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Schondra
Comeback

Lea Schneider kämpft sich ins Team zurück

Die Fußball-Karriere der Schondraerin wurde von zwei Kreuzbandrissen jäh ausgebremst. Aber die 19-Jährige will bald wieder für den FFC Frankfurt spielen.
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Nach zwei Kreuzbandrissen kämpft sich Lea Schneider auf den grünen Rasen zurück. Unser Bild entstand beim Tag des Mädchenfußballs 2017 in Schondra. In diesem Jahr hatte die heute 19-Jährige den Europameistertitel der U17-Mannschaften errungen. Foto: Sebastian Schmitt
Nach zwei Kreuzbandrissen kämpft sich Lea Schneider auf den grünen Rasen zurück. Unser Bild entstand beim Tag des Mädchenfußballs 2017 in Schondra. In diesem Jahr hatte die heute 19-Jährige den Europameistertitel der U17-Mannschaften errungen. Foto: Sebastian Schmitt

Erst 19 Jahre alt ist Lea Schneider aus Schondra, und doch hat die Fußballerin des FFC Frankfurt schon extrem viel in ihrer sportlichen Laufbahn erlebt. Vom unverhofften Europameistertitel mit der deutschen U17-Nationalmannschaft bis hin zu zwei Kreuzbandrissen innerhalb von knapp zwölf Monaten reicht die breite Palette der Ereignisse.

Im Training in einer eigentlich harmlosen Szene war Lea Schneider vor über einem Jahr in den Sechzehner gedribbelt, als das Knie beim Schussversuch wegknickte. "Sofort war mir klar, dass wieder das Kreuzband gerissen sein muss", sagte seinerzeit Lea Schneider. Dadurch verpasste die Junioren-Nationalspielerin die U19-Europameisterschaft im Sommer. Trotz einer langen Leidenszeit hat sich die Dribbelkünstlerin aus der Rhön niemals aufgegeben.

Nach ihrem Wechsel von der hessischen TSG Lütter zum 1. FFC Frankfurt hatte sich Lea Schneider im Zweitliga-Team zunächst etabliert und stand direkt vor dem Sprung in die erste Bundesliga der Frauen. Ein erster Kreuzbandriss im Frühjahr 2018 bremste die Schondraerin urplötzlich aus. Der FFC in Frankfurt setzte trotzdem auf die zierliche Edeltechnikerin aus der Rhön. Nur ein Jahr später hatte sich Lea Schneider ins Aufbautraining zurückgekämpft - um einen erneuten gesundheitlichen Rückschlag verkraften zu müssen. Weitere Operationen am selben Knie waren notwendig.

Reha ohne Rückschläge

Wie hat Lea Schneider die Zeit nach dem zweiten Kreuzbandriss überstanden? "Richtig gut, es lief alles nach Plan. Ohne Rückschläge konnte ich meine Reha fortsetzen, so dass ich jetzt den Stand erreicht habe, den ich mir nach meiner zweiten Verletzung letztes Jahr erhofft habe", sagt die 19-Jährige. Doch hat die Corona-Pandemie natürlich auch das sportliche Umfeld der Fußballerin gewaltig durcheinander gewirbelt. Das gemeinsame Training mit der Mannschaft ist für Lea Schneider derzeit nicht möglich. "Aufgrund von Corona ist die Situation anders als sonst. Ich dürfte zwar mit Hinblick auf meinen persönlichen Fitness-Zustand aktuell mit der 1. Mannschaft bereits trainieren, jedoch kann ich die geltenden Hygienevorschriften der Deutschen Fußball Liga DFL nicht erfüllen, da ich mich bis zum 31. Juli im Jahrespraktikum bei der Polizei befinde."

Also muss sich die junge Rhönerin gedulden, bis sie wieder im Kreis der Mitspielerinnen das runde Leder filigran bearbeiten darf. Und doch hat die außergewöhnliche Situation nicht nur negative Auswirkungen. "Ich denke, dass der Frauenfußball aktuell mehr Aufmerksamkeit bekommt, da auch unsere Spiele überwiegend im Free-TV übertragen werden." Tatsächlich stößt die Fortsetzung der Saison in der deutschen Bundesliga der Frauen auch im Ausland auf extrem großes Interesse. So war der Auftakt nach der Corona-Pause in 16 Ländern live zu sehen, darunter Mexiko, Honduras, Nicaragua, Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Panama und Dominikanische Republik.

Im Stadion am Brentanobad sind aktuell keine Zuschauer bei den Bundesliga-Spielen der Hessinnen zugelassen. Nur Medienvertretern ist der Besuch des Stadions unter strengen Auflagen erlaubt. "Als Sportlerin schränkt einen die Krise schon ein. Mich jedoch nicht ganz so sehr, weil ich momentan noch nicht bei der Mannschaft bin." Und so arbeitet Lea Schneider unermüdlich an ihrer Fitness, "so dass ich zur nächsten Saisonvorbereitung wieder angreifen kann".

Hat man nach zwei Kreuzbandrissen eigentlich Angst vor einem weiteren verletzungsbedingten Rückschlag? "Nein. Wenn man Angst hat, sollte man nicht spielen. Beim Platztraining in der Reha hatte ich ein paar brenzlige Situationen, bei denen ich bemerkt habe, dass mein Knie hält. Das war wichtig für meinen Kopf." Läuft alles nach Plan, könnte Lea Schneider zur neuen Saison in den regulären Spielbetrieb einsteigen. Auch über den Fußball hinaus macht sich die Schondraerin Gedanken über ihre berufliche Laufbahn. "Ab 1. September 2020? beginne ich ein duales Studium im Bereich allgemeine Verwaltung des Landes Hessen in der Sportfördergruppe, worauf ich mich sehr freue. Dadurch kann ich meine Ausbildung und den Profifußball optimal verbinden."

Nur ein paar Prozent fehlen

Ihren eigenen Fitness-Zustand bewertet die 19-Jährige aktuell als gut. Um komplett in den Spielbetrieb einzusteigen, würden zwar ein paar Prozent fehlen, aber die sollen bald zurückkommen. Schon immer hat die Schondraerin auf und neben dem Platz viel positive Energie ausgestrahlt. Mit dieser Energie kann die Rückkehr in den Profifußball nach zweijähriger Zwangspause gelingen. "Fußball war schon immer mein Leben. Das hat mir einfach immer viel Spaß gemacht." An dieser Einstellung ändern selbst zwei schwere Verletzungen nichts.