Schmuddelwetter draußen, erwartungsvolle Stimmung drinnen bei den Fans der Kissinger Wölfe, viele in den Farben ihres Vereins gekleidet. Die hatten allerdings diesmal die Eishalle links liegen gelassen, waren stattdessen abgebogen in die Sportpark-Gaststätte. Das Bayerische Fernsehen war gekommen - zum Stimmenfang für einen TV-Beitrag. Noch mehr Öffentlichkeit also für den Immobilien-Zankapfel.

Eine vage Resthoffnung auf den Eishockey-Standort Bad Kissingen bleibt bei den Fans, die sich um ein Gemeinschaftserlebnis gebracht fühlen. Und froh waren, Trauer und Wut los werden zu können. Die Faschings-Dekoration an Decke und Wände stand im Gegensatz zur Gemütslage. "Spieler wie Fans, wir waren ein eingeschworener Haufen. Das fehlt. Aber man muss auch an den öffentlichen Eislaufbetrieb denken, der weggefallen ist. Meine Tochter ist in der Grundschule, die kann hier im Landkreis nicht mehr Schlittschuh laufen", sagt Andre Henning. Um die ehemaligen Spieler zu sehen, sind einige Fans nach Schweinfurt, Haßfurt oder Höchstadt gefahren, eine unbefriedigender Alternative zu Heimspielen im Wolfsbau.

Auch der Nachwuchs leidet

Unter der aktuellen Situation leidet auch der Nachwuchs, wie Kati Schmitt bestätigt. "Während die Kinder trainierten, haben sich die Eltern in der Halle getroffen. Jetzt fahren wir unseren Sohn nach Haßfurt, andere sind nach Schweinfurt gewechselt. Der Aufwand ist enorm gestiegen und man sieht sich kaum noch", sagt die Haarderin.