Der Herzschmerz ist in diesen Tagen ganz besonders intensiv bei den Eishockey-Fans der Kissinger Wölfe. Seit exakt zwei Jahren ist der Wolfsbau nun geschlossen; längst in alle Winde verstreut sind die Spieler, für die in diesen Tagen die beste Zeit des Jahres beginnt mit dem Start der Playoffs, halt ohne Fans. Eine Erfolgsgeschichte schreibt insbesondere Mikhail Nemirovsky mit den Höchstadt Alligators. Der letzte Spielertrainer der Wölfe hat den Traditionsverein aus dem Aischgrund sportlich wiederbelebt.

Nach der besten Saison der Vereinsgeschichte spielen die Mittelfranken erstmals um den Aufstieg in die DEL2. Zu den Leistungsträgern der Alligatoren gehören mit Goalie Benni Dirksen, Stürmer Anton Seewald oder Verteidiger Domantas Cypas weitere Spieler mit Bad Kissinger Vergangenheit. Auch wenn der erhoffte Stadionneubau in Höchstadt aufgrund der Pandemie erst einmal auf Eis liegt, ist zumindest eine Sanierung möglich, um Sportlern wie Zuschauern ein adäquates Umfeld zu liefern.

Gebaut wird aktuell auch an der Bad Kissinger Eishalle. Genauer gesagt: abgebaut. Was irgendwie einem symbolischen Abgesang gleichkommt, auch wenn es in Sachen eines möglichen Verkaufs keine Neuigkeiten aus dem Rathaus zu vermelden gibt. "Die Photovoltaikanlage ist Sache der Stadtwerke. Von Seiten der Stadt aus gibt es nichts Neues dazu zu sagen", äußert sich Pressesprecher Thomas Hack auf Anfrage.

Wie berichtet, hatte der Besitzer der Immobilie, die Eishalle samt Grundstück über eine Online-Plattform zum Verkauf angeboten zum Preis von 800 000 Euro. Etwa 6000 Quadratmeter umfasst die von der Stadt im Jahr 2017 veräußerte Fläche, fälschlicherweise offeriert wurden allerdings etwa 65 000 Quadratmeter, und damit der komplette Sportpark. Nach Intervention der Stadt Bad Kissingen wurde das Angebot am 19. Februar vom Anbieter aus der Vermarktung genommen.

Nutzungsrecht lag bei den Stadtwerken

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Eishalle wurde bislang von den Stadtwerken betrieben, was im Kaufvertrag vom 21. Juli 2017 geregelt war. Hier heißt es: "Der Eigentümer räumt hiermit der Stadtwerke Bad Kissingen GmbH als Nutzungsberechtigten das Recht ein, auf dem Dach des Gebäudes eine Photovoltaikanlage nebst den erforderlichen Leitungen zum Zwecke der Stromerzeugung zu errichten, dort zu belassen und zu betreiben. Die Beteiligten seien sich darüber einig, dass der Stadtwerke Bad Kissingen GmbH das Recht zustehen soll, diese Anlage ... weiterhin auf dem Grundbesitz betreiben zu dürfen. Der Berechtigte habe die Photovoltaikanlage samt Nebenanlagen auf seine Kosten in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten und Sorge dafür zu tragen, dass von der Anlage keine vermeidbaren Gefahren ausgingen.

Lesen Sie hierzu auch Mikhail Nemirovsky sieht viele Versäumnisse

Der Abbau der Photovoltaik-Anlage seitens der Stadtwerke, zusammen mit einem Dienstleister, geschieht allerdings auf Initiative der Besitzerseite um Alexander Kondrashov. "Hintergrund hierzu ist, dass der Eigentümer der Eishalle den bestehenden Pachtvertrag mit uns gekündigt und uns aufgefordert hat, die PV-Anlage zu demontieren", sagt mit Manfred Zimmer der Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Kissingen GmbH. Eine neue Verwendung finden die Module laut Zimmer "auf dem Dach der Remise bei unserem neuen technischen Betriebsgebäude in der Würzburger Straße".

Mit dem Kauf der Eishalle hatte sich der Erwerber vertraglich verpflichtet, den erworbenen Grundbesitz bis zum Ablauf des 31. Dezember 2037 zu keinen anderen Zwecken als zum Betrieb mindestens einer Eissporthalle samt Gaststätte zu nutzen und zu unterhalten. Es muss sich für alle Freunde des Eissports wie der blanke Hohn anhören.