfüllt mit dem Gewinn der Goldmedaille im Kugelstoßen (4 kg) bei den Senioren-Weltmeisterschaften im brasilianischen Porto Alegre. Mit ihrer Siegerweite von 13,13 Metern war die Sportlerin des TSV Münnerstadt, die in der Altersklasse W-35 startete, nicht zufrieden, trotz eines unglaublichen Vorsprungs von 2,50 Metern auf die Nächstplatzierte. Silber ging an die Finnin Kirsi Koro (10,63 Meter), Bronze an die Chinesin Jun Ye (9,28). Im Kugelstoß-Wettbewerb dieser Altersklasse vertreten waren nur noch eine Niederländerin, Chilenin sowie eine Kolumbianierin, die mit ihrer Weite von 5,87 Metern Weltmeisterschafts-Sechste wurde.

"Ich ärgere mich über die schlechte Weite, aber es hat gereicht: Ich bin Weltmeisterin im Kugelstoßen", lautete die erste Botschaft in Richtung Heimat.
Tatsächlich hat die Lehrerin am Münnerstädter Schönborn-Gymnasium, Jahrgang 1974, schon viel weiter gestoßen. Ihr Unterfränkischer Rekord liegt bei knapp über 14 Metern.
"Wir freuen uns über eine Weltmeisterin im Haus", sagt mit Joachim Schwigon der Schulleiter am Schönborn-Gymnasium, der für diese außergewöhnliche Teilnahme eine Dienstbefreiung für die Lehrerin für Sport und Latein ausstellen konnte.Und - wie Stadt und Verein - etwas Besonderes plant für die Rückkehr der Kollegin, "aber das soll eine Überraschung bleiben".

Martina Greit hanner ist eine Expertin für Titel und Triumphe. Im Kugelstoßen gehört die Wahl-Reichen bacherin bayernweit zu den Top-3, war in dieser Disziplin bereits Bayerische Meisterin, versteht sich aber auch hervorragend auf den Umgang mit dem Diskus. Mit der flachen Scheibe hat die Pädagogin ihren Start in Brasilien noch vor sich. Unterstützung aus dem Landkreis Bad Kissingen gibt es übrigens von Reinhart Vogler vom TV Bad Brückenau, der in verschiedenen Laufdisziplinen gemeldet hat.

Um zu starten, braucht es keine spezielle WM-Norm, sondern eher Geld. Im Normalfall finanzieren die Sportler ihre Teilnahme selbst. Weswegen es ebenso normal ist, dass "reiche" Länder im Medaillenspiegel ganz oben stehen. Im Vorfeld mussten die Athleten beim Abholen der Startunterlagen viel Geduld mitbringen. Zu groß war der Andrang von Hunderten von Sportlern, die den Ausrichter an seine Grenzen brachten. "Alles ist sehr chaotisch organisiert. Es gibt keinen exakten Termin für die Siegerehrung, dafür todesmutige Kampfrichter. Eine Fußball-Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele kann ich mir hier nicht vorstellen. Sonst ist es super", erzählt Martina Greithanner, die früher im Trikot des LAC Quelle Fürth sogar im Junioren-Nationalkader stand und ihr sportliches Talent auch als Basketballerin bewies, dort unter anderem Leistungsträgerin im Team der SG Oerlenbach/Ebenhausen war.